Manchmal muss man auch einfach mal wieder über Twitter sprechen. Ja, auch hier!

Es geht um eine gewisse Intimität, die Twitter erzeugt. Die Twitterintimität – auch Followerintimität genannt – ist ein extrem paradoxes Phänomen. Und doch kennen wir es alle. Nirgends finden wir es so schön dargestellt, wie bei @i_need_coffee:

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Dass wir Dinge mit unseren Followern teilen, die wir sonst vielleicht gar nicht teilen würden, kennen vielleicht einige von euch. Dieser Aspekt des Intimgefühls bringt einiges ziemlich durcheinander, was vorher klar definiert war: Die Privatsphäre als konzentrische Kreise.

Dort die Familie (innerer Kreis), dort die Freunde (weiterer Kreis), dort die sonstigen Bekannten (äußerer Kreis) und der Rest ist Öffentlichkeit – zu der man durchaus erstmal die Follower zählen würde. Je nach Intimität einer Information wird diese also bestimmte Kreise überschreiten oder nicht. Aber dass man eine Information ausschließlich der Öffentlichkeit übergibt, ist irgendwie widersinnig.

Und doch war es ein komischer Moment, als meine Mutter mein Blog entdeckte. Finde ich es nach wie vor merkwürdig von alten Freunden auf Tweets angesprochen zu werden. Ich fühl mich bei sowas immer entlarvt. Als ob mein öffentliches Ich irgendwie intim wäre.

Auf Twitter ist man anders. Keine Ahnung, ob echter oder authentischer. Wohl eher das Gegenteil. Man ist aber etwas neues. Ein neues Ich, das aber irgendwie selbstbestimmter ist. Gerade, weil es nicht die Freunde, Familie und Bekannten sind, die man dort mit Informationen bedient, kann man sich ausleben. Anders, als es das eigentliche soziale Umfeld zulassen würde.

Auf Twitter begegnen sich also diese freigelassenen Egos, während sich andere zusammen mit ihren Freunden auf Facebook einsperren. Das wird natürlich schnell etwas muffig.

Diesen Unterschied bringt wiederum @Golf_Wolf auf den Punkt:

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

bunki (alias bunkinho)

Nun ja, es kann nicht alles neu erfunden werden. Und oft liegen die Gednaken halt so nahe, dass sie unabänhig an verschiedenen Orten und Köpfen entstehen könne. Das muss nicht unbedingt ein Plagiatsversuch sein. Ich finde es auf jeden Fall weniger sträflich als die reine Übersetzung us-amerikanischer Tweets.

Gepostet von bunki (alias bunkinho) am 08. Dezember 2010 um 12:49.
BLOMALI

Wo soll ich unterschreiben?

Allerdings: Ich habe im Internet mittlerweile nur noch ein öffentliches Ich. Ein richtig ganz doll privates gibt es nur im Real Life.

Manchmal habe ich mir schon ein wirklich privates Twitter-Profil gewünscht. Eines, das kein Kunde, kein Kollege, kein Freund mitlesen bzw. auf mich beziehen kann. Diese zwei, drei „verbotenen“ Tweets im Monat schlucke ich dann einfach runter. Man muss ja auch nicht immer alles sagen müssen.

Gepostet von BLOMALI am 08. Dezember 2010 um 14:45.
Twitteria

Der zweite Tweet ist geklaut. Macht ja aber auch nichts, ist ja bloß Twitkrit :/. Ein bisschen besser recherchieren könntet ihr schon

Gepostet von Twitteria am 08. Dezember 2010 um 18:45.