Ob der Begrenzung auf 140 Zeichen ist es auf Twitter oft schwer genug einen kompletten Satz zu übermitteln. Die Schwierigkeit auf limitiertem Raum das zu Erzählende unter zu bringen steigert sich nochmals bei den beliebten Dialog-Tweets. Aus Prosa wird Drama, verteilte Rollen vermitteln eine Situation dialogischer Auseinandersetzung auf engstem Raum der abgezählten Zeichen. Um so beachtlicher ist es daher, dass es sogar Tweets mit Dialog-Charakter gibt, die durch ihre Kürze bestechen. Drei aktuelle Fallbeispiele von @silbermund, @UteWeber und @himmelkreis:
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Archiv der Kategorie ‘Tweetkritik‘

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Normal ist ja auch so ein schwammiger Begriff. Wir sagen einfach mal vegetabler Fetisch dazu. Haben auch andere. Auch mit anderen Gemüsen (mehr Infos beispielsweise hier). Warum nicht. Gerade wenn vorbildlich dabei verhütet wird. Gesünder kann kaum masturbiert werden. Da gehen sogar Pilze. Aber ob unbedingt auch noch Käse ins Spiel gebracht werden muss?

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Die Debatte um Google Street View können manche schon nicht mehr hören. Mir geht es da genau so. Populistisch agierende Volksvertreter im ahnungslosen Einklang mit den diffuse Ängste schürenden Boulevardblättern. Alles ärgerlich. Mag man sich gar nicht mehr mit befassen. Sollte man aber. Ohne besserwisserische Arroganz der gut Informierten, sondern mit dem Verständnis für folgenden Sachverhalt, den Kollege mspro so trefflich auf CARTA formuliert: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. Würde der Willy noch leben, würde er vielleicht jetzt in Bezug auf die analoge und die digitale Welt sagen: «Es wächst zusammen, was zusammen gehört».
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Selbsterkenntnis muss was Tolles sein, mir aber auch oft zu anstrengend. So wird es sicher 97,5 Prozent der Weltbevölkerung gehen, ich bin also nicht alleine. Interessant, nicht? Selbsterkenntnis ist aber gar nicht das Thema heute, hier und jetzt.
SONDERN
Es geht vielmehr um die klassische gute Laune. Gute Laune, das ist das, was sich morgens beim Aufstehen wie von alleine einstellt. Oder wenn man den Briefkasten aufmacht oder beim Bäcker in der Schlange steht oder sich im Körper einer Schlange befindet. Oder eben auf der Arbeit. Das mit der guten Laune war natürlich ein Witz, Sie haben es sicher längst bemerkt.
Wenn sich zum Beispiel ein Fremdling in der Früh am Montag den Twitterstream durchliest, wird er feststellen, dass Montag ungefähr so schlimm zu sein scheint wie Hitler oder Nasi Goreng aus der Dose. Außerdem gibt es immer etwas zu meckern. Schlechte Laune wird quasi groß geschrieben. So allgemein. Man könnte und man kann sich allerdings damit heraus reden, dass nur die Einfältigen ein sonniges Gemüt haben. Ein Mensch mit Gefühlen muss ja zwangläufig auch am Alltag zerbrechen, da wollen wir ja alle Rimbaud sein und ein bisschen Nietzsche und natürlich Ren Höek von Ren & Stimpy.
Also daraus ableitend ist es ja voll ocheeso, auch “mal” nicht so gut drauf zu sein. Aufgrund des murmeltiertagartigen strapaziösen, allmorgendlichen Aufstehens und des megagrausamen DenTagüberstehen hat sich bei Frau @Posemukel dann schließlich ein, man muss es leider so sagen, gewisser Defaitismus eingeschlichen. Sie kann es leugnen, aber es nutzt nichts. Doch es ist, wie es ist ,und alles was gesagt werden muss, hat @Posemukel neulich in einem Tweet zusammengefasst. Es ist ein bisschen mehr als Selbsterkenntnis, es ist auch eine Erlösung. Endlich kann man sich sicher sein:
Und jetzt greifen Sie bitte zum Telefonhörer und rufen Sie die entzückende und im Grunde des Herzens liebenswürdige Frau @Posemukel an und sagen Sie ihr, dass alles gut ist und falls es nicht gut ist, dass es dann gut wird. Sagen Sie, Sie seien sich sicher, sagen Sie, Sie hätten das irgendwo gelesen, könnten sich aber nicht mehr erinnern, aber behaupten Sie steif und fest, dass es genauso sein wird, nämlich gut. Sie wird sicher außer sich vor Freude sein.
“In Wiesbaden tummeln sich Gestalten,
das soll man nicht für möglich halten.” (Tacitus)
Eine dieser Gestalten ist die Twitterin @soloony, die ich nunmehr seit ca. einem Vierteljahrhundert kenne und die uns Auserwählte, die in ihren leider geschützten Account hineinblicken dürfen, täglich mit weisen Sentenzen aus dem Leben einer attraktiven und zugleich fleißigen Büroangestellten und liebevollen Katzenmutti unterhält. Man erfährt, wie das Wetter ist, wann es ihr zu kalt für ohne Heizung ist, wann “Pflückinger!” angesichts reifer Tomaten angesagt ist und was es so zu essen gibt. Die Homofaberisierung des Banalen ist hier durch eine Hervorhebung längst in Vergessenheit geratener Alltagsriten und –mythen gekennzeichnet. Nichts ist wirklich unwichtig, nichts ist nicht mindestens einen Gedanken wert.
Und heute, ich wollte gerade mal ein zünftiges Fleischsalatfrühstück zu mir nehmen, bedachte sie uns mit einer ganz besonders weisen Weisheit. Eine Weisheit, die in ihrer Anmut und Grazie ganz das Bild der Dame und Golf Cabriolet-Fahrerin @soloony abrundet und auf zauberhafte Weise untermalt:
Trauen Sie sich und stellen Sie einen Antrag auf Einblick in ihre ganz eigene Sicht der Dinge und der Alltagsbewältigung und folgen Sie Ihr auf Twitter auf dem Weg in eine glitzernde Zukunft. Stellen Sie am besten auch gleich einen Heiratsantrag, sie werden es niemals bereuen!
Nicht nur für diese sympathischen Rentner aus Düsseldorf, die – koste es, was es wolle – verhindern möchten, dass ihr Haus in der Öffentlichkeit zu sehen ist, nein auch für Herrn Huck Haas aus Wiesbaden ist die Vorstellung unerträglich, dass Menschen und Häuser einfach so im Internetz zu sehen sein würden:
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