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Gastkritik von @enypsilon- Nicole Y. Männl, die als nebenberufliche Autonärrin und Vorzeigegeekgirl unter 0511web.de ihre Leidenschaften teilt. Doch manchmal haben auch Leidenschaften ihre dunkle, animalische – oft gewalttätige Seite. Nicole entschloss sich, diese bei uns zu veröffentlichen.
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Unser heutiger Gastautor ist @zlotylove. Im richtigen Leben macht er Musik und manchmal schreibt er auch darüber. Letzteres am liebsten auf dem wunderbaren Musikblog jahrgangsgeraeusche.de.
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Die Jugend ist ein seltsames Spiel. Warten eigentlich heutzutage die Kids ständig auf den Eintritt in die so glamouröse Erwachsenenwelt? Und haben sie ein Recht darauf, sich in ihrem zarten Alter schon mit „unseren“ Themen zu beschäftigen?
So dolle ist dieses Leben nämlich gar nicht. Der Hobbykeller war da schon, wie sagt ihr, cooler. Früher waren Schamhaare noch ein Indiz für den Wechsel und den Sprung ins Verderben oder der Freifahrtschein, um in Kneipen einen Deckel machen zu dürfen. Heute sieht das schon anders aus. Wer die Instyle richtig rum halten kann, betritt das neue Zeitalter in Plateau-Heels. Erfahrung wird weggedisst. Lebenserfahrung steht auf Grabsteinen.
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Unser fleißiger Gastautor @wikipeter sinniert heute für uns über das, was dieses Twitter eigentlich ausmacht. Es folgt: Eine Grundsatzrede.
Eigentlich dürfte ich ja gar nicht über dieses Thema referieren. Ich bin ja noch so jung hier, gerade erst neun Monate „dabei“. Aber:
Immer wieder (und damit meine ich sowohl immer als auch immer wieder aufs Neue) werde ich gefragt, was das denn so auf sich habe mit diesem Twittern. Mit dieser ganzen öffentlichkeitsbezogenen Selbst… ähm… kasteiung. Ich muss gestehen, dass mir dazu auch nach dreivierteljähriger Erfahrung selten eine geeignete Ausrede einfällt. Und also sprach Wikipeter:
Twitterer (Twitteratis) nehmen sich Freiheiten heraus, die im Gesellschaftsmodell des beginnenden 21. Jahrhunderts so nicht vorgegeben sind, als da wären:
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Eine hochphilosophische, einem traurigen Existentialismus verwandte und geradezu lyrische Gastkritik hat uns @wikipeter zugeschickt:
Wer sich der Fragwürdigkeit des Lebens bewusst ist und trotzdem ein Ziel anstrebt, ist ein Narr oder ein Held. Letztlich ist alles dasselbe. Verzweiflung in ihrer Ur-Natur zwingt uns Rollen auf, die wir nicht zu spielen wünschen; wir sind alle nur Statisten ohne nennenswerte Gage, die Hoffnung ist unser Vorschuss. Wir sind Künstler auf Zeit, meistens miserable, zwangsverpflichtet – und was blüht uns?
Die größten Erkenntnisse führen ins Nichts, wir stehen ärmer da, als wir angefangen haben. Armut ist also steigerungsfähig, und wir sehen uns gezwungen, an die Unendlichkeit zu glauben.

[Link]
Glaube gepaart mit Erkenntnis ist dennoch heikel. Der Intellektuelle bedarf der Lüge genau so wie jeder andere mit dem Unterschied: Er kann nicht betrogen werden. Er muss es selbst tun. Das verlangt höchste Kunstfertigkeit, man sollte diesen geistigen Handwerkern höchste Bewunderung zollen.
Und Applaus.
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Unser heutiger Gastautor Ennomane ist ein langjähriger, unglaublich guter Blogger, der aber erst durch Twitter nach langer Auszeit wieder zu seinen Worten fand. Nach allerlei Herumprobierei bloggt er zunehmend erfolgreich auf ennomane.de, einer Sitzgelegheit für Couchpotentials. Natürlich ist auch sein Twitteraccount @ennomane jederzeit follownswert, nicht nur wegen des Katzenkontents.
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Eine kleine Recherche fördert es an den Tag: Katzencontent ist ein Thema, das bei Twitkrit bisher sträflich vernachlässigt wurde. Sträflich weil – seien wir ehrlich – der Siegeszug des Web 2.0 untrennbar mit damit verwoben ist. Wo wäre z.B. Twitter heute ohne Twitpics von Samtpfoten? Als ich hier meine ersten Gehversuche machte, war es der Katzencontent, der mir massiv Follower bescherte. Kein Katzentweet (egal in welcher Sprache) ohne neue, oft wildfremde Follower aus Übersee. Kein Twitpic ohne Replies, in denen laut HOW CUTE! MARVELOUS! gerufen geschrieben wird. Wellen kommen und gehen, mal twittern wir wie bei Muttern, mal schreien wir #Zensursula! Allein das Interesse am Katzencontent scheint kaum Schwankungen unterworfen zu sein.
Über die Ursachen dieses Phänomens haben sich schon größere Geister den Kopf zerbrochen. Natürlich sind Katzen süße Fellknäuel, aber daran kann es nicht liegen, oder hat es jemand geschafft, mit Hamstern, Zwergkaninchen oder Laufenten 500.000 Follower zu gewinnen? Natürlich sind Katzen das Standard-Informatiker-Haustier überhaupt, aber auf Twitter tummeln sich längst nicht nur Nerds. Ist es die zuweilen köstliche Ironie der LOLcat-Bildchen? Auch nicht, denn der größte Teil des Katzencontent kommt ohne sarkastische Taglines aus. Vielleicht liegt es daran, dass Katzen liebenswerte Individualisten sind – genau wie die meisten Twitterer.
Leider kann ich keine neuen Antworten geben. Ich weiß es einfach nicht. Was ich aber weiß: Warum Hundecontent niemals ein vergleichbares Potenzial haben wird.

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Die wunderbare, kaffeetrinkende und literaturtheoriebesessene Miss Sophie lieferte und einen Gastbeitrag, der ein altes Subgenre der Twitkrit aufgreift und doch radikal neu interpretiert. Endlich wieder statt Tweetkritiken eine Twittererkritik. Und dann noch eine, die die Texte des Autors links liegenlässt (beinahe), und sich nur seinem Namen widmet. Grundlagensemiotik at it’s very best!
(P.S.: Ihr dürft auch Gastbeiträge einschicken! Einfach an kritiker bei twitkrit und dann ein Punkt und de mailen. Was gefällt, von guten Freunden ist oder genug Penunzen im Anhang hat, mag der Beginn einer wunderbaren Twitkritkarriere sein.)
*schlürf* … Sekunde, bitte. Bin gleich soweit. … *runterschluck*
So, jetzt. Ich musste mir diesen Twitternamen schnell noch wortwörtlich auf der Zunge zergehen lassen: @5Kaffeespaeter
Als gestandenem Koffeinjunkie und gleichzeitiger Literaturwissenschaftlerin bereitet mir der Name sowohl gustorischen als auch intellektuellen Hochgenuss.
“Wat? Wat willse denn jetze? Intellektueller Hochjenuss? Wat is an dieser schwarzen Plörre denn bitte intellektuell?” “Jahaa, uffjepasst und druff jelauscht!”
@5Kaffeespaeter ist nämlich ein heißer Kandidat für die kürzeste Erzählung ever.
Was macht eine Erzählung zu einer Erzählung? Irgendwer macht irgendwas und da quatscht einer drüber? Den Typen in der Geschichte passiert was und dann ist nachher alles anders als vorher? Ja, so in etwa.
Da ist also dieser Irgendwer und da ist irgendwas mit diesen 5 Kaffee. Aber was war vorher? Und was kommt jetzt? Und sowieso und überhaupt: Was ist dazwischen passiert? Oder auch nicht passiert, denn wenn jemand ganze 5 Tassen Kaffee trinken muss, dann ist da was – ihr ahnt es – da ist was im Argen.
Das verschleierte Hirn, dessen Vorhang heute unter keinen Umständen mit den üblichen 3 Kaffee zum Öffnen bewegt werden kann. Vielleicht auch das Design, das heute Nacht noch fertig werden muss. Das Treffen mit der Freundin, die einem die Trennung von der ach so großen Liebe offenbart. Oder doch ein ganz normaler Arbeitstag, klassisch from 9 to 5. Was soll man in seinem Büro schon machen außer Kaffee Kaffee Kaffee … Und was war vorher?
Durchzechte Nacht. Die Arbeit mal wieder bis auf den letzten Drücker vorgeschoben. Statt dem Kundenauftrag das nächste große Ding programmiert … Und danach?
Schlafen. Nach 5 Kaffee ist das wohl nur bei koffeinresistenten Zeitgenossen oder eben Junkies wahrscheinlich.
Wie ein Flummi durch die Gegend hopsen. Schon eher. Des Nächtens wach im Bett liegen und über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit sinnieren …
Da steckt ne ganze Menge drin, in dieser Erzählung “5kaffeespaeter”. Da kann man als Leser schon genüsslich seine Gedanken schweifen lassen. Vielleicht ist da ja auch gar nichts im Argen. Nein, kein Drama, keine Hektik, keine großen Gefühle. Bei mir zum Beispiel…

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