Archiv der Kategorie ‘Metatwit‘

 
 

#qep

Quod erat demonstrandum schrieben Euklid und Aristotels und schreiben auch heute noch andere Zahlen- und Formelzauberer unter ihre mathematischen Beweise: was zu beweisen war, gerne auch abgekürzt q.e.d. oder w.z.b.w.. In Zeiten der digitalen Bohème mit starkem Drang zur Prokrastination könnte eine daraus abgeleitete Abkürzung bald zu ähnlichem Ruhm kommen: q.e.p.. Auf Twitter eingesetzt würde die Abkürzung selbstverständlich zu einem Hashtag mutieren: #qep.

Wofür stehen die drei Buchstaben qep? Was hat es mit dieser Abkürzung auf sich? Der wunderbare Tweet von @gerdbrunzema ist des Rätsels Lösung:

gerdbrunzema

[LINK]

Ich sehe schon die Beispieltweets vor meinem geistigen Auge:

  • Für die Klausur kann ich auch noch morgen lernen. #qep
  • Mist, wieder nicht mit den Vortragsfolien fertig geworden. #qep
  • Ist es wirklich schon 20 Uhr? Na klasse, jetzt sind alle Läden zu und ich hab nix zum Essen eingekauft. #qep

Da die Leser von Twitkrit (also IHR!) ein kreatives Völkchen sind/seid, werdet Ihr sicher bald viel schönere Beispiele aus dem realen Leben der Prokrastinierer ordentlich verschlagwortet mit eben diesem Hashtag #qep auf Twitter finden.

Das ausnahmsweise späte Erscheinen dieser Twitkrit bitte ich zu entschuldigen. Quod erat prokrastinandum. #qep

Jubiläumsgasttwitkrit (JGT) 1: Real Nerdcore, baby!

Wir beginnen die Jubiläumswochen mit einem echten Nerdcore. René bleibt sich auch für uns treu und masht alte Twitkrits mit aktueller Politik, Selbstreflexion, und Sex zu einer wunderbaren Lobhudelei auf uns. Herzlichen Dank!

Es hat etwas ironisches, wenn ausgerechnet ich als bekennender Kopier-Blogger und nur sporadisch twitternder Kritiker des Gebildes, das ich den „schönen Text“ nenne, hier etwas zum einjährigen Bestehen von Twitkrit schreibe, denn die Damen und Herren in diesem feinen Weblog widmen ihre Zeit ja vor allem der Poesie, die dann und wann in 140 Zeichen gepresst wird. Aber nun, auch ich weiß durchaus das ein oder andere wohlfeile Wortspiel zu schätzen, freue mich bisweilen ebenfalls über durch die Timeline kullernde Silben und die einfachen Wahrheiten des Lebens lassen sich meist in weit weniger als 140 Zeichen ausdrücken.

Vor einem Jahr nun schickten sich die Damen und Herren an, um die damals ausbrechende und bis heute anhaltende Twitter-Mania mit einem Blog zu begleiten, aus dem sich dann noch eine [Kommentar der Herausgeber: naja, einige] hervorragende und äußerst unterhaltsame Lesung entwickeln sollte. Einer der ersten besprochenen Tweets war dann auch, ganz den Kritikern [nicht mit den Twitkrittern zu verwechseln!] der 140 Zeichen entgegenkommend, nicht besonders gehaltvoll.

tweetlos
[Link]

Wobei das natürlich nur eine Übersetzung des anochronistischen „Ich bin sprachlos“ in das 21. Jahrhundert bedeutet, das ja jetzt erst richtig losgeht und einem könnte angesichts jüngster netzpolitischer Entwicklungen genau das allzuleicht entfahren. Ich bin tweetlos.
Gottseidank nicht und dank eines feschen neuen Plugins für meine Website weiß ich inzwischen, wie sehr sich die Konversation, die Verlinkung und Vernetzung, kurz: Das Netz – auf Twitter abspielt. Bei
heißen Themen um Politik kommen auf eine Verknüpfung über klassische Websites ungefähr zehn über Twitter. Der Tweet zur Aktion am 23. April auf Spreeblick gegen Netzsperren war an diesem Tag der global am häufigsten geretweetete Tweet. Ich bin tweetlos, not so much. Gottseidank. Und „geretweeteter Tweet“ ist schriftbildlich übrigens mehr als hochinteressant, meine Augenbrauen durchbrechen grade meinen nicht mehr vorhandenen Haaransatz. Aber das nur am Rande.

Bereits im zweiten Posting nahm dann PickiHH die bis heute belanglose Belanglosigkeitsdiskussion auf’s Korn und zog hierzu einen hervorragend konnotierten Tweet von Frederic Valin heran, der die Diskussion in Nietzsches Tonlage sang. Auf Twitter. Solche Dimensionen sind Twitter-Kritikern [nicht mit den Twitkrittern zu verwechseln!] selbstverständlich fremd, denn die drehen sich meist nur um ihr eigenes Biotop aus totem Holz, mit dem sie nach Virtuellem werfen und sich wundern, dass sie das physisch Unfassbare nicht treffen. Logik sucht man in der Belanglosigkeitsdebatte leider vergebens.

Und dann, natürlich und nicht seit gestern, entdeckte Twitkrit den Sex.
Wahrscheinlich weil er sellt, aber auch Spaß macht, habe ich mir sagen lassen. Und deshalb schließe ich an dieser Stelle und danke Twitkrit für folgende Weisheit von Herrn Weiss, die ohne hier im täglichen
Informationsreissendemfluß untergegangen wäre:

marcel
[Link]

2009

Prost!

Nu isses weg: 2008. Aber wir sind noch da. Ja, jetzt wieder. Und es hat sich ein wenig was getan unter der Haube. Deswegen beginnen wir dieses blutjunge Jahr nicht mit einem Twitkrit, sondern mit ein paar Ankündigungen:

Zunächst möchten wir Euch unseren charmanten Neuzugang @marthadear vorstellen. Diejenigen, die sie als Twitterin oder als Bloggerin kennen, werden sofort verstehen, warum wir stolz wie Bolle sind, dass sie für uns schreiben wird.

Dann haben wir ein neues Format kreiert, das für eine Postingfrequenzerhöhung kurzweilige Unterhaltung auf diesem Blog sorgen soll. Hier und da, so völlig unregelmäßig wird eine so genannte “Kurzkrit” auf Euch hereinprasseln. Was das dann konkret ist, werdet ihr schon noch sehen.

Derweil gratulieren wir dem Kollegen @Bosch. Sein unermüdlicher Einsatz an der Twitterfront, hat ihm den Award des “Twitterer des Jahres” eingebracht. Und irgendwie fühlen wir uns da auch mitgeehrt.

Beschlossen worden sind noch viele, viele andere Dinge. Es wird dieses Jahr Aktionswochen noch und nöcher geben, eine unfassbare Zahl an Twitterlesungen sind bereits in der Vorbereitung. 2009 wird das Twitkritjahr! Ganz sicher!

Nachtrag:

Zu guter Letzt: Einen Jahresrückblick mit den besten Tweets und so. Ja, das hätte uns mal einfallen sollen. Ist aber auch egal. Die Kollegen von Spreeblick waren so frei.

Das war Twitkrit 2008

Nein, das wird keine Twitkrit.
Und kein Twitkrit-Jahresrückblick.

Das ist eine Abwesenheitsnotiz.

Wir machen Schluss.

Aber:

zukunft
[Link]

Wir kommen wieder! 2009!
Dann hoffentlich erholt mit neuen Twitkrits, neuen Twitterlesungen und noch weiblicher!
Nachdem wir es im Herbst versäumten, unsere neue Edelfeder vorzustellen (NOCHMALS ENTSCHULDIGUNG, lieber Markus!), diesesmal sogar sozusagen ein Jahr im Voraus: Ab Januar werden wir von unserer neuen Volontärin Marthadear unterstützt. Da freuen wir uns wie Bolle drauf!

Bis 2009 (wir planen, ab 07.01. wieder zu twitkritten), verehrte Leser!

Und für die kommenden Tage nicht vergessen:

Noël
[Link (geschützter Account)]

Notfalltwittern

down
OMG!!! OMG!!! Twitter is down! So richtig! Mindestens eine Stunde (und natürlich zu einer Zeit, wo die Twitterini in USA pennen)! Und jetzt?

Ich kann während der gewerkschaftlich festgeschriebenen Twitkritverfasszeit keine Twiktrit verfassen, weil ich nicht auf Tweets zugreifen kann. Deshalb heute nur in aller Kürze der Hinweis auf Abhilfe in schweren Zeiten:

Zum Glück bietet einer draußen im Land des Nieselregens Twitterasyl. Auch heute. Danke.

Und damit es nicht ganz so negativ aufstösst, dass ich hier nur gute Freunde promote, die Frage an die Leser: Kennt Ihr weitere Asylgeber (und NICHT Konkurrenzprodukte (über die könnten wir auch mal was machen, Kollegen. (Oder? (War jetzt nur mal so in den Raum gestellt. (Können wir auch intern bei der nächsten Teamsitzung besprechen.)))))? Hinweise bitte in die Kommentare!

Hamster – ein multilinguales Twitterphänomen

Twitkrit bespricht nicht nur herausragende, interessante, lustige oder was-auch-immer-für Tweets, sondern greift auch aus dem unendlich scheinenden Bouquet der Themen bestimmte Sujets heraus, um sie der geneigten Leserschaft zu präsentieren. Heute widmen wir uns daher dem Thema: Haustiere auf Twitter, besonders beliebt: Die Hamster. Ein gerne unterschätztes und gleichzeitig multilinguales Phänomen in der weiten Welt des Microbloggens.

Zur Mulitlingualität: Der Hamster heißt in vielen Sprachen so. Bekommt höchstens mal hier und da noch einen Akzent draufgedonnert, aber er heißt eben Hamster. Selbst die Türken verzichten darauf, in dem Wort noch eine handvoll ü’s unterzubringen. Ein Klickspaziergang durch die “anderen Sprachen”-Links im Wikipedia-Artikel legt belehrtes Zeugnis davon ab. Für die Klickfaulen: Selbst eine Runde Mouseover auf Wikipedia – die Augen immer brav auf die Statusleiste des Browers gerichtet – zeigt, dass die kleinen Wühler in vielen Sprach- und Kulturräumen dieser Welt Hamster genannt werden.

Kommen wir zu den Beispielen. Die Zeit des Rezensenten und – erst recht – die der Leserschaft ist begrenzt. Daher nur eine kleine, feine Auswahl. Wer mehr mag, kann sich gerne durch die Hamster-Timeline via Twittersearch klicken.

kcpr

[LINK]

Tja, da hat ein Hamster wohl seine Chance verpasst, groß rauszukommen. Kleiner Trost: Der scheue Nager (übrigens hier in einem knuffigen Polaroid zu sehen) hat es immerhin auf Twitkrit geschafft. Sein Herrchen damit auch. Ist ja auch was ihr zwei, oder?

brandungskieker

[LINK]

Schmunzelnd lesen wir diesen Enthüllungstweet und freuen uns, dass trotz der Indiskretion die Privatsphäre von Petra und Fridolin weitgehend gewahrt bleibt. Und zwar schlicht, weil wir sie nicht kennen. Ich schreibe weitgehend, weil ich natürlich nicht weiß, inwieweit die Follower von @Brandungskieker diesen Tweet real existierenden Menschen und Tieren zuordnen können. Apropos Privatsphäre, quasi als kleiner Exkurs am Rande, das beste, was es zum Thema Privatsphäre zu sagen gibt, hat die wunderbare Frau @Schnutinger im Netz zum besten gegeben. In ihrem einzigartigen und unbedingt sehenswerten Interview mit ihrer Privatsphäre.

Zurück zum mulitilingualen Hamster-Phänomen, noch zwei Beispiele, dann soll es für heute genug sein:

akassia

[LINK]

Da der Autor dieser Zeilen sich aus beruflichen Gründen mit dem Spanischen beschäftigt, wird es niemanden verwundern, dass ein iberischer Hamster-Tweet nicht fehlen darf. Als Übersetzer liefere ich natürlich gleich die Translation: Hab den Hamster rausgelassen … und festgestellt, dass er Kamillentee mag. Auch das macht Twitter also möglich: wir partizipieren an Hamstererkundungszügen (The Conquest of Chamomile Tea), auch fern vom Ort des Geschehens.

Last but not least ein Beispiel aus dem – nach dem spanischen – zahlenmäßig zweitgrößten Hamster-heißt-Hamster-Sprachraum: dem englischen:

juanmm55

[LINK]

Ein sehr aktueller Tweet, trotz vordergründigem Haustiercontent nicht ohne politische Brisanz. Und so funny. Diesen Hamster-Tweet brauche ich sicher nicht zu übersetzen. Die Twitkrit-Leserschaft verfügt gewiss über ausreichende Englischkenntnisse, um diese drei Sätze zu verstehen. Für alle, die bei dem ein oder anderen Wort jetzt noch eine Schwierigkeit in der Nuance der Übersetzung haben ;-), sei gesagt, dass indigestion Verdauungsstörung und mesmerizing hypnotisierend heißt. So funny, indeed.


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