Wie oft ich staunend, lachend und manchmal ehrfürchtig vor meiner Timeline saß, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur eines: irgendetwas machen diese 140 Zeichen mit der eigenen Kreativität. Man kann Geschichten damit aufschreiben, Witze erzählen, steile Thesen formulieren und politische Statements in die Runde rufen. Und vieles ist so dicht und so intensiv, dass es zu kleinen poetischen Einheiten wird: Unter dem Druck der 140 Zeichen zu Diamanten gepresste Alltagskohle.

Häufig erwischt man sich dabei, den Satz drei vier mal zu wenden, Buchstaben hin und her zu schieben und Formulierungen so lange umzumodeln, bis eine Aussage in diese verdammten 140 Zeichen passt. Nicht selten gewinnen die Texte dadurch an Originalität. Vor allem aber an Lakonie, Ironie und Treffsicherheit.

Es braucht eigentlich nur wenig Verwegenheit dazu, hier – auch hier – Literatur zu wittern. Das war es wohl, was uns durch den Kopf ging, als wir dieses Projekt starteten. Wir wollen all die kleinen Schätze bergen, die uns tagtäglich ins Haus zwitschern und uns ihrer so annehmen, wie sie es verdienen: auf einer literaturkritischen Ebene.

Es soll hier also jeden Tag ein Tweet besprochen werden. Witziges, Erhebendes, Emotionales, Lakonisches. Das was uns gefällt, bewegt oder einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Dazu haben wir ein paar Autoren versammelt, die einerseits echte Twitterfans sind und andererseits Spass an der Literatur haben.

Unsere Mitautoren sind: @PickiHH, @LorettaLametta und @BjoernGrau.

Viel Spaß wünschen

@bosch und @mspro