Toleranz ist ein wesentlicher Wert in fortschrittlichen Gesellschaften. Mit Toleranz haben wir es geschafft nicht nur soziale Konflikte auf ein mehr oder minder managebares Maß zu reduzieren, sondern durch ständige Penetration der Gesellschaft mit Andersheit, auch ein größeres Maß an gesellschaftlicher Freiheit zu erreichen.
Mit dem Internet hat diese Entwicklung einen enromen Sprung nach vorn getan. Wir brauchen heute noch viel mehr Toleranz als je zu vor, weil das Netz heute eben viel mehr Bereiche zu Tage fördert, in denen wir inkompatibel sind. Bei dem Typen auf der Straße sehe ich nicht, was er für eine politische Einstellung hat. Wenn ich den selben Menschen in den Kommentaren bei Welt.de treffe, dann muss ich damit umgehen lernen.
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Der Mensch ist ein einfältiges Wesen. Als am 11. September die Flugzeuge in diese Hochhäuser da knallten, wirbelten alle Politiker herum, schauten sich den Tathergang an und verboten Stricknadeln, Rasiermesser und Haarshampoo zur Mitnahme in die Flugzeuge.
Wenn man an genau den einzelnen Stellen ansetzt, an dem die Terroristen einmal die Sicherheit überwinden konnten, hat man was? Genau: gefühlte Bullshitsicherheit. Weil wir eine bestimmte Situation einmal erlebt haben, glauben wir daraus die Zukunft ablesen zu können. Dass andere Terroristen andere Ideen zum Terror haben können, verdrängen wir. Wir glauben, uns darauf vorbereiten zu müssen, dass das Ereignis genau so wieder eintritt. Neue Flugzeuge im Hochhaus gilt es also zu verhindern.
Nassim Nicolas Taleb nennt das einen Black Swan. Wir Menschen sind so gebiased von unserer Erfahrung weißer Schwänen, dass wir die Existenz eines schwarzen Schwans nicht nur ausschließen, sondern an diese Möglichkeit nicht mal denken. Wir denken nicht an schwarze oder weiße Schwäne. Schwäne sind einfach große, weiße Vögel.
Was lernen wir nun daraus? Dass Ereignisse erstens anders und zweitens als man denkt eintreten. Und dass der Mensch in diesen Dingen halt einfach kein guter Entscheider ist. Und dass also das ganze Getue um sich auf ein konkret vorgestellte Zukunft vorbereiten völliger Humbug ist.
Und so ist das auch mit Hitler. Es wird kein neuer Hitler kommen. Es könnte etwas kommen, das vielleicht ähnlich schlimm ist, wie Hitler, aber eben ganz anders. Aber dieses Etwas können wir heute nicht sehen. Vor können wir dessen Anfänge nicht sehen. Denn die beginnen bekanntlich immer auf der Rückseite des Mondes, wie @gregorsedlag weiß:

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Viel haben wir schon geschrieben, über die kulturelle Relevanz der 140-Zeichenbegrenzung. So haben wir einst mit @sillium spekuliert, ob es durch Twitter ein Revival des Konjunktivs innerhalb der deutschen Sprache geben wird, weil er so zeichenökonomisch ist.
All das hat schließlich Effekte auf die Kultur. Zunächst auf Twitter, dann im Netz, schließlich im Offline-Leben, in der ganzen Welt! Wer zum Beispiel einen langen Vornamen hat, wird sich nicht nur heute ärgern, dass er auf Twitter so schwer im Tweet zu erwähnen ist, sondern vielleicht auch dereinst sein Kind “Kurt” oder “Anna” nennen.
Überhaupt ist die Frage, wie die Twitter-Zäsur in der Sprachkultur fortleben wird. Wie nachhaltig ist der Impact? @benni_b macht sich so seine Gedanken:

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Was man aber festhalten kann, ist, dass bestimmte Sprachwege durch Twitter definitiv nicht beschritten werden. Eine der betroffenen Weiterentwicklung der deutschen Sprache, deren Einführung bereits für den Herbst 2009 geplant war, dann aber aufgrund des enormen Twitterimpacts kurzfristig aufgegeben wurde, ist der sogenannte”Konjunktiv III“.
Kultursprachminister @Herr_Schinka erklärt die Gründe für den Rückzug:

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Wenn man gefragt wird, was man so beruflich tut, geht es meist darum, den anderen einzuschätzen. Welche Branche, welche Position, welche Themen. Die Berufswelt hat unseren Alltag und den unserer Mitmenschen so sehr strukturiert, dass alle anderen Merkmale neben dem Job nur als identitäre Restbestände ohne jede Aussagekraft problemlos wegignoriert werden. Klar, wenn man 9 bis 12 Stunden in seinem Beurf aktiv ist, interessiert es nur noch nebenher, ob man eigentlich ein leidenschaftlicher Hobbyornithologe wäre, welche Lieblingssendung im Fernsehen man regelmäßig verpasst, welche Freunde man vernachlässigt und welche Bücher man gerne lesen würde, wenn man abends nicht so müde wäre.
Du bist dein Job. So wird das gesehen.
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Ich bin ja bekannt dafür, dass mir eigentlich nie Rechtschreibfehler unterlaufen. Ok, das war sicher mißverständlich. Genauer gesagt, bin ich dafür bekannt, dass ich meine eigenen Rechtschreibfehler nie selber sehe, ich also fehlerfrei aus meiner eigenen Perspektive schreibe und ich sowieso zu arrogant bin, auf die anderen zu hören, die mir meine Fehler auflisten.
Aber Gottseidank haben wir Legasteniker uns ja zusammengetan und gemeinsam das Internet gegründet. Wenn erstmal alle schreiben, auch die, die das gar nicht können, so die Überlegung, wird der Rechtschreibfehler zur Norm, die und die Rechtschreibung muss sich für ihre ekelhafte Perfektion auch noch rechtfertigen. HAHA! Quasi die Postprivacyagrumentation.
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Und dann kommt @timpritlove nach vorn, will den Tweet aber nicht selber lesen. @philipbanse macht das für ihn – es ist sein erster Twitterlesungsmoment:

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