Wenn wir über Politik reden, wird es ja oft sehr aufbrausend. Da hat man halt ne eindeutige Meinung zu. Und wer anderer Meinung ist, ist sowieso bezahlter Lobbyist oder Hitler.

Sascha Lobo hat unlängst festgestellt, dass die erfolgreichen Kampagnen hier – nicht nur aber vor allem hier im Netz – welche sind, die sich irgendwogegen richten. Klar, das nimmt die Leute mit oder holt sie ab, da kann man sich einigen, das hat Biss, weil auch einen klaren Feind. Zum beispiel Hitler, Lobbyisten und all die anderen, die anderer Meinung sind.

Aber das ist natürlich zu kurz gegriffen. In Wirklichkeit steckt hinter dem aggressiven Dagegensein auch immer eine versteckte Utopie. Ich glaube, es hegen viel mehr Menschen eine Utopie, als sie nach außen hin zugeben. Vielleicht ist es einfach gerade nicht opportun seine Utopie herauszukehren. Wer für etwas ist, macht sich schnell angreifbar, vor allem macht er die Utopie angreifbar. Das zarte Utopiepflänzchen droht in so einem politischen Streit schnell brutal zertreten zu werden. Von Hitler zum Beispiel!

Deswegen behalten wir sie für uns, unsere Utopie. Wir hegen sie ein, in unsere verschwiegene, zarte Seele – für den Fall der Fälle. Zu Hause in der Einsamkeit ziehen wir – klammheimlich – die Kraft aus ihr. Auch die Kraft für den politischen Kampf. Den Kampf gegen die falschen Utopien, natürlich. Und gegen die Lobbyisten! Und gegen Hi … ihr wisst schon.

Und nur ganz selten mal – im Traum – erscheint sie uns. Aber dann wachen wir auf – in der schnöden Realität. So wie @peterbreuer:

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Also ich finde: