Twitkrit

Twitter vor 20 Jahren

Die Frage, wie haben wir eigentlich kommuniziert, ehe es Twitter gab, lässt sich wunderbar mit einem Comic beantworten. Da ist eben ein spanischer Comic in meine Timeline gespült worden, der genau das leistet und der eine wunderbare Analogie zu vergangen Tagen herstellt. Er löst zudem noch auf, worauf die Grundstruktur der Twitter-Kommunikation aufbaut. Keine Angst, spanische Sprachkenntnisse sind ob des eingesetzten internationalen Twitterfachvokabulars nicht vonnöten. Der Hinweis gebende Tweet kommt von @alvaroplz (der sich im Profilfoto im rotem Höschen am Strand präsentiert, doch das tut nichts zur Sache):

alvaroplz

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Der Text lautet ins Deutsche übertragen: «Sehr gut!/Twitter vor 20 Jahren (Coomic)» und führt auf diesen aufschlussreichen Co(o)mic:
Twitter vor 20 Jahren.

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Abwechslung erfreut

Chuck Norris, Deine Mudda, I put dieses in jenes. Wir können es langsam nicht mehr hören. Warum also nicht einmal eine Variation in den Strom der kurzen Nachrichten einbringen?

@peterglaser zeigt, dass es auch anders geht:

peterglaser
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Chuck Norris und Deine Mudda hätten es nie hinbekommen.

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hoch21′s Law

Immer wenn wir in Diskussionen nicht weiter wissen, kommt zwangsläufig ein Nazi-Vergleich (vgl. Godwin’s Law). In den Urzeiten des Netzes, als man noch in sogenannten Foren miteinander diskutierte, galt eine Diskussion gewöhnlich als beendet, sobald besagter Vergleich in den digitalen Raum gesetzt wurde.

Was aber nun, wenn sich Parteien gegenüberstehen, die ihre Konflikte auch nach dem obligatorischen Nazi-Vergleich nicht beilegen, sondern einander immerfort bezänken wollen? Für sie haben wir jetzt etwas Neues: Das @hoch21-Law.

Missliebige Personen, werden demnach einfach mit Elefanten vergleichen:

hoch21_elefantenfrauen
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Der diesem Tweet innewohnende Vergleich birgt ein Empörungspotential in sich, von dem Godwin nicht einmal in seinen kühnsten Inglourious-Usenet-Träumen zu träumen gewagt hätte. Dass es in diesem Falle ausgerechnet eine Frau trifft, ist – wie der Autor einhellig mit seiner Männergruppe besprochen hat – natürlich eine riesige Gemeinheit. Nach all den Genderdebatten, Gleichstellungsgesetzen und Frauenquoten halten wir den pauschalen Vergleich von Frauen mit Elefanten für unzulässig und weisen ihn aufs Schärfste zurück.

Dennoch hat dieser Tweet auch inhaltlich seine gute Seite: Allen misogynen Tendenzen zum Trotz wird dem sorgfältigen Rezipienten aufgezeigt, dass die Unterschiede zwischen Frauen und Männern gar nicht so groß sind, denn naturgemäß sind auch Männer wie Elefanten – nämlich tot, wenn man sie erschießt.

Jetzt, da die Geschlechter versöhnt sind, wollen wir aus diesem Tweet den Nutzen ziehen, und künftig, wenn wir nicht mehr weiter wissen, immer noch einen obendrauf setzen: Wir lassen uns Elefantenvergleiche nicht nehmen. (Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.)

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Lorioteske Bilder

Von Loriot war bisher auf Twitkrit kaum die Rede. Ein Missstand, der nach 40 Monaten beseitigt gehört. Kollege @bosch hat ihn immerhin mal indirekt ins Spiel gebracht [12/2008: Früher war (nicht) alles besser]; Gastautor @saschalobo erwähnte ihn zurecht als Komiker, der in Deutschland keinen ebenbürtigen Nachfolger habe [05/2009: @saschalobo macht übern teich].

Gut, mittlerweile gibt es Loriot auch auf Twitter. Nicht live, aber in homöopathischen Dosen aus dem Archiv. Einmal am Tag bringt er ein Lächeln ins Gesicht der Loriots-Fans, die dem Account @loriot_vicco folgen. Um ein tagesaktuelles Beispiel anzuführen: heute ging es um meine Heimatstadt Saarbrücken. Der Klassiker ist sogar mit Loriot’schem Bewegtbild verlinkt (wer’s anschauen mag, sollte sich beeilen, die Filme verschwinden manchmal recht schnell von der Videobühne):

loriot_vicco

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Natürlich wäre es wunderbar, twitterte der gute Loriot, bzw. sein Schöpfer Victor von Bülow, selbst. Doch immerhin wird den jungen Menschen sein Œuvre auf diesem Weg näher gebracht. Und außerdem gibt es die begnadeten Twitterer, die lorioteske Bilder in unseren Köpfen schaffen, etwa, wenn sie von den Tücken des Alltags berichten. Echte Freunde der Komik Loriots sehen die passenden Bilder dazu vor dem geistigen Auge. Solch einen Loriot-Sketch provozierenden Tweet hat heute @lotterleben geschrieben:

lotterleben

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Niesl-O

Der Mensch ist ein Gewöhnungstier, so sagt man. Viel zu schnell nimmt man Dinge als gegeben hin: Das Regenwetter im Sommer, überfüllte Straßenbahnen, den Menschen, der nachts im Bett neben einem liegt. Erst, wenn plötzlich etwas anders ist, fällt uns das auf. @da_niesl geht es beim Getränkekonsum so:

niesl-o

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Beruhigend, wenn jemand in der Nähe ist, der einem sofort sagen kann, was nicht stimmt. Noch besser ist allerdings, wenn diese Person auch Abhilfe zu verschaffen mag.

(Pro-Tipp: Wodka-O schmeckt noch besser, wenn man den Wodka durch Campari ersetzt.)

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Keine Ottermeinung

Die vierte Macht im Staate regiert. Wir leben in einer Diktatur der Medien, können nicht mehr aus dem Hause gehen, ohne dass uns ein Mikrofon vor die Nase gehalten wird: Google+, Norwegen, Amy Winehouse. Zu allem müssen wir jederzeit eine qualifizierte Meinung in Richtung Poppschutz abspulen können.

Damit muss Schluss sein. Wir können nicht mehr. Wir sind vor lauter Interviews müde geworden. Endlich fängt jemand an, sich diesem Meinungsstress zu entziehen. Eigentlich ist es ganz einfach. Man braucht nur zu sagen, dass man zu diesem oder jenem Thema gerade einmal keine Meinung hat. Schon bald wird man nie wieder etwas gefragt werden. So wie @bangpowwww:

ottermeinung
[Link]

@bangpowwww durchbricht mit größtmöglicher Radikalität den scheinbar endlosen und offensichtlich sinnlosen Kreislauf von Fragen und Antworten. Dafür zollen wir ihr Respekt und sagen artig Danke.

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