Twitkrit

Könnte jederzeit aufhören

Rauchen ist eine Sucht. Süchtige erkennt man meist daran, dass sie – entgegen der Wirklichkeit – die Sucht negieren und behaupten, sie könnten jederzeit damit aufhören. Soviel zum Thema Rauchen, das leicht übertragbar ist auf andere Süchte. Doch wie ist das mit dem Passivrauchen? Das ist ja schließlich keine Sucht. Obwohl jeder weiß, was man unter Passivrauchen versteht, möchte ich die Definition aus der Wikipedia zitieren, damit die werte Leserschaft die Analogie zum gleich vorgestellten Tweet besser nachvollziehen kann:

Passivrauchen ist die Inhalation von Tabakrauch aus der Raumluft. Sowohl Tierexperimente als auch epidemiologische Studien geben Hinweise darauf, dass Passivrauchen, wenn auch in geringerem Maße als Aktivrauchen, ein Gesundheitsrisiko darstellt. Das gilt insbesondere für solche Passivraucher, die dauerhaft dem Schadstoff ausgesetzt sind. Da an bestimmten Orten kein Schutz gegen das Einatmen von Tabakrauch möglich ist, steht es stark in der öffentlichen Diskussion. Die ungewollte Aufnahme des Rauchs wird von Nichtrauchern häufig als störend empfunden und als Belästigung angesehen.

So ist das also. Rauchen ist eine Sucht. Wer sie aktiv betreibt, weiß, was er macht. Wer passiv unter den Gesundheitsschädigungen dieser Sucht leidet, hat nur die Alternative dies billigend in Kauf zu nehmen, oder sich zu entfernen. Das Ganze wird von @gallenbitter aufs Twittern übertragen, und sieht dann so aus. Viel Spaß beim Analogien-Ziehen, aber jeder bitte nur einen kurzen Analogie-)Zug:

gallenbitter3

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Ich bin ja Nichtraucher. Und mit dem Twittern könnte ich jederzeit aufhören. Warum ich es nicht tue? Weil ich es kann.

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Heute keine Vorstellung

Wir lieben Twitter. Deswegen sind wir hier, deswegen schreiben wir fast jeden Tag in dieses Blog. Aber manchmal ist es nicht leicht mit der Liebe. Seit Tagen nichts als Witzchen über koksende Versicherungsvertreter und durchfallverursachendes Gemüse. Manchmal hat man es so satt. Aber eine wirklich wahre Liebe übersteht das schon.

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Der Tweet – der Duden – das Blog

Die Debatte, ob man sich wegen der Wahl des falschen bestimmten Artikels für das Substantiv Blog noch ärgern soll (ihr wisst schon: Anfänger wählen statt der korrekten Formulierung “das Blog” all zu häufig “der Blog”), soll hier gar nicht aufgemacht werden.

Viele haben sowieso resigniert und meinen der falsche Artikel sei gar nicht mehr aufzuhalten. Andere, mit noch weniger Respekt für die Sprache, erdreisten sich sogar auf den Duden hinzuweisen und entgegen gerne: “Aber im Duden steht doch, dass beides korrekt ist!”. Ich schlage dann immer mit dem Kopf auf den Tisch auf (und ja, es tut jedes Mal verdammt weh). Früher habe ich bei der Gelegenheit immer auf einen wunderbaren Tweet von Steffen Büffel hingewiesen, den ich gerade nicht mehr zur Hand habe. [Pause – der Autor zieht sich zu einer kurzen Webrecherche zurück - Ende der Pause.] Habe den in der Twitterzeitrechnung uralten Tweet von @mediaocean aus dem Monat Dezember 2008 wieder gefunden.

Seit heute habe ich – gemeinsam mit den mehr als Hundert Retweetenden – einen neuen Lieblingstweet zur Verteidigung von “das Blog”, der das absurde Duden-Argument der falschen Artikel-Verwender so wunderbar vorführt:

sixtus

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@sixtus, wir danken Dir.

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Was wir eigentlich so machen

Die Komplexität in der Welt nimmt zu. Schon lange können wir unseren Eltern nicht mehr erklären, was wir den ganzen Tag in unseren Homeoffices treiben und Robert Lembkes Schweinerl verhungerten heutzutage. Selbst die Schlagfertigsten unter uns ringen bei der Frage “Was machen Sie beruflich?” nach Worten.

Umso mehr freuen wir uns, wenn jemand in der Lage ist, eine so klare Antwort zu geben wie @der_handwerk:

screen-capture

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Es ist beruhigend zu sehen, dass nicht alle irgendwas mit Medien, Internet oder beidem machen, sondern dass es auch noch ehrliche Arbeit gibt, unter der sich jeder etwas vorstellen kann.

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Toleranz ist das Stichwort

Was haben Wortspiele und der ESC gemeinsam? Beide werden auf Twitter entweder gemocht oder abgelehnt. Es gibt wenig Gleichgültigkeit gegenüber dem Spiel mit Worten oder dem Europäischen Sangesstreit. Die Ablehnung des letzteren überwiegt, zumindest gefühlt, ich habe keine statistischen Erhebungen gemacht. Diesen «Ich bin so genervt von …»- oder «Pah, ich hab eure Hashtags … gefiltert»-Twitterern müsste mal jemand sagen, wie sehr ihre dusseligen Beschwerde-Tweets erst nerven. Doch wenn man das twittert, also dass die Beschwerdetweets nerven, läuft man selbst wieder Gefahr zu nerven. Schwieriges Thema, aber ihr wisst sicher, was ich meine.

Dabei ist die Lösung so einfach: Toleranz ist das Stichwort. Und wenn einem die Timeline auf Dauer von jemandem zu sehr mit – aus subjektiver Sicht – Nervigem zugemüllt wird, einfach entfolgen. Still und konsequent, aber ohne Gepolter. Zurück zum Ausgang: Um Wortspiele und den ESC soll es hier gehen. Ich mag ja beides, daher gibt es heute einen schönen Wortspiel- und einen nicht unkritischen ESC-Tweet:

@Worthort hortet die Worte zu unserem Wohlgefallen. Das ein oder andere lässt er dann in die Timeline derer los, die ihm folgen:

worthort

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Die wunderbare @Mellcolm weiß nicht nur die nationalen und internationalen Fußballspiele zu kommentieren wie keine andere, nein auch den ESC begleitet sie gewohnt souverän und mit kritischem Blick:

mellcolm

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Gehet hin in Frieden und bleibet morgen Abend gelassen, wenn sich die #ESC-Tweets en masse in eure Timelines schieben. Tol(l)eranz ist toll. Ich hoffe, ihr wurdet alle – um ein Wort aus dem Wortspieltweet zu übernehmen – überzeugt.

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Der Identitätsreichtum des @hoch21

Wenn man gefragt wird, was man so beruflich tut, geht es meist darum, den anderen einzuschätzen. Welche Branche, welche Position, welche Themen. Die Berufswelt hat unseren Alltag und den unserer Mitmenschen so sehr strukturiert, dass alle anderen Merkmale neben dem Job nur als identitäre Restbestände ohne jede Aussagekraft problemlos wegignoriert werden. Klar, wenn man 9 bis 12 Stunden in seinem Beurf aktiv ist, interessiert es nur noch nebenher, ob man eigentlich ein leidenschaftlicher Hobbyornithologe wäre, welche Lieblingssendung im Fernsehen man regelmäßig verpasst, welche Freunde man vernachlässigt und welche Bücher man gerne lesen würde, wenn man abends nicht so müde wäre.

Du bist dein Job. So wird das gesehen.

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