Twitkrit

Hanns Guck in die Luft – Reloaded

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Der Struwwelpeter: Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft, Wikipedia

So war er, der Hans. Guckte in die Luft und stürzte allenthalben. Oder wie 1845 Heinrich Hoffmann im Struwwelpeter schrieb: «Vor die eignen Füße dicht, Ja, da sah der Bursche nicht,…». Da sich in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten die Gefahren für den modernen Hanns beträchtlich erhöht haben, bedarf die Aufmerksamkeitsdefizitstörung zu Beginn des 21. Jahrhunderts einer Neuinterpretation. Heutzutage haben wir es mit Sturzgefährdeten zu tun, die gebannt in ihre mobilen Endgeräte glotzen. «Immer’s Handy vorm Gesicht, Ja, da sah der Bursche nicht, …». Etwas zeitgemäßer hat es @dunkeltron – stilecht via Twitter for Android – auf den Punkt gebracht:

dunkeltron

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Perfektion und Geschmack

Es gibt Dinge, die sind gut. Es gibt Dinge, die sind schlecht.

Dann gibt es Dinge, die sind im Prinzip gut, sind aber schlecht gemacht.

Und dann gibt es Dinge, bei denen es egal ist, ob sie schlecht gemacht sind, weil sie trotzdem gut sind. Und vica versa.

Und dann gibt es noch Dinge, die nur perfekt gut genug sind, um nicht schlecht zu sein.

Wie Modetwitterer @Euphoriefetzen weiß:

Bildschirmfoto 2011-09-07 um 14.52.11
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Quote, Pathos und Filtersouveränität

Die heutige Twitkrit ist nur oberflächlich betrachtet an der Quote orientiert und pathetisch. Also nicht gleich weg klicken, sollten Euch die Tweets nicht zusagen. Danke, Ihr lest also offenbar weiter. Los geht’s:

Kommen wir zur Quote: herz_vs_kopf hat gestern einen Tweet geschrieben, der in weniger als einem Tag mehr als 100 mal geretweetet wurde. Kommt also sehr gut an der Tweet. Was so erfolgreich ist, kann nicht ganz schlecht sein. Ist es auch nicht:

herz-vs-kopf

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Was für Kinder gilt, darf getrost auch auf Erwachsene angewendet werden (und ist sicher auch so gedacht). Ich finde auch, dass Facebook-Nutzer mehr so am Rechner sitzen und weniger von unterwegs aus facebooken (obwohl das ja dank entsprechender Apps durchaus möglich wäre). Der mobil geteilte Content wird eher getwittert. Wenn die Voraussagen stimmen, dass bereits 2015 mehr Anwender mobil als stationär am Desktop ins Netz gehen werden, dann dürfte Twitter ja immer mehr Menschen gegen die Pfosten laufen lassen. Wir werden es sehen.

Nun zum Pathos-Tweet. Obwohl, so pathetisch ist der gar nicht, ich finde ihn einfach nur schön. Geschrieben von @serotonic:

serotonic

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Schön ist ja ein weiter Begriff, der von jedem einzelnen Menschen ganz subjektiv interpretiert wird. Schön ist – und das ist Konsens – positiv besetzt, aber wie gesagt individuell interpretierbar. Ich kann zum Beispiel etwas sehr schön finden, weil es mich interessiert. Lesen wir also «schön» als «interessant», steht da: «Das Internet ist interessant, weil Ihr interessant seid.». Dieser Tweet verdeutlicht somit recht gut, dass wir uns dank Filtersouveränität weitgehend unser eigenes Netz zusammenbauen. Die Sozialen Netze sind das beste Beispiel dafür. Das Internet ist, wenn wir so wollen, schön, weil wir unsere Filter auf schön geschaltet haben. Wenn wir es nicht nur schön haben wollen, nehmen wir in unsere Filter auch das Hässliche, das Unbequeme, das Störende mit auf und finden auch das schön. Versteht Ihr, was ich sagen will? Ja? Schön!

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