Die Mogelpackung
Ich bin immer froh, wenn es genug Strohhälme gibt, an denen ich mich festhalten kann. Wenn ich also nachts so dasitze und zwecks Nachtarbeit in oder auf mein Macbook starre, dann erfreue mich der Anwesenheit von Schlenzi und der pinken Nachteule, sowie dem @Mogelpony. Das Mogelpony ist einer, den ich gerne mal im Stijlroyal Magazin gesehen hätte. Drum frug ich ihn an. Er wollte sich Anfang August melden (ℌℯ℧ℒƙℜÅℳℙf). Doch die Trauer währte nur kurz und dann vernahm ich vor einigen Tagen dies hier:
So ist das also. Wenn der Balkon schon Festplattengeräusche macht, dann kann es nicht mehr lange dauern. Das Knicken und Knacken, Zirren und Piepen sagt nichts Gutes. Der Balkon ist dabei, seine Fassung zu verlieren, und nun bröckelt der schimmlige Putz schon seit längeren auf den Grill des unten wohnenden Nachbarn, der sich schon seit geraumer Zeit fragt, warum er nur all diese Gefühle im Ranzen verspürt. Warum er nicht fröhlich ist, warum seine Frau weggelaufen ist. Sie konnte es nicht mehr ertragen, all diese schwarzen Placken auf Teppich und Gemüt. Wozu lebt man denn?! Und der Rost, der sich von den Verzierungen löst und den Kindern in die Augen weht. Dieses Heulen und Jammern und all die Larmoyanz im Haus, weil der Nachbar die Klaviere nicht mehr tragen kann vor lauter Schimmel auf der Bratwurst.
Man hätte also auf die Festplattengeräusche des Balkons hören sollen. Man hätte reagieren müssen. Den Balkon mal im Balkongeschäft abgeben und mal alles durchchecken, das hätte man machen müssen. Doch nun ist es zu spät, denn der Tag wird kommen, da tritt das Mogelpony (“Ich melde mich Anfang August.”) mit einem mit bitterer Orangenmarmelade bestrichenen Croissant auf den Balkon und hat sich in den Schnak verknallt, der unter ihm in der Verzierung wohnte. Alles ging Ratzfatzomat und nun wohnen sie beide in Callosa d’En Sarrià, einem kleinen Dörfchen in Spanien, wo es keinen Rost, noch Schimmel gibt und sie führen ein fröhliche… “Entschuldigung, was schreiben Sie denn da für ein Unsinn?” “Äh…”

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