Irgendwie wissen wir ab einem Punkt in unserem Leben, dass wir unsere besten Tage gesehen haben. Oder zumindest bald sehen werden. Bislang hatte man immer das Gefühl die Spitze der Bewegung zu sein, den gerechten Kampf gegen die Widerstände der altgedienten Strukturen zu kämpfen, das Neue zu repräsentieren und sich dabei beweisen zu müssen.
Und auf einmal ist es andersrum. Man hatte gar nicht gemerkt, dass man angekommen war, man jetzt selbst auch irgendwie da oben sitzt, während von unten die Jüngeren anfangen gegenzudrücken, anzukämpfen, mit Ideen und Konzepten, die man nicht mehr versteht, oder zumindest nicht mag.
Dann ist es so weit. Dann beginnt der Verteidigungskampf.
Vieles deutet darauf hin, dass die Menschheit das nun als Ganzes jetzt gerade erlebt. Und zwar gegen die Maschinen, die Algorithmen, die immer mehr Bereiche unseres zutiefst menschlichen Seins, zu ersetzen drohen. Der Mensch, das Auslaufmodell?
Vielleicht. Doch während jetzt die Humanisten mobil machen, gegen den Feind aus unseren Fabriken, sollte man diese andere Gefahr auch nicht außer Acht lassen. Gut, dass @Afelia uns daran erinnert, wer der wirkliche Feind ist!

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Berlin ist so cool, so sexy, so aufregend etc. Schließlich gibt es dort die geilsten Clubs, den heißesten Latte macchiato und die aufregendsten Projekte etc. Zuweilen nervt es aber auch gewaltig (hier kann man es hören, dort kann man es lesen).
Auch @carhartl ist die zunehmende urbane Uniformität nicht entgangen:

Aber wer etwas genauer hinsieht, wird feststellen, dass Berlin mehr zu bieten hat als manikürte Agentur-Mütter, die tagsüber Espressovariationen aus großen Gläsern trinken und abends in ihren SUVs zu Vernissagen gondeln, um dort Prosecco aus langstieligen Gläsern zu schlürfen. Dafür müsste man allerdings die Bereitschaft mitbringen, die Ortsteile Prenzlauer Berg und Mitte zu verlassen.
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“Wie schön wäre Wien ohne Wiener?”, frug einst unser misanthropischer Lieblingsösterreicher Georg Kreisler. Aber das war in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals gab es noch kein Twitter. Noch nicht einmal Internet. Nur Rechenschieber, Magnetbänder und Lochkarten und dergleichen.
Mehr als drei Jahrzehnte dauerte es, bis @habichthorn diesen wunderbaren Gedanken weiterdachte:

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Man könnte das jetzt alles ganz leicht als Satire abtun. – Aber Georg Kreisler meint es ernst, @habichthorn meint es ernst und wir meinen es natürlich auch ernst.
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Diese Menschen, was soll man immerzu mit ihnen reden? Am besten über das Wetter, darauf kann man sich schnell einigen, während man auf verregneten Sommerfesten steht. In der linken Hand ein Gläschen Prosecco, in der rechten Hand der kleine Teller mit den Schnitten darauf. Schon wieder vermisst man die dritte Hand, um einen Regenschirm aufzuspannen, weil es doch hierzulande im Sommer immerzu vom Himmel schüttet. Und so steht man da, auf diesem Sommerfest, mit Prosecco und Schnittchen und Menschen, mit denen man gar nicht reden will. Insgeheim wünscht man sich schon lange, dass alles bald vorbei gehen möge.
Das tut auch @gallenbitter:
[Link]
Aber auch hinsichtlich des erhofften Weltunterganges werden wir immerzu enttäuscht und auch im nächsten Jahr werden wir uns dann voraussichtlich bei Prosecco und Schnittchen auf Sommerfesten mit Menschen über das Wetter unterhalten müssen. Schlimm, das.
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Twitter wird 5. Twitkrit gratuliert. Mit 5 Tweets:

[LINK] von @schlenzalot

[LINK] von @mos_lu

[LINK] von @njbh86

[LINK] von @lreeg mit Link auf FR

[LINK] von @stefan_niemeyer mit Link auf TC
So wurde Twitter, damals noch vokalverschluckend Twttr genannt, heute vor 5 Jahren auf TechCrunch vorgestellt (allerdings zu jener Zeit noch in den alten TechCrunch-Tapeten):
Odeo released a new service today called Twttr, which is a sort of “group send” SMS application. Each person controls their own network of friends. When any of them send a text message to “40404,” all of his or her friends see the message via sms. This launched officially today, and a few select insiders were playing with the service at the Valleyschwag party in San Francisco last night.
Bezeichnend, und deshalb hab ich auch die beiden Tweets von @mos_lu und @njbh86 in die Reihe der 5 Geburtstagstweets mit aufgenommen, wie unterschiedlich die Dauer von 5 Jahren bewertet werden kann. Die von @lreeg (via FR-Link) angesprochenen Google+-Probleme sehe ich für Twitter so schnell nicht und den Bock abgeschossen hat wieder mal der @schlenzalot.
Herzlichen Glückwunsch, Twitter. Du bist nun Jahre alt. Du wirst jetzt bald eingeschult. Nein, liebe Social-Media-Berater, ihr seid damit nicht gemeint. Ihr könnt mit eurem Kommerz-Kindergarten bald auf Google+ weiter machen. Twitter wird das sicher gut tun.
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