Twitkrit

Katzen

Katzen sind ein Dauerbrenner auf Twitter. Ein Thema, um das wir auch auf Twitkrit nicht ‘rum kommen (wollen). Vor Jahren hatten wir schon über LOL, Katzen geschrieben und fachliche Einblicke im Gastartikel von Internetkatzenexperte Svensonsan erhalten. Katzen sind im Web und auf Twitter aktueller denn je. Leute machen Katzenscannerbilder (Got a cat? Got a scanner?) und veröffentlichen Katzentweets am laufenden Twitterband. Eine kleine Auffrischung mit Tweets von @Regendelfin und @fragmente:

regendelfin

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fragmente1

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fragmente2

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Witze über den Tod auf Twitter

Es war eine Lawine, nein, zwei, nein, drei. Erst die Newsmeldungen, die einer, zwei, alle retweteten. Dann die Trauerbekundungen. “Danke”, “wird fehlen”, “eine großer” bekam man überall zu lesen. Dazu kamen die Zitate. Alle, wirklich alle zitierwürdigen Passagen aus seinem Werk wurden in Tweets verpackt, “Ente in Badewanne”, “Sitzkreis”, “Lametta”, immer wieder, überall, alles mehrfach. Einige beschränkten sich darauf, Sketche auf Youtube zu verlinken. Einige Stunden ging das so. Deutschlands Twitterer kannten gestern kein anderes Thema als den Tod von Loriot.

Und auch wenn das nach einiger Zeit ziemlich auf die Nerven ging, hatte das alles seine Berechtigung. Die Leute waren berührt und jeder trauerte auf seine Art. Es gibt nur wenige, die von allen geliebt werden und zwar zurecht. Loriot ist – nicht nur in diesem Punkt – eine extreme Ausnahme.

Das Einzige, was wirklich schlimm war, waren die schlechten Gags. Nicht, dass man über den Tod keine Witze machen sollte, das soll man schon. Aber wenn einer wie Loriot stirbt, dann bitte nur gute!

Einen, habe ich gezählt. Einen einzigen guten. Von @diktator:

Bildschirmfoto 2011-08-24 um 12.10.26
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Rauf & runter: Werte auf Twitter und an Börsen

An den internationalen Börsen geht es in diesen Tagen eher nach unten. Die Berichterstattung wird von Begriffen wie Angst, Entsetzen und – immer wieder gerne genommen – Panik bestimmt. Psychologisch wichtige Marken, einst von Menschen gesetzt, werden nun von Computern gnadenlos umgesetzt, den Trend dadurch natürlich nur noch verstärkend. Ein sich rasant nach unten windender Teufelskreis der Finanzpsychologie. Für das deutsche Parkett hat @nicobruenjes vergangene Woche die Entwicklung auf den Punkt gebracht:

nicobruenjes

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Auf Twitter hingegen werden eher Werte geschaffen als vernichtet. Sorgsam gepflegte Twitteraccounts steigen in der Regel kontinuierlich im Wert. Sie versorgen ihre Leserschaft mit interessanten Botschaften, guten Links oder sonstigem, was das Herz der Follower erfreut und verzeichnen so steigende Abonnentenzahlen. Natürlich lässt sich der Wert eines Twitterers nicht bloß an schnöden Followerzahlen ablesen, doch auch hier stellen wir psychologisch wichtige Marken fest. Ist es doch – auch wenn viele das als bedeutungslos bezeichnen – ein Unterschied, ob unsere Tweets von 50, 100, 1.000 oder gar 10.000 und mehr Leuten gelesen werden. Angesichts von mit der Zeit heranwachsenden erfolgreichen Twitteraccounts fragt @openmedi nicht ganz zu Unrecht:

openmedi

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Supermarkt

Viel zu früh und immer wieder stehe ich im Supermarkt. Eigentlich bin ich gekommen, um mich zu beschweren. Dann denke ich jedoch, du darfst nicht vergessen zu essen. Also kaufe ich ein für ein Pizzaessen mit Mark E. Smith und Geheimrat Oldenburg für den Apfelkuchen – zwei Mal zweite Wahl natürlich. Später am Abend wird es aber vermutlich nur wieder Fernsehen mit Deiner Schwester.

Ich stehe in der langen Warteschlange an der Kasse und bin ganz schön bedient. Es ist egal, aber so möcht ich’s doch nicht haben.

Twitter    HilliKnixibix  Der Supermarkt DJ scheint ...

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Der Soundtrack ist gut, doch die Welt noch nicht bereit. Wahr ist, was wahr ist.

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Too Much Information

Eine Frage, sich sich der gemeine Twitterer immer wieder stellt, ist: Wo beginnt too much information? Ich, als Frei-Schnauzetwitterer, habe das schon oft an den Kopf geworfen bekommen, zum Beispiel als ich vom Geruch meines Urins nach einem Spargelmahl twitterte, der in seinem Aroma … lassen wir das.

Gerade gestern kam ich wieder in so eine Verlegenheit, darüber nachzudenken, was geht und was nicht. Ich hatte die Google Bildersuche, die man jetzt auch mit einer URL zu einem Bild als Suchanfrage bestücken kann, ausprobiert. Und zwar mit meinem Twitterprofilbild. Ich wollte schauen, wie weit da die Gesichtserkennung andere Bilder von mir findet, aber unter “optisch ähnliche bilder” warteten andere Überraschungen: Nämlich der ein oder andere Blowjob.

Blowjobs, die aussehen wie ich? GEIL! Gerade wollte ich anfangen, ein Meme daraus zu basteln: #blowjobslookalike – du twitterst ein Blowjobbild, von dem Google meint, dass es aussieht wie dein Gesicht. Der Tweet war bereits fertig, inklusive einem Link zum entsprechenden Bild, da überfielen mich Zweifel. Schnell brachte ich noch ein #nsfw an. Aber auch das löste die Hemmung nicht. Also ließ ich es.

Nun bin ich ein freiheitliebender Mensch, besonders was meine Redefreiheit angeht, und es ist ein blödes Gefühl, etwas nicht zu sagen oder zu twittern, um andere nicht damit zu belästigen. Aus diesem Grund habe ich damals eigentlich die “Filtersouveränität” erfunden. Sie ist meine in der Filterfähigkeit des Anderen realisierte, absolute Redefreieheit, und so antwortete ich unlängst auf Formspring auf die Frage, wo “too much information” anfängt folgerichtig mit: dort, wo follow aufhört.

Aber natürlich ist es schwierig, das Filtern. Selbst auf Twitter. Wenn ich jahrelang immer anständigen Kram getwittert habe und auf einmal mit Penisbildern komme, dann hilft kein Filter gegen dieses Ereignis. Der Abonnent muss schließlich wissen, auf was er sich einlässt.

Und da kommt mir wieder die Idee der “Cannels statt Circles” in den Kopf. Wenn ich jetzt einen eigenen Channel für “Not Safe For Work” eröffnete und bediente, würde jeder wissen, was ihn dort erwartet. Die Idee ist jetzt übrigens bereits umgesetzt, auf ne Art. Und zwar in Subjot. Da hab ich ihn einfach mal realisiert, meinen #nsfw-Channel.

So ist das nämlich. Es braucht nur feiner granulierte Filterung auf Twitter. Überhaupt, sollte man alles ganz genau einstellen können, damit sich die Filtersouveränität des Anderen um so speziefischer entfalten kann. Und zwar als Channel, als abonnierbaren Content, nicht als Privacyeinstelltung des Senders. Sonst passiert das hier:

Bildschirmfoto 2011-08-17 um 11.12.22
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PS: Ich wünsche Subjot gutes Gelingen und ein schöneres Interface!

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Von Nachrichten und Menschlichem

Wir zeigen hier auf Twitkrit nicht bloß einzelne Tweets, die wir für besonders gelungen halten, sondern werfen – sozusagen auf der Metaebene – durch Tweetvorstellung immer wieder gerne einen Blick auf die Frage: Was machen wir alle hier auf Twitter eigentlich? Warum verfassen wir Nachrichten in maximal 140 Zeichen und weshalb lesen wir sie – größtenteils – so gern. Letzteres soll heute anhand von zwei Tweets verdeutlicht werden:

Da haben wir Twitter als Nachrichtenersatz. Darin mag vielleicht nicht der Hauptgrund liegen auf Twitter unterwegs zu sein, doch Meldungen herkömmlicher Medien entlocken dem gemeinen Twitterer häufig nur noch den Kommentar: «Ach, die bringen das erst jetzt?». Ein gutes Twitter-Netzwerk ist womöglich noch kein Ersatz für die “alten” Medien, doch @Judetta spricht vielen von uns aus dem Herzen, wenn sie schreibt:

judetta

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Allen an Literatur Interessierten dürfte der folgende Tweet von @gallenbitter gefallen. Wenn ihr eure eigene Twitterrezeption mal kritisch hinterfragt, dürftet ihr im Vergleich von Timeline- und Roman-Lesen auf eine ähnliche Einschätzung kommen. Vorausgesetzt, die Auswahl der Twitterer, denen ihr folgt, gibt das her. Mir geht es jedenfalls wie @gallenbitter. So mancher Twitterer kommt mir – vielleicht auch deshalb, weil ich ihn nicht im realen Leben kenne, weil er also nur als virtuelle Figur einen Platz in meinem Bewusstsein einnimmt – so nah. Näher als so manche Romanfigur im besten Falle:

gallenbitter5

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