Twitkrit

Rauf & runter: Werte auf Twitter und an Börsen

An den internationalen Börsen geht es in diesen Tagen eher nach unten. Die Berichterstattung wird von Begriffen wie Angst, Entsetzen und – immer wieder gerne genommen – Panik bestimmt. Psychologisch wichtige Marken, einst von Menschen gesetzt, werden nun von Computern gnadenlos umgesetzt, den Trend dadurch natürlich nur noch verstärkend. Ein sich rasant nach unten windender Teufelskreis der Finanzpsychologie. Für das deutsche Parkett hat @nicobruenjes vergangene Woche die Entwicklung auf den Punkt gebracht:

nicobruenjes

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Auf Twitter hingegen werden eher Werte geschaffen als vernichtet. Sorgsam gepflegte Twitteraccounts steigen in der Regel kontinuierlich im Wert. Sie versorgen ihre Leserschaft mit interessanten Botschaften, guten Links oder sonstigem, was das Herz der Follower erfreut und verzeichnen so steigende Abonnentenzahlen. Natürlich lässt sich der Wert eines Twitterers nicht bloß an schnöden Followerzahlen ablesen, doch auch hier stellen wir psychologisch wichtige Marken fest. Ist es doch – auch wenn viele das als bedeutungslos bezeichnen – ein Unterschied, ob unsere Tweets von 50, 100, 1.000 oder gar 10.000 und mehr Leuten gelesen werden. Angesichts von mit der Zeit heranwachsenden erfolgreichen Twitteraccounts fragt @openmedi nicht ganz zu Unrecht:

openmedi

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Von Nachrichten und Menschlichem

Wir zeigen hier auf Twitkrit nicht bloß einzelne Tweets, die wir für besonders gelungen halten, sondern werfen – sozusagen auf der Metaebene – durch Tweetvorstellung immer wieder gerne einen Blick auf die Frage: Was machen wir alle hier auf Twitter eigentlich? Warum verfassen wir Nachrichten in maximal 140 Zeichen und weshalb lesen wir sie – größtenteils – so gern. Letzteres soll heute anhand von zwei Tweets verdeutlicht werden:

Da haben wir Twitter als Nachrichtenersatz. Darin mag vielleicht nicht der Hauptgrund liegen auf Twitter unterwegs zu sein, doch Meldungen herkömmlicher Medien entlocken dem gemeinen Twitterer häufig nur noch den Kommentar: «Ach, die bringen das erst jetzt?». Ein gutes Twitter-Netzwerk ist womöglich noch kein Ersatz für die „alten“ Medien, doch @Judetta spricht vielen von uns aus dem Herzen, wenn sie schreibt:

judetta

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Allen an Literatur Interessierten dürfte der folgende Tweet von @gallenbitter gefallen. Wenn ihr eure eigene Twitterrezeption mal kritisch hinterfragt, dürftet ihr im Vergleich von Timeline- und Roman-Lesen auf eine ähnliche Einschätzung kommen. Vorausgesetzt, die Auswahl der Twitterer, denen ihr folgt, gibt das her. Mir geht es jedenfalls wie @gallenbitter. So mancher Twitterer kommt mir – vielleicht auch deshalb, weil ich ihn nicht im realen Leben kenne, weil er also nur als virtuelle Figur einen Platz in meinem Bewusstsein einnimmt – so nah. Näher als so manche Romanfigur im besten Falle:

gallenbitter5

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Twitter vor 20 Jahren

Die Frage, wie haben wir eigentlich kommuniziert, ehe es Twitter gab, lässt sich wunderbar mit einem Comic beantworten. Da ist eben ein spanischer Comic in meine Timeline gespült worden, der genau das leistet und der eine wunderbare Analogie zu vergangen Tagen herstellt. Er löst zudem noch auf, worauf die Grundstruktur der Twitter-Kommunikation aufbaut. Keine Angst, spanische Sprachkenntnisse sind ob des eingesetzten internationalen Twitterfachvokabulars nicht vonnöten. Der Hinweis gebende Tweet kommt von @alvaroplz (der sich im Profilfoto im rotem Höschen am Strand präsentiert, doch das tut nichts zur Sache):

alvaroplz

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Der Text lautet ins Deutsche übertragen: «Sehr gut!/Twitter vor 20 Jahren (Coomic)» und führt auf diesen aufschlussreichen Co(o)mic:
Twitter vor 20 Jahren.

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Lorioteske Bilder

Von Loriot war bisher auf Twitkrit kaum die Rede. Ein Missstand, der nach 40 Monaten beseitigt gehört. Kollege @bosch hat ihn immerhin mal indirekt ins Spiel gebracht [12/2008: Früher war (nicht) alles besser]; Gastautor @saschalobo erwähnte ihn zurecht als Komiker, der in Deutschland keinen ebenbürtigen Nachfolger habe [05/2009: @saschalobo macht übern teich].

Gut, mittlerweile gibt es Loriot auch auf Twitter. Nicht live, aber in homöopathischen Dosen aus dem Archiv. Einmal am Tag bringt er ein Lächeln ins Gesicht der Loriots-Fans, die dem Account @loriot_vicco folgen. Um ein tagesaktuelles Beispiel anzuführen: heute ging es um meine Heimatstadt Saarbrücken. Der Klassiker ist sogar mit Loriot’schem Bewegtbild verlinkt (wer’s anschauen mag, sollte sich beeilen, die Filme verschwinden manchmal recht schnell von der Videobühne):

loriot_vicco

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Natürlich wäre es wunderbar, twitterte der gute Loriot, bzw. sein Schöpfer Victor von Bülow, selbst. Doch immerhin wird den jungen Menschen sein Œuvre auf diesem Weg näher gebracht. Und außerdem gibt es die begnadeten Twitterer, die lorioteske Bilder in unseren Köpfen schaffen, etwa, wenn sie von den Tücken des Alltags berichten. Echte Freunde der Komik Loriots sehen die passenden Bilder dazu vor dem geistigen Auge. Solch einen Loriot-Sketch provozierenden Tweet hat heute @lotterleben geschrieben:

lotterleben

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Twitter ist auch Philosophie

Twitter ist zu einem guten Teil auch Philosophie. In unserem Twitterbuch hatte ich die Ehre (Pflicht… Verantwortung… you name it) das Kapitel Philosophie zu betreuen. Es gibt Menschen, die reflektieren in ihren Kurzmitteilungen (meist) kritisch ihr Handeln in unterschiedlichsten Lebensbereichen. Es geht auf Twitter in der Tat immer mal wieder philosophisch zu. Und das macht neben all den anderen Funktionen des Microbloggens einen nicht unwichtigen Teil seines Reizes aus. Sowohl für die Sender als auch für die Empfänger der philosophischen Tweets.

Was suchen wir auf Twitter? Etwa die Wahrheit? Oder doch eher die Fiktion? Ist es die Suche nach Autonomie, die uns hier umtreibt, oder gar die nach dem Sinn des Lebens? Ich mag besonders Tweets, die innehalten im Strom des alltäglichen Treibens und ganz unverhofft die Frage nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns nicht nur stellen, sondern gleichsam an den Leser den Appell richten, sich diese Frage doch einmal selbst zu stellen. So fragt zum Beispiel @_die_katrin sich und uns:

diekatrin

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Abschließend noch ein Hinweis für die Freunde der Weisheit: Die philosophischen Begriffe sind oben im Text verlinkt, weil seit heute das Online-Wörterbuch der Philosophie von @utb_stuttgart frei im Netz zugänglich gemacht wurde.

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5 Jahre Twitter. Twitkrit gratuliert.

Twitter wird 5. Twitkrit gratuliert. Mit 5 Tweets:

schlenzalot

[LINK] von @schlenzalot

mos_lu

[LINK] von @mos_lu

njbh86

[LINK] von @njbh86

lreeg

[LINK] von @lreeg mit Link auf FR

stefan_niemeyer

[LINK] von @stefan_niemeyer mit Link auf TC

So wurde Twitter, damals noch vokalverschluckend Twttr genannt, heute vor 5 Jahren auf TechCrunch vorgestellt (allerdings zu jener Zeit noch in den alten TechCrunch-Tapeten):

Odeo released a new service today called Twttr, which is a sort of “group send” SMS application. Each person controls their own network of friends. When any of them send a text message to “40404,” all of his or her friends see the message via sms. This launched officially today, and a few select insiders were playing with the service at the Valleyschwag party in San Francisco last night.

Bezeichnend, und deshalb hab ich auch die beiden Tweets von @mos_lu und @njbh86 in die Reihe der 5 Geburtstagstweets mit aufgenommen, wie unterschiedlich die Dauer von 5 Jahren bewertet werden kann. Die von @lreeg (via FR-Link) angesprochenen Google+-Probleme sehe ich für Twitter so schnell nicht und den Bock abgeschossen hat wieder mal der @schlenzalot.

Herzlichen Glückwunsch, Twitter. Du bist nun Jahre alt. Du wirst jetzt bald eingeschult. Nein, liebe Social-Media-Berater, ihr seid damit nicht gemeint. Ihr könnt mit eurem Kommerz-Kindergarten bald auf Google+ weiter machen. Twitter wird das sicher gut tun.

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