Im Zuge der Veröffentlichung des Twitterbuches tauchten sie allenthalben auf: Plagiate. Tweets, die von dem einen getwittert wurden, auf die der andere einen Anspruch erhob, ihn als erstes getwittert zu haben. Wir sammeln diese Dinge immer noch.

Nun ist es so, dass selbst wir – die wir nun wirklich gottgleich von oben das gesamte Twittergeschehen mit an Allwissenheit grenzender Beobachtungsgabe verfolgen – nicht alles sehen können. Und sind wir nach wie vor dankbar für jeden Hinweis. Bitte reportet an kritiker@twitkrit.de wenn ihr sowas habt.

Es ist auch nicht das erste mal, dass wir (auch hier) darüber gestolpert sind und dann gibt es ja noch das recht erfolgreiche Plagiat im großen Stil als Twitterer und überhaupt scheint es auf Twitter da wenig Hemmungen zu geben, so dass man manchmal von seinen eigenen Followings – ich sag mal: überrascht ist.

Im Zuge der Überlegungen zum Twitterbuch tauchte natürlich die Frage auf. Nein, es sieht nicht so aus, als seien Tweets urheberrechtlich geschützt (Es gibt noch kein Urteil, aber soviel ich weiß, schätzen die Juristen die Schöpfungshöhe der Tweets als zu gering ein (Warum eigentlich? (Und was qualifiziert Juristen überhaupt dazu sowas pauschal einschätzen zu können/dürfen?))) . Aber machen wir uns nichts vor: es wäre schlimm, wenn Tweets ein Urheberrecht hätten. Jeder Retweet müsste genehmigt werden, jede Twitkrit wäre anzumelden. In einer Welt von urheberrechtlich geschützten Tweets möchte keiner von uns twittern.

Und dennoch ist da ein Stich, ein Schmerz und ein Ärger, wenn jemand Ruhm, Ehre, Retweets und Favs einkassiert, für einen Tweet, den er selber nicht erdachte und dabei auch keine Credits gibt. Warum ärgert uns das? Wird uns etwas genommen? Wird der Ruhm des Plagiators von unserem Ruhm abgezogen? Nein, das ist alles nicht der Fall.

Was allerdings passiert, ist: der Link, die Idee, der Witz findet weitere Verbreitung als vorher. Klar, ein Retweet des entsprechenden Tweets hätte es natürlich auch getan. Aber da mir weder etwas genommen wird, der Tweet aber mehr Leute erreicht, die sich darüber freuen, ist die moralische Bilanz des Plagiats durchaus positiv. Der sich ärgernde Autor jedoch steht als grüner, eifersüchtiger Gnom da, der aus reiner Missgunst – ja, aus purem Geiz – auf seine Referenz pocht.

Wir haben hier auf Twitter die Chance auszuprobieren, wie eine Welt ohne Urheberrecht funktioniert, weil es das hier tatsächlich nicht gibt. Wir können hier proben, wie wir mit unserer Eifersucht und Missgust umgehen können und ob wir es überhaupt können. Und wann und warum wir daran scheitern.

Wofür ich allerdings kein Verständnis habe: warum ausgerechnet so ein mittellustiger Tweet wie dieser hier Land auf, Land ab kopiert wird (in chronologischer Reihenfolge):

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Kommentieren

Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Paulchen

“Jeder Retweet müsste genehmigt werden, jede Twitkrit wäre anzumelden.” – Zitieren darf man aber auch urheberrechtlich geschützte Werke, und nichts anderes als Zitieren passiert hier. :-)

Gepostet von Paulchen am 20. September 2010 um 11:42.
German Psycho

Nicht im vorliegenden Fall, aber generell: Es ist natürlich auch so, daß einige Pointen in der Tat von mehreren Leuten gedacht werden, die teilweise einfach gar nicht wissen (können), daß einer von den knapp 2 Millionen Benutzern in Deutschland dieselbe Idee bereits hatte.

Dann wird nämlich eventuell jemand beschuldigt, der aber die Idee tatsächlich selbst gedacht hat, aber einfach nicht gemerkt hat, daß diese Idee bereits umgesetzt wurde.

Gepostet von German Psycho am 20. September 2010 um 11:46.
mspro

Nein, wenn ein Tweet selber Urheberrecht hätte, dürfte man nur Teile aus ihm zitieren. Das Zitatrecht ist da eindeutig.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 11:47.
mspro

@German Psycho – Ja, diesen Fall hatten wir auch bereits. Manche Wortspiele sind zu naheliegend.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 11:48.
steffi

… und alle, die das trotzdem noch nicht kannten, müssen in die ecke, sich schämen: sie haben im internet nicht aufgepasst.

Gepostet von steffi am 20. September 2010 um 11:48.
nb

Dieser Witz ist nur eine Variation von

http://xkcd.com/598/

Gepostet von nb am 20. September 2010 um 11:54.
Phil

Ich habe das Gejammer von “Supaheld” wegen des Plagiatsverdachts in einem Fall bei mir auf Twitter mitbekommen. Ich weß nicht, wie er das gemacht, dass er angeblich wortgenau meinen Tweet einen Tag vor mir gebracht haben soll, denn ich habe definitiv abgekupfert.

a) Wenn ich einen Tweet gut / lustig / wichtig finde, dann nutze ich stets den Retweet-Button. Ich habe noch nie einen Tweet kopiert!
b) Der Tweet von mir, den Supaheld moniert, kenne ich schon als Machospruch in seiner Aussage schon viel länger als seit dem Tweetdatum und habe ihn vor dem Veröffentlichen auf 140 Zeichen kürzen müssen. (Das ist ja die Kunst bei Twitter ;-) )
- Wie es dazu kommt, dass Supaheld ihn 1:1 brachte, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

c) Es sind schon einige Tweets im Twitterbuch, die “alte Hüte” in ihrer Aussage sind und längst nicht geistigen Ursprungs der Autoren. Trotzdem schön, wenn sie einem auf diese Weise wieder in die Erinnerung kommen :)

d) Als “Autoren” des Twitterbuchs hätte Euch vielleicht bewusst sein sollen, dass es Neider und Mäkler gibt, die meinen ggfs. geistige Urheber des einen oder anderen Spruchs zu sein. Sind sie es aber meist nicht, weil sie auch nur eine längst getätigte Kernaussage in ein neues Kleidchen packen.

e) Ich wollte mich zu dem Kinderkram eigentlich gar nicht melden.

f) Hab ich jetzt aber doch :-)

Gepostet von Phil am 20. September 2010 um 11:56.
Phil

Oh Gott, ich meinte natürlich definitiv NICHT abgekupfert !

Scusa!

Gepostet von Phil am 20. September 2010 um 11:56.
mspro

Ach, ihr nehmt mir alle Hoffnung je etwas wirklich originäres schaffen zu können… ;)

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 12:02.
isdjan

Klar muß man zwischen Zufällen und “echtem” Abschreiben unterscheiden, @German Psycho. Gerade bei Memen oder profaneren Wortspielereien entstehen Ideen auch mal parallel.

Es ist ja möglicherweise bekannt, dass ich mich über die eindeutigeren Fälle auch gerne mal ärgere. Dabei jedoch sehe ich weder mich noch die ursprünglichen Autoren als Gnome – ich bin selber nämlich bislang nicht “betroffen”, zumindest ist mir das nicht bekannt.

Was mich daran nervt, ist der Umstand, dass sich jemand mit fremden Federn schmücken möchte, anstatt auf RT zu klicken. Und warum jemand das tut, und aus welchem Grund ich das besser finden sollte als ein ordentliches Zitat, hat mir noch keiner vernünftig erklären können.

Gepostet von isdjan am 20. September 2010 um 12:18.
mspro

@isdjan soso! du bist also nur neidisch, dass deine tweets nie kopiert werden? ;)

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 12:22.
drikkes

Witzischkeit kennt keine Grenzen.

Gepostet von drikkes am 20. September 2010 um 12:23.
bigmac

Witzischkeit kennt kein Pardon!

Gepostet von bigmac am 20. September 2010 um 12:25.
isdjan

@mspro Verdammt, natürlich! Darüber ärgere ich mich ebenfalls. Eigentlich habe ich also keine Chance, mich NICHT zu ärgern :)

Gepostet von isdjan am 20. September 2010 um 12:26.
Weiszklee

“Was allerdings passiert, ist: der Link, die Idee, der Witz findet weitere Verbreitung als vorher. Klar, ein Retweet des entsprechenden Tweets hätte es natürlich auch getan. Aber da mir weder etwas genommen wird, der Tweet aber mehr Leute erreicht, die sich darüber freuen, ist die moralische Bilanz des Plagiats durchaus positiv.”

Mal ehrlich: Wenn man einen interessanten/ wichtigen/ die Welt revolutionierenden Link weiter verbreitet ohne hinterher “via @” zu schreiben und einen dämlichen Username zu copypasten, mag das angehen, das tue ich auch zuweilen, aber bei so einem Witz geht es nun wirklich nicht darum, irgendwie etwas Gutes zu tun, das ist einfach eine geistige Leistung, sich witzige Sachen auszudenken (wie hoch man diese Leistung schätzt, sei einmal dahingestellt.) Dafür mag man nicht unbedingt nach altmodischen Urheberrechts-Auffassungen eine Gewinnbeteiligung erwarten (wenn es irgendwie möglich wäre, mit der Neuverwertung des Tweets einen Gewinn zu erzielen), aber die Weiterverbreitung sollte eben auch dem Ziel dienen, jene geistige Fähigkeit zu loben und mit einem Verweis auf den ursprünglichen Tweet andere Leute auf den Urheber aufmerksam zu machen, im Endeffekt also ihm mehr Follower zu verschaffen: Erstens hat er es verdient, zweitens ist nur bei ihm künftig Ähnliches zu erwarten. Das klingt jetzt alles etwas überzogen in Anbetracht dieses ferkl-Beispiels, aber die Mechanismen bleiben die gleichen.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 12:40.
nunja

a) buffering tweet – ich verstehe es auch nicht, warum leute das als eigenkreation ausgeben. vielleicht triggert “beim sex” und “buffering” die Region im Gehirn, die “Abbild anschauen” als “Realität erleben” übersetzt und so dazu führt, dass die leute DENKEN, sie hätten diesen Tweet sich selber ausgedacht.

b) twitterbuch – ja, da stehen schon so einige allgemeinplätze als eigene tweets drin. finde ich aber eher spannend zu sehen, was eben dann doch nicht allgemein bekannt ist, was man für allgemeinbekannt hielt. brachte mich dazu, auch scheinbar banale allgemein bekannte zitate/wortspielchen wieder in “” zu schreiben.

ist weniger ein problem des urheberrechts, sondern eher das klassische “den ich-erzähler mit dem autor verwechseln”. (bewußte “plagiate” mal ausgenommen.

und da man nicht vorher wußte, welcher tweet nun im buch erscheint, kann man das nicht mal dem tweetautor vorwerfen – es gab schlicht keine gelegengheit, drauf hinzuweisen.

Gepostet von nunja am 20. September 2010 um 12:41.
mspro

@Weiszklee Was ich nachvollziehen kann, ist dass dem Leser durch die fehlende Referenz die Möglichkeit genommen wird, die Quelle zu abionnieren, die vielleicht ja noch weiterhin so geistreich twittern wird. Allerdings bleibe ich dabei: die Eitelkeit des Autoren sollte in einer kein ethisches Argument sein.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 12:44.
Baranek

Das mit dem Urheberrecht leiten die Rechtsmenschen ab von Urteilen, die es in Bezug auf die Schöpfungshöhe von Werbesolgans gab … Es gibt da einige Grundsatzurteile, die sich dann wieder auf die Länge dieser Slogans beziehen. Ist aber wohl insgesamt ein umstrittenes Ding, wos immer wieder mal Urteile von Erstinstanzen in die andere Richtung gibt…

Gepostet von Baranek am 20. September 2010 um 12:50.
mspro

@nunja Ja, das ist mir auch aufgefallen. Immer wieder beim druchgehen von Tweets fällt einem von uns auf, dass dieses oder jenes ein Gemeinplatz ist, oder schon mal in dem einen oder anderen Witzebuch stand. Das was es in das Twitterbuch geschafft hat, ist allerdings von uns 7 Herausgebern nicht als Gemeinplatz erkannt worden. Jeder hat eine andere Prägung und selbst bei 100 Herausgebern wären noch solche dabei. Mobniert wurde auch, dass dort ebenfalls StudiVZgruppennamen drin seien. Aber auch noch die überprüfen? Herrje.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 12:51.
Till

So entstehen Meme.

Gepostet von Till am 20. September 2010 um 12:52.
Weiszklee

Ich spreche mich pro Eitelkeit von Autoren aus.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 13:00.
nunja

@mspro ist halt einfach ne kulturfrage. beim witzeerzählen im RL würde kaum jemand auf die Idee kommen, dass der Witzerzähler sich gerade den Witz ausgedacht hat. Bei Twitter hingegen gehört es zur Kultur, dass man eigene Sachen schreibt und Zitate kennzeichnet. Witze sind dann die Grauzone, die eigentlich in “” gehören, aber bei denen kaum jemand das macht. (Noch nerviger: Songtexte etc tweeten als “eigene gedanken” ohne jede kennzeichnung.) aber das tolle an twitter ist ja die möglichkeit, die eigene timeline selber zu kuratieren. und solange es leute gibt, die die klassenclowns lesen, so lange werden die auch “jeder tweet ein gagfeuerwerk”-tweets machen. im long tail gibts für jeden seine nische.

Gepostet von nunja am 20. September 2010 um 13:01.
Ute Weber

Urheberrecht hin oder her. Schmerzensgeld wäre bei Tweetklauern angemessener. Dafür, dass man die flauen Witze immer wieder lesen muss.

@mspro: Deine Argumentation hinkt. Wenn die Eitelkeit der Autoren kein ethisches Argument sein darf, dann muss das auch für die Eitelkeit der Tweetklauer gelten. Sie könnten ja problemlos auf den RT-Knopf drücken, wenn sie nicht so eitel wären, den witzischen Witz als Spross ihrer geistigen Lenden auszugeben. Du stellst also das Recht auf Eitelkeit der Tweetklauer über das Recht auf Eitelkeit der eigentlichen Autoren.

Gepostet von Ute Weber am 20. September 2010 um 13:02.
mspro

@Ute Weber Nein, das sehe ich anders. Ich rechne den Gemeinnutz eines geklauten Tweets auf und stelle ihn einer Nichthandlung gegenüber. Die ethische Bilanz ist das positiv. Du hast aber recht, dass sie negativ wäre, wenn ich den Klau einem Retweet gegenüberstelle. Das kann man machen. So wie die Musikindustrie die immer gerne den Schaden einer gedownloadeten mp3 mit einem gekauften Song beziffert. Richtiger wird es dadurch aber nicht.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:07.
isdjan

Mir ist mal ein Fahrrad gestohlen worden. Es war versichert. Es ist also – mir – eigentlich kein Schaden entstanden.

Die Versicherung hat gezahlt, ich konnte mir ein neues Rad kaufen, jemand anders hatte mein altes…hey, eigentlich doch ein Superdeal. Warum schert mich das?

Dennoch habe ich mich geägert: Dass es Menschen gibt, bei denen der Respekt vor anderer Leute Besitz geringer ist als die Gier.

Daher finde ich die Frage “ob Schaden entsteht” zur Bewertung nicht griffig genug. Es geht auch um Moral. Denn diese spezielle Form an mangelndem Respekt gegenüber anderer Leute Ideen, völlig unabhängig von ökonomischen Aspekten, gehört sich meiner Meinung nach einfach nicht.

Gepostet von isdjan am 20. September 2010 um 13:09.
Weiszklee

Nein. Auch das “Klauen” oder wahlweise auch “Teilen” von MP3s dient ja der Popularität des Künstlers. Wenn ich eine MP3 verschicke, gebe ich sie ja nicht als meine aus, sondern will, dass der Beschenkte etwas von dem Künstler mitbekommt. MP3s zu teilen ist wie ordentliche Retweets.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 13:10.
mspro

@isdjan ja, es geht um Moral. Wenn eine Moral niemanden nützt und vielen Leuten schadet, dann ist diese Moral falsch.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:12.
mspro

@Weiszklee hihi, erzähl das mal Sascha Lobo. (ach ja, jeder hat seine eigenen Rechtfertigungsdingensens hat, warum die eine Urheberrechtsverletztung ok ist, die andere aber nicht)

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:14.
Ute Weber

@mspro: Das ist dünnes Eis. Gemeinnutz setzt die Zustimmung des Urhebers voraus, einen solchen schaffen zu wollen. Oder ist Twitter ein gemeinnütziger Verein? Kann Gemeinnutz Diebstahl legitimieren? (Vorsicht: Das Fass Geistiges Eigentum, Deckel nur mit Schutzbrille öffnen!) Der gemeine Gemeinnutz, ein Schritt und wir stehen im Sherwood Forest.

(Das mp3-Ding ist tatsächlich komplizierter, Argument der Werbewirkung etc.)

Gepostet von Ute Weber am 20. September 2010 um 13:22.
Weiszklee

Na meine Urheberrechtsverletzungen sind OK, weil ich ein armer, armer Student bin, ist doch klar.

Im Ernst: Ob ich einen Urheber nenne oder nicht, macht einen riesigen Unterschied. Aus Mit-fremden-Federn-Schmücken wird Hinweisen.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 13:24.
allo

Urheberrecht für Tweets ist Schwachsinn. Und in diesem Falle hat @ferkl auch noch richtig Unrecht, da es sich wenn man so genau sein will schon um ein Plagiat handelt.

siehe https://twitter.com/_allo/status/24702404532
Das Bild hat hier das Dateidatum von 2008, vermutlich ist es noch ein älter.

Aber es bleibt einfach dabei, 140 Zeichen haben keine Schöpfungshöhe. Und wer meint Twitter für “Fame” zu brauchen hat sie eh nicht mehr alle. Twitter ist für mich halt Unterhaltung, und ich schreib mal was, mal nicht, aber bloß nicht so wichtig nehmen.

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 13:27.
isdjan

@mspro Wohl niemand, der sich im Twitter äußert, dürfte etwas dagegen haben, wenn seine Tweets weiterverbreitet werden. Es geht darum, ob man die Quellenangabe mitliefert oder verschweigt.

Wer keine Quelle angibt, dem unterstelle ich das Motiv, sich mit Sprüchen anderer zu profilieren (wahlweise auch Dummheit und mangelndes Unrechtsbewußtsein).

Ich nehme niemandem ab, abzuschreiben, weil es aus altruistischer Perspektive oder “ethischer Bilanz” mindestens “kostenneutral” ausfällt.

Immerhin hat der Handelnde, technisch, sogar noch einen etwas höheren Aufwand gegenüber dem RT. Selbst also, wenn das Ergebnis etwas Gutes hat, ist dieses Gute sicherlich nicht der Handlungsmotor.

Gepostet von isdjan am 20. September 2010 um 13:28.
mspro

@Ute Weber – Jetzt wolln wir mal nicht absurd werden: erstens hat das Urheberrecht hier rein faktisch schon nichts zu suchen – siehe Text. Zweitens ist, selbst bei Anwendung dessen, nie und nimmer von “Diebstahl” zu reden, sonst macht man sich nicht nur in juristenkreisen lächerlich.

Gemeinnutz sollte nicht nur in gemeinnützigen Vereinen ein Kriterium für ethische Fragen sein. Aber das ist nur meine ethische Auffassung.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:29.
Weiszklee

@allo_ Ob in 140 Zeichen eine schützenswerte Schöpfungshöhe erreichbar ist, kann nicht so pauschal beatnwortet werden, aber es geht bei Twitter eben eh nicht um den einen Tweet, sondern um Persönlichkeit/ Konzept hinter den Accounts (darum das Hinweisen auf den Urheber und so weiter, Kreis, Kreis)

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 13:32.
mspro

allo – nicht überall wo das Wort “Buffering” vorkommt, ist ein gedanklicher Vorläufer zu @ferkl. Wolln wir mal fair bleiben ;)

isdjan – wenn ich den Gemeinnutz aufrechne, dann tue ich das in der ausdrücklichen Mißachtung der Intention des Plagiierenden. Wo lämen wir denn dahin, wenn jeder bestimmen könnte, was mit den Dingen passiert, die man äußert ;)

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:33.
ausserirdischer

Hollera zusammen,

generell ist alles, was an Moral, Anstand und Wertevorstellungen von Menschen geknüpft ist (So auch der Respekt, das geistige Eigentum anderer anzuerkennen – und sei es nur ein belangloser 140-Zeichen-Tweet) bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt.

Auch wenn ich mich selber sehr darüber ärgere, wenn einige wenige (leider ist die Anzahl dieser User anscheinend stetig steigend) gerade bei witzigen Bemerkungen dazu übergehen, diese als ihre eigenen auszugeben, anstatt sie als Zitat zu kennzeichnen, halte ich ähnlich wie @mspro ein Urheberrecht für Tweets für einen falschen Ansatz, der das Konzept der Twitterei in ein viel zu enges Korsett zwängen würde.

Davon mal abgesehen, welcher Richter würde auch ernsthaft in Erwägung ziehen eine für simple Statusmeldung im Internet gedachte Plattform (What’s happening?) als Quell schützungswürdigen Contents zu betrachten?

Man sollte die Möglichkeiten der Plattform selber nutzen, um zu verbreiten, wer der wahre Urheber gewesen ist (sofern sich das feststellen lässt) und wer ein fauler “Tweetdieb” ist, ansonsten kann man solchen Sachen auch noch mit Humor begegnen, wie es auch zu diesem Thema bereits zahlreiche geschätzte Twitterer gemacht haben und immer noch machen. Immerhin hat mir der hier geschilderte Plagiatsfall zum Thema “Buffering” zu einem meiner am meist besternten Tweets bei favstar (http://bit.ly/cFSeE3) verholfen.

ein den Beitrag hier mit dem lapidaren aber universell gültigen Zitat “Twitter ist, was Du daraus machst” beendender Ausserirdischer

Gepostet von ausserirdischer am 20. September 2010 um 13:33.
mspro

@Weiszklee – ach, darum geht es bei Twitter? Oje, ich hab Twitter all die Jahre falsch verstanden! So ein mist! Was nun? Alles auf Anfang?

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:34.
allo

@mspro hier aber schon. Gleiche Pointe nämlich: Videos im Web buffern zu viel während man sie eigentlich gucken möchte.
Auch die XKCD-Referenz ist die gleiche Pointe, hier allerdings auf die Qualität bezogen.

Damit ist klar: Kein originaler Content. Aber egal, ich gehe davon aus, ferkl hat es sich selber ausgedacht. Die Pointe ist wie man sieht ja auch naheliegend. Dennoch auf RT zu bestehen ist doch blöd. Außerdem passt das “RT @ferkl” oft nicht mit in den tweet wenn man selber noch einen kommentar hinter schreibt.

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 13:36.
allo

Womit wir übrigens wieder bei einem fettem Fehler von Twitter sind: Limitierung.
a) 140 ist viel zu wenig
b) Wenn, dann bitte auf Content und nicht auf html. erlaubt HTML und zählt [a href=...]ferkl[/a] bitte nur als 5 Buchstaben! Dann wären viele Probleme schon passe.

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 13:38.
mspro

allo – es gibt doch die nativen retweets. die verbrauchen keine zeichen extra.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:40.
allo

Eben, und da kann man auch keinen Kommentar hinter packen, man kann nur 1:1 RT. und bei Antwort wird die Native-Antwort entfernt sobald man den Tweet nichtmehr mit @foobar anfängt. Was mies ist, weil wenn man @foobar schreibt nicht alle eigenen follower den tweet lesen können (auch imho keine gute Sache so. Das markieren als Antwort die nur Leute lesen die beide Personen verfolgen sollte man per Interface nicht per Text entscheiden)

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 13:41.
Weiszklee

Der mspro hört auf zu argumentieren und teilt nur noch Schlagfertigkeiten aus oder beruft sich auf eine “Moral”, daran bin ich mit schuld, es tut mir leid. Das Internet schafft eben doch keine so lockere Atmosphäre, in der man auch widersprechen kann, ohne dass es als persönlciher Angriff gewertet wird, als der es nicht gemeint war.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 13:43.
mspro

Weiszklee – nee, auf Argumente antworte ich mit Argumenten. Auf apodisktische Rumdefinierei mit Polemik. Finde ich gerecht.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 13:45.
allo

@weiszklee: jetzt wirds aber persönlich?

Nochmal zu meiner Meinung zu Twitter, warum wir da vielleicht auch auseinander gehen:
Für mit ist twitter ein kurzlebiges Medium. Ich habe überlegt, soll ich einen twitteraccount. Wenn es mir um was wichtiges ginge, würde ich nämlich identica oder so selber hosten, weil man weiß nie was mit den eigenen Inhalten bei so kommerziellen hostern geschieht.

Ist es aber nicht, wenn meine Tweets morgen alle weg wären, nichts von wert ginge verloren. Auch Faven ist Unsinn. Wozu? Sollte ich einen Tweet nochmal lesen wollen? Wenn er gut war, weiß ich ihn auswendig, 140 Zeichen Text sind etwas was ich im Kopf behalten kann. War ein Link darin, habe ich vermutlich ein Lesezeichen angelegt. Eine Timeline von guten Tweets nochmal lesen? Wann macht man das schon, dann lieber auf einen der verfolgten Leute mal klicken wo man weiß er twittert interessant oder lustig, und dort was rumlesen. Es ist eine Art Wegwerfmedium, warum das so ernst nehmen.

Und es bleibt dabei, Followerzahl hat keinerlei Relation zur Penislänge. Ich wundere mich immer wieder, wenn manche die Zahl der Follower/RTs/Favs als Schwanzersatzfaktor nutzen …

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 13:51.
Weiszklee

@mspro Fein. Ich glaube, es stört mich (und vielleicht auch UteWeber und isdjan) hauptsächlich eine Aussage wie: “Wir haben hier auf Twitter die Chance auszuprobieren, wie eine Welt ohne Urheberrecht funktioniert, weil es das hier tatsächlich nicht gibt. Wir können hier proben, wie wir mit unserer Eifersucht und Missgust umgehen können und ob wir es überhaupt können. Und wann und warum wir daran scheitern.” – Das klingt wie eine komplette Absage an das Urheberrecht und scheint darum der aktuellen Diskussion, die weit vitalere Konzepte kennt als ein Schwarz-oder-Weiß-Urheberrecht-oder-Garnichts (CC-Lizenzen als populäres Beispiel) hinterherzuhinken. Ich nehme aber an, dass es dir nicht darum geht, sondern um eine allgemeinere Betrachtung über Sinn und Unsinn persönlicher Eitelkeit in Anbetracht verbreitungswürdiger Ideen und Links. Und das Problem ist dann, dass verbeitungswürdige Ideen und Links großartig und wichtig auf Twitter sind, dass es “eigentlich” aber um etwas anderes oder um mehr geht (wie auch immer das genau zu definieren ist), für das eine Achtung der persönlichen Eitelkeiten und Leistungen wichtig ist.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 14:05.
Ute Weber

@mspro: Der Begriff “Diebstahl geistigen Eigentums” ist nicht absurd und, wie du selbst erwähnt hast, bei Tweets steht die juristische Klärung noch aus. Ist mir aber persönlich egal, ich betrachte meine Tweets als “Geschenk” (aua) an die Allgemeinheit, dann muss ich mich nicht über Klau ärgern, freue mich aber natürlich über Anerkennung meiner “geistigen Leistung” (nochmal aua).

Aber darum geht es doch gar nicht. Dein Gemeinnutz-Argument läuft überspitzt formuliert auf ein “Tweetklauer sind Robin Hood” hinaus. Und das ist absurd (siehe was isdjan gesagt hat). Dafür muss man keine neue Ethik oder Moral erfinden. Zumal ich nicht verstehe, inwiefern dein Satz “Wenn eine Moral niemanden nützt und vielen Leuten schadet, dann ist diese Moral falsch.” überhaupt auf Twitter und den Tweetklau anwendbar sein soll. Wem schadet es denn, wenn man RTs schreibt?

Gepostet von Ute Weber am 20. September 2010 um 14:11.
Weiszklee

@allo Wenn ich persönlich werden wollte, forderte ich dich auf, deine Sätze zu ordnen ;)

Also: Twitter funktioniert einfach (für mich und viele andere) als eine Simulation einer Gesellschaft mit unglaublicher Geschwindigkeit und unglaublichen Durchlässigkeiten zwischen den Schichten. Ja, wenn alle Tweets weg wären, wäre das nicht wirklich tragisch, weil das wenig an den Strukturen und (Macht-)Mechanismen und sozialen Phänomenen und kleinen Momenten ändert, die man erleben konnte.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 14:12.
mspro

Weiszklee – Doch, darum geht es mir. Nicht als eine Forderung, sondern als Versuchsaufbau. Ich halte in der Tat das Urheberrecht für eine Sache, die derzeit mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Selbst CC-Lizenzen beseitigen den Mißstand nicht. Wir müssen diese Denke, die dahinter steht in Frage stellen. Twitter gibt dafür eine Plattform her und ich finde es interessant, wie sich die Diskussion entwickelt.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 14:14.
allo

@weiszklee: nee, das wäre nicht persönlich, sondern nur gegen meinen Text gerichtet :D. Wenn du persönlich werden willst, könntest du mich auffordern meine Deutsch-Abinote zu posten :D. (die vermutlich besser ist als du gerade vermutest)

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 14:28.
Ute Weber

@mspro: Nö, wir müssen die Denke nicht in Frage stellen. Wir müssen zuallererst mal gar nix, außer Spaß auf Twitter haben. Twitter ist für die meisten Leute eben keine Plattform für ein gesellschaftliches Experiment. Twitter ist für jeden das, was er mag. Und das ist gut so. Es gelten die auch sonst gültigen Regeln der Gesellschaft. Du kannst also gerne Jünger um dich scharen für dein Konzept des geistigen Kommunismus (oder so ähnlich) ;). Aber bitte unterstelle den anderen keine Kleingeisterei (Grüngnom), nur weil sie dir nicht folgen wollen. Das ist mir ein bisschen zu anmaßend.

Gepostet von Ute Weber am 20. September 2010 um 14:29.
allo

geistiges Eigentum ist eine hässliche Kampfvokabel. Es gibt Urheberrechte. Das sind aber Rechte an einem Text, das behauptet nicht dass etwas geistiges Eigentum sein könnte.

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 14:30.
Weiszklee

@mspro Und welche “Denke” genau soll in Frage gestellt werden? Ich meine: Selbst wenn man Twitter als PLattform für den Ideen- und Linkaustausch begreift, vielleicht als Produktionskollektiv – kann es nicht funktionieren, ohne die anderen zu achten. “Wir können hier proben, wie wir mit unserer Eifersucht und Missgust umgehen können und ob wir es überhaupt können.” Na, überhaupt gar nicht können wir das, weil es sich in sozialen Situationen nicht gehört, über den Menschen hinwegzugehen, von dem etwas stammt. Die Menschen sind keine Wesen, die irgendwie objektiv und eitelkeitsfrei und ohne persönliche Ziele etwas “schaffen”, sie tun das in aller Regel für soziale Anerkennung (weit mehr als für materiellen Gewinn), wer das nicht berücksichtigt, macht sich unbeliebt, stört den Betrieb, ist kontraproduktiv und genau nicht für die Allgemeinheit nützlich.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 14:31.
mspro

@Ute Weber – ich breite hier nur meinen Diskurs über Ethik aus. Dem braucht so lange niemand folgen, wie mir Twitter nicht gehört. Sollte sich das ändern, kannst du immer noch die Konterrevolution ausrufen. ;)

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 14:31.
Ute Weber

@mspro: Hehe. Ich glaube, es liegt einfach an deinem Duktus. Mein inneres Wildpferd hört das Lasso surren und schlägt aus ;-)

Gepostet von Ute Weber am 20. September 2010 um 14:37.
mspro

Weiszklee – Ja, das ist das, was man für gemeinhin annimmt. Ich bin aber immer mißtrauisch wenn von der “Natur des Menschen” die Rede ist. Die “Denke”, die ich glaube, zu überwinden sinnvoll ist, habe ich letztens hier aufgeschrieben: http://mspr0.de/?p=1623

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 14:38.
MasterGoba

Was @isdjan sagt, gilt auch für mich, ebenso die darauf folgende Antwort von @mspro. Ich mache mir daher nicht die Mühe, das Ganze noch einmal genau so zu schreiben, weise jedoch auf die Tatsache hin, beide Quellen erwähnt zu haben.

Ein Urheberrecht für Ideen sollte weiterhin ein ungeschriebenes Gesetz, eine Frage der Achtung für die gedankliche Leistung anderer und eine Frage der eigenen Moral sein – gerade gestern las ich einen Tweet von @mspro zu diesem Thema.

Mein eigenes Motto lautet: Suche & Biete Inspiration. Und ich stelle gerne fest, wenn jemand ein Meme oder einen Gedanken von mir aufgegriffen und weitergesponnen hat. Inspiriert wurde, sozusagen. Twitter ist doch ein sexy Medium, in dem wir uns alle gegenseitig befruchten.

Doch auch ich kann nicht behaupten, dass es mir egal ist, wenn jemand anderes mit “meinem” Gedankengut, mit “meiner” Formulierung es in die Top-Ten schafft, ohne dass es sich unauslöschbar in das Bewusstsein der Menschheit eingebrannt hat, auf wessen Mist das ursprünglich gewachsen ist.

Es ist wie in der Popmusik – was gut ist, wird remixt. Das ist ok. Wenn aber die Kids dann fragen: “He ist das Stück nicht von P.Diddy?”, kommt es mir hoch.

Aus diese Warte gesehen, finde ich den Ansatz ganz gut, notorische Plagiatoren an den Pranger zu stellen, die zu ächten und ihnen den Platz an der Sonne abzuerkennen.

Aber machen wir uns doch nichts vor: Die besten Tweets ever verstauben zumeist ungelesen in unseren Timelines. Da wäre ein Plagiat schon das Beste was ihnen passieren kann.

Gepostet von MasterGoba am 20. September 2010 um 14:45.
poetin

wie ihr vielleicht wisst, mache ich bei meinen tweets in unregelmäßigen abständen tabula rasa. mal streicht der putzfisch nur einige, mal alle.
es war schon öfter so, dass andere wortspieler ein wortspiel brachten, das ich schon mal als tweet hatte. so what? die deutsche sprache ist begrenzt. und auch meine wortspiele sind sicher nicht alle neu gewesen, so brillant bin ich gewiss nicht. manchmal geht es einem vielleicht auch so, dass man glaubt, einen eigenen gedanken zu haben, sich aber nur an den eines anderen erinnert.

@mspro hat recht, dass uns diese tweetklau-dinge an der eigenen eitelkeit packen. von der bin ich auch nicht frei. grundsätzlich find ich, menschen sind gar nicht mal so individuell. sie machen sich über bestimmte themen gedanken und was dabei rauskommt, ist selten etwas, das noch nie gesagt wurde. und durchaus auch selten etwas, das noch nie in dieser form gesagt wurde.
pingelig würde ich selbst nur werden, wenn jemand meine literarischen gedanken und kleinen gedichte klaut. aber auch das würd mir nichts nützen. wenn ich nicht will, dass sich jemand was von mir aneignet, darf ich es nicht veröffentlichen, so einfach ist das.
aus der adlerperspektive kann ich auch sagen: da klaut wer was von mir. ich werde also damit kein geld verdienen. aber: der text ist sowieso nicht mehr mein text. nur dann, wenn ich ihn noch mal lese. gleichzeitig gehört er jedem, der ihn auch liest, auf welchem weg auch immer er den leser erreicht hat.
auch ich freue mich, wenn ich credits bekomme und ärgere mich, wenn ich erfahre, dass jemand anderes moralvorstellungen dazu nicht ausreichten. aber wie oft erfährt man das gar nicht? und ärgert sich also auch nicht? für mein ego ist es eine schönere vorstellung, meine texte konnten andere berühren. wenn sie dafür geklaut werden mussten, dann ist das nicht meine idealvorstellung, aber die welt geht davon nicht unter.
das einzige, was ich mies finde, ist, wenn geld ins spiel kommt und jemand versucht, mit deinen ideen den großen reibach zu machen. das hat dann nichts mit positiver ethischer bilanz zu tun, wie ich sie laut @mspro interpretiere. und was man dagegen tun kann, ist mir schleierhaft. das urheberrecht jedenfalls konnte sowas bis jetzt nicht sinnvoll verhindern.

Gepostet von poetin am 20. September 2010 um 14:47.
Weiszklee

@mspro Ich glaube sehr an die Veränderlichkeit des Menschen, die Natur des Menschen ist, dass er keine Natur hat, sondern ganz Kultur und von der Gesellschaft geformt ist. Ich bin überzeugt, dass der Mensch vor allem anderen ein soziales Wesen ist und dass Sozialleistungen wie Höflichkeit und Achtung der Urheberschaft von Ideen wichtig sind, aber ich weiß, dass ich den Grund dafür, dass ich so denke, in mir zu suchen habe. so viel nur kurz, jetzt lese ich den länglichen Artikel mal durch.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 14:48.
stricktier

Ich denke, man kann erwarten, dass man sich mit solchen Gepflogenheiten wie RT auskennt, wobei ich immer wieder bemerke, dass RT mit “antworten” verwechselt wird.

Im Wortspielfall google ich niemals vorher.
Im anderen Fall, wenn mir ein superTweet einfällt, der beispielsweise auf Zeitgeschehnissen beruht, kann es durchaus passieren, dass Google mich sanft darauf hinweist, dass diesen Gedanken schon ein anderer hatte.
Dann lasse ich es oder weise auf den anderen hin, wenn mir daran gelegen ist, den Gedanken unters Volk zu bringen.

Ich bin ansonsten ganz bei @UteWeber (auch was das Verschenken angeht – habe ich 1 gute Idee, kann ich noch 100 haben). Trotzdem wäre ich sauer, wenn einer was kopiert und als seins ausgibt, weil ich vielleicht Zeit investiert habe zum Dranfeilen. Manches ist vielleicht erst im dritten oder vierten Gang so pointiert wie ich es mag, oder so kurz dass es passt…. Womit wir direkt bei der Schöpfungshöhe wären.
Sind es denn nicht genau solche Tweets, die ihr für die Lesung aussucht?

Gepostet von stricktier am 20. September 2010 um 14:55.
the_maki

Wenn jemand mit Originalität, Sprachwitz und Sorgfalt einen gelungenen Tweet produziert, sich über das Gelingen freut und über die Freude der Lesenden, dann mag das Eitelkeit sein, und warum auch nicht? Was ist an Eitelkeit so schlimm?

Das gute an der “Versuchsanordnung” Twitter ist, dass sie den einzig relevanten Unterschied, den zwischen kreativer Leistung (Originaltwitterer) und ungekennzeichnetem Plagiat (erbärmliches Würstchen) transparent, nachvollziehbar und nachlesbar macht.

@poetin: Komisch jedoch, dass immer noch Bücher geschrieben werden, wenn Sprache so begrenzt ist.

Gepostet von the_maki am 20. September 2010 um 15:14.
Weiszklee

Bin relativ beeindruckt von http://mspr0.de/?p=1623 und verteile das erst mal ein bisschen, dann schaue ich, ob ich weiter argumentiere für die Hochschätzung geistiger Leistungen aus Gründen der sozialen Anerkennung jenseits eines Leistung-muss-sich-lohnen-Protestantismus, der mir im Übrigen auch ständig unangenehm aufstößt.

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 15:17.
mspro

the_maki – an Eitelkeit ist nichts schlimm. Ich will sie nicht verbieten und gönne sie jedem. Ich bin übrigens extrem eitel, nur so nebenbei. Ich finde es dennoch falsch, daraus Ansprüche herzuleiten.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 15:17.
poetin

@the_maki ich bezog mich dabei ausdrücklich auf wortspiele. wobei es sicherlich auch in büchern so ist, dass nicht jeder einzelne satz noch nie genau so von jemand anderen gedacht oder gar geschrieben wurde.

Gepostet von poetin am 20. September 2010 um 15:25.
Ninette

Nach dem Versuch, der ganzen Diskussion zu folgen, die ja zwischendurch mehr um die Eitelkeit des Einzelnen schwirrte als um den Tweetklau, würd ich gerne meine Meinung dazu in’s Netz werfen: Klau ist Klau. Wenn das Urherberrecht keine Brechtigung hätte, würde es in unserer Welt nicht bestehen.

Wenn ich einen Tweet in die Welt setzte, den ich mir selber ausgedacht habe (und damit meine ich nicht einen dieser Studi
VZ-Gruppennamen-Tweets oder sonst irgendwas, was eh keinen bekannten Urherber hat), will ich nicht, dass jemand den einfach so ünernimmt, ohne mich als Autorin zu kennzeichnen. Vielleicht ist es bei Twitter schwer auszumachen, wer welche Idee zuerst hatte; ich persönlich schau einfach immer, welcher der Tweets in chronologischer Folge als Erster da war.

Tweets haben ein Urheberrecht, wenn auch keines, das in den AGB festgelegt ist. Für mich ist das kein Versuchsfeld, wie es wird, wenn jeder so darf wie er will. Solche Sätze wie “Wir können hier proben, wie wir mit unserer Eifersucht und Missgust umgehen können und ob wir es überhaupt können. Und wann und warum wir daran scheitern.” finde ich idiotisch. Ich muss an meiner Persönlichkeit nichts ändern, ich habe nur das Recht darauf, dass alles, was meinem Hirn entspringt, auch bei mir bleibt. Es ist keine Bereicherung für mich, wenn 500 Leute mehr über den Tweet lachen, aber sie nichts wissen, dass er meins ist.

Gepostet von Ninette am 20. September 2010 um 15:38.
Ninette

Achja und: ich bin keine Größe bei Twitter, ich gehöre nicht zu denen, die man die “Twitter-Elite” nennen könnte. Aber ich werd in meiner Timline immer gegen Tweetklau sprechen und meine Favs für “klauende” zurückziehen. Ein wirklich gutes Ergebnis wäre es, wenn die Community es schaffen würde, das eingegrenzt zu halten.

Es mag auch einfach Leute geben, die zur selben Zeit die selbe Idee hatten. Ich rede aber von Leuten, die sehr individuelle Tweets für ihre eigenen ausgeben.

Gepostet von Ninette am 20. September 2010 um 15:42.
Weiszklee

@mspro Ansprüche aus persönlichen Eitelkeiten herzuleiten, ist falsch, keine Frage. Was Ich sage, ist, dass es eine Grundvoraussetzung für das friedvolle Miteinander ist, die Eitelkeiten des anderen (die sich nicht vermeiden lassen, nicht jetzt, nicht in ein paar Dutzend Jahren, vielleicht irgendwann, das ist Spekulation) nicht zu verletzen, sondern im besten Falle sogar ihnen zu schmeicheln, dafür gibt es eben Favstar … Ich muss auch sagen, ich freue mich durchaus, wenn ein Twitterer, den ich schätze, dadurch, dass ich einen seiner Tweets retweete, mehr Favs bekommt. Vielleicht schwingt ein altmodisches “Das hat er verdient” darin mit, vielleicht schwingt sogar eigene Eitelkeit darin mit, die Freude nämlich, so etwas bewirken zu können (auf geringstem Level natürlich, nicht wie Peter Breuer, der mit seinen Empfehlungen einzelne Tweets in den ewigen Favhimmel heben kann). Diese sozialen Belohnungsmechanismen sind nicht wegzudenken (und sehr interessant in diesem Zusammenhang soziale Bestrafungsmechanismen wie in der Reaktion hier http://www.137b.org/?p=1369 sehr schön bemerkt).

Wahrscheinlich sind wir uns alle gar nicht so uneins, der Blickwinkel ist eben ein anderer, natürlich hat mspro damit Recht, dass man als Plagiierter vernünftig damit umgehen sollte. Natürlich hilft Twitter dabei, das zu üben, manchmal Sinn und Zweck der eigenen Urheberschaft zu hinterfragen. Das ändert aber nichts daran, dass einen fremden Tweet als eigenen auszugeben (also jetzt aus dem Blickwinkel des Plagiierenden) auf jeder nur denkbaren Ebene verkehrt ist, auf der nützlichen (siehe oben genannte Reaktion) ebenso wie auf der sozialen. (Die soziale Ebene ist Teil der nützlichen, jaja, so wie die nützliche Teil der sozialen ist.)

Gepostet von Weiszklee am 20. September 2010 um 16:07.
Die Rückhaltlose Urheberschaft (twitkrit) « H I E R

[...] Twitkrit: Geistige Eigentümlichkeiten “Wir haben hier auf Twitter die Chance auszuprobieren, wie eine Welt ohne Urheberrecht funktioniert, weil es das hier tatsächlich nicht gibt. Wir können hier proben, wie wir mit unserer Eifersucht und Missgust umgehen können und ob wir es überhaupt können. Und wann und warum wir daran scheitern.” [...]

Gepostet von Die Rückhaltlose Urheberschaft (twitkrit) « H I E R am 20. September 2010 um 16:25.
horax

Ein einzelner Tweet kann nicht unter das Urheberrecht fallen, von daher ist die Nutzung von Tweets natürlich frei.
Die Zusammenstellung einer großen Anzahl von Tweets und das Dazugeben eigenen Textes in einem neuen Werk und dieses unter Urheberecht zu stellen ist natürlich möglich, bedeutet aber, daß jegliche Veröffentlichung aus diesem Werk nur als Zitat läuft aber auf jedenfall nicht mehr frei.
Was würde wohl der Verleger sagen, würden Teile des Buches digitalisiert und frei verfügbar gemacht?
Im Klartext, ihr habt die Tweets in dieser Zusammenstellung ökonomisiert und der freien Nutzung entrissen.
Das hätte man auch mit einer CC-Lizenz lösen können. Ist natürlich schwieriger aber wäre auch gegangen.
Aber ein Buch unter Copyright, das Tweets zum Inhalt hat ist ein wirklicher Treppenwitz.

Gepostet von horax am 20. September 2010 um 16:28.
mspro

@horax Sorry, aber das ist jetzt doch aber wirklich mal ähnlich fehl argumentiert, wie der Vorwurf, Google würde mit Streetview den Öffentlichen Raum privatisieren. Wir haben überhaupt nichts der “freien Nutzung” “entrissen”. Jeder Tweet, den wir abgedruckt haben, ist auch noch da wo er vorher war und kann jederzeit von jedem in unveränderter Form genutzt werden. Im übrigen geht es hier um etwas anderes.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 16:33.
Waldweg

Ist nicht auch die Frage, wie ein Account genutzt wird? Viele meiner Tweets haben künstlerischen Anspruch, etwa als noch kürzere Variante der Kurzgeschichte. Insofern investiere ich zum Teil weit mehr Kraft und Muse in einen Tweet als andere in ein Dutzend. Würde ich diese Tweets, was ich des öfteren auch tue, ein bisschen ausführlicher in einen Blog schreiben, würde niemand an einer Schöpfungshöhe zweifeln. Wo also liegt der Unterschied? Ich glaube, in diesem konkreten Fall gibt es keinen. Bei der etwas gediegeneren Nutzungsweise eines Accounts, etwa mit platten Wortspielen oder Alltagsbeobachten, etc. kann ich die Argumentation nachvollziehen. Doch wenn jemand einen meiner Tweets, oder einen mit vergleichbaren Vorraussetzungen, einfach ungefragt, unzitiert und ohne Quellenangabe als seinen ausgibt, würde ich mich genauso geschädigt fühlen, wie ein Fotograf, dessen Fotos unrechtmäßig im Internet genutzt und verbreitet werden.

Gepostet von Waldweg am 20. September 2010 um 16:37.
Peter

Unabhängig von der Urheberechtsdebatte finde ich es eigentlich unschön, ferkls Tweet als „mittellustigen Tweet“ abzutun. Warum mittellustig? Weil er so unglaublich erfolgreich war und was erfolgreich ist, kann gar nicht wirklich gut sein? Der Tweet ist absolut grandios und hat meiner Meinung nach Klassikerpotential! Er ist auf mehreren Ebenen lustig, überhöht einerseits das oft kolportierte “Die Internetpornografie verdirbt unsere Kids, weil die denken, das Gesehene sei normaler Sex” ins Absurde, andererseits bildet sich sofort ein Bild der geschilderten Situation im Kopf, die einen zum schmunzeln bringt. Ein verächtliches “mittellustiger Tweet” hat der Tweet meiner Meinung nach jedenfalls nicht verdient.

Gepostet von Peter am 20. September 2010 um 16:39.
mspro

@Peter die Geschmäcker sind verschieden. Zum Glück ;)

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 16:41.
allo

Favs zurückziehen. Am Ende sogar noch unfollowen, gell?

Das ist ja eine tolle Drohung! Ein Fav ist ein Lesezeichen FÜR DICH. Followen heißt, dass DU in den Genuss meiner Tweets kommst. ICH habe davon wenig direkte Vorteile. Also ist es auch keine Drohung. Höchstens für jemanden, der meint eine hohe Zahl Follower/Favs würde IRGENDETWAS bedeuten.

Ach ja, die Eitelkeit …

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 16:44.
Ninette

@allo

Ich gehe mal davon aus, dass du mich meinst…

Ja, warum denn nicht? Das ist keine Drohung, dass ist nur meine Konsequenz daraus. Mir ist es wurscht, ob derjenige, dem ich da keine Favs mehr gebe, das wichtig ist oder nicht; das ist für mich persönlich, weil ich niemandem meine Anerkennung in Form von Favs für geklaute Tweets geben will.
Wen es seine eigenen sind, gut, kein Ding. Wenn jemand wie @hierwirslustig seinen ganzen Account aus kopierten Tweets aufbaut, ist das für mich schon einen Block oder Unfollow wert.

Abgesehen davon, dass Twitter über Favs, Follower, Retweets funktioniert. Twitter ist eine einzige Interaktion.

Gepostet von Ninette am 20. September 2010 um 16:50.
allo

@ninette, indeed es bezog sich auf dich.

Du missverstehst die Favs allerdings anscheinend. Was hat ein “Lesezeichen” mit Anerkennung zu tun? Da gehört doch einiges an Eitelkeit dazu die “Favs” die man bekommt so auszulegen.

Und Follow hat damit zu tun, was man lesen möchte. Ich unfollowe wenn ein Account nervig oder langweilig ist, nicht aus Sympathie/Antipathie. Mein Stream wäre viel zu voll, wenn ich jedem den ich sympathisch finde auch folgen würde.

Bei allem anderem finde ich nimmt man Twitter nur zu Ernst. Ein Fav ist ein Klick, und da steht “Fav(ourite)” = Lesezeichen dran, nicht “Award for good tweet”. Folgen hat für mich eine Funktion, und mir wäre es total egal wenn derjenige GAR NICHT sehen könnte, dass ich ihm folge. Ich könnte seine Tweets ja dennoch in meinem Stream (sieh es als eine Art Feedreader) lesen.

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 16:57.
mspro

@allo, du kannst zwar favoritensterne geben oder es lassen, aber du kannst nicht bestimmen, wie andere das wahrnehmen. Wenn sich dadurch jemand geschmeichelt fühlt oder nicht, ist nicht in deiner Hand ;)

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 17:02.
allo

stimmt, aber ich nehm sie nicht so wichtig, darum tut mir nicht weh wenn mir jemand droht die favs zurückzunehmen.

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 17:27.
Ninette

@allo Nochmal, es ist keine Drohung….

Für mich bedeutet der Stern, dass ich diesen Tweet gut finde. Fav eben. Das er mir gefallen hat, und das will ich dem Verfasser zeigen. Nicht mehr und nicht weniger.
Warum maßt du dir an, die ultimative Bedeutung von Favs zu kennen?

Gepostet von Ninette am 20. September 2010 um 17:30.
DonDahlmann

Je nun, die Diskussion ist hübsch, aber führt ja nirgendwo hin, weil man es nicht verhindern kann, dass jemand sich einfach bedient. Ich hab schon erlebt, dass mir ein Tweet empfohlen wurde, den ich ein paar Wochen selber abgesetzt hatte. Twitter zeigt dann halt auch schon die Dynamik von sozialen Gruppen. Es gibt nette Menschen, die immer brav ein RT oder @ setzen, es gibt diejenigen, die das nicht machen, weil sie der Meinung sind, dass bei ihrer schmalen Followerschar so etwas nicht auffällt. Dass diese Einstellung gerade im sehr eng vernetzten Twitterkosmos irgendwie kurzsichtig ist, spricht dann auch nicht gerade für angewandte Intelligenz.
Im Grunde ist mir das auch egal, weil keiner meiner Tweets eine derartige Fall- oder Schopfungshöhe hat, dass es sich lohnen würde, darüber aufzuregen. Wenn man sich in diesen Kosmos begibt, muss man damit rechnen dass sich dort auch Leute bewegen, die sich eben so verhalten. Wenn man gut gelaunt ist, könnte mann sich auch geschmeichelt fühlen, weil man offenbar etwas geschaffen hat, was andere so gut finden, dass sie es klauen.

Gepostet von DonDahlmann am 20. September 2010 um 17:32.
allo

@ninette ich maß mir das an? Ich sage doch das Gegenteil. Ein Fav ist ein Symbol, es fügt etwas eines Liste hinzu, und zufälligerweise kann der Autor sogar sehen wieviele Favs er hat. Der Rest ist Interpretation und sonst nichts.

Komisch ist nur, dass du Tweets plötzlich nicht mehr gut findest, wenn jemand etwas tut was dir nicht gefällt? Ändert das etwas am Tweet selber?! Nö …

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 17:35.
Ute Weber

@allo: “Zufälligerweise” ist ein niedlicher Ausdruck für das System Favstar (frag doch mal den Entwickler, wie das “zufällig” passiert ist).

Erklärbär on:
Es gibt eine ominöse Gruppe von Twitterern, nennen wir sie mal die TwitLitKritShit-Group, die Wortwitze, Ultrakurzgeschichten, wüste Zoten, zarte Pöme und andere kreative Kleineisenteile fabriziert. Wenn einer das besonders hübsch gemacht hat, dann werfen die anderen aus der Group und das wohlmeinende Publikum dem Urheber (Oh Mist, böses Wort) einen Fisch zu. Diesen Fisch, pardon Stern heftet Favstar dann in das Panini-Album des U. und er hat endlich etwas, das er den Kindern abends aufs Brot schmieren kann.

Das darfst du gerne Interpretation oder Eitelkeit nennen, fürwahr es existiert dennoch. Falls du daran keinen Spaß hast, musst du nicht mitspielen. Hey, Twitter ist ein freies Land!

Gepostet von Ute Weber am 20. September 2010 um 17:57.
allo

hey, tu ich auch nicht. Kein Grund dass jetzt alle anderen darauf so gekränkt reagieren, soll ja jeder machen wie er will.

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 18:03.
German Psycho

Das kann ja wohl nicht sein. Schon so viele Kommentare und noch kein Nazivergleich?

Gepostet von German Psycho am 20. September 2010 um 18:27.
peterbreuer_

Es ist längst alles gesagt. Moralisch, inhaltlich, witztechnisch. Und wie schlecht sich Texte juristisch schützen lassen, selbst wenn das hier nicht nur ein Spiel wäre, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Deshalb nur meine 2 Cent: Da niemand mit seinen Tweets Geld verdient und die gottverdammten Sterne, um die es doch eigentlich zu gehen scheint, auch nur ein virtuelles Fleißkärtchen einer fest umrissenen Gruppe sind – finde ich die Plagiatoren in diesem herrlichen Non-Profit-Umfeld nur noch wurstiger als im wahren Leben. Das Copyright und seine Fallstricke interessieren mich dabei gar nicht. Selbst ein begnadeter Werbetexter wie Badbanana setzt über diesen Kanal nur Ideen ab, die für ihn nicht kommerziell verwertbar sind. Ideen, die er teilen möchte, weil er sich über den Spaß seiner Follower freut. Und dann kommt eine Knackwurst aus Deutschland, nennt sich hierwirdslustig und schart mit ausschließlich geklauten (und vielen mies übersetzten Tweets) die Sorte Deppen hinter sich, die in Comedy-Übertragungen mit Vokuhila in der ersten Reihe sitzen. Irgendwann verkauft er seine Follower und fängt von vorn an.

Ein einzelner geklauter Tweet ist mir doch wurscht. Aber die Systematik, mit der hier der Spaß von sehr vielen von einigen wenigen untergraben wird, kotzt mich an. Und deshalb folge ich ihm auch nicht. Nicht einmal aus wissenschaftlichen Zwecken.

Gepostet von peterbreuer_ am 20. September 2010 um 18:31.
Ute Weber

@peterbreuer_ Fav! (Sorry, ist zwanghaft)

Gepostet von Ute Weber am 20. September 2010 um 19:12.
allo

lieber vokuhila als vuvuzela! (★)

Gepostet von allo am 20. September 2010 um 19:22.
Huck

Und jetzt?

Gepostet von Huck am 20. September 2010 um 19:52.
Will Sagen

Wo kann man das Twitterbuch denn runterladen (als pdf oder so).
Ich möchte mir das gern durchlesen, aber nicht kaufen.

Gepostet von Will Sagen am 20. September 2010 um 21:15.
mspro

@Will Sagen – nein, da Twitterbuch gibt es derzeit nur im Print.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 21:21.
Will Sagen

Na, wie ärgerlich. Man könnte doch vielleicht die Druckvorlage online stellen. Das wird ja ein pdf sein. ;)

Gepostet von Will Sagen am 20. September 2010 um 21:25.
mspro

Du kannst gerne beim Verlag anfragen. Ich hab sie nicht.

Gepostet von mspro am 20. September 2010 um 21:38.
bosch

@willsagen: Du schreibst in Deinem Blogbeitrag: “Finde ich auch in Ordnung so. Ich habe nämlich auch etwas dagegen, wenn man ohne zu fragen mein geistiges Eigentum verwendet.”

Wo ist das Problem? Von Dir ist doch, wenn ich mich nicht täusche, gar kein Tweet im Buch enthalten. Alle anderen Twitterer, die gedruckt wurden, haben wir – Schöpfungshöhe hin, Urheberrecht her – vorab um Erlaubnis gebeten – und sie haben dafür ein Belegexemplar erhalten.

Gepostet von bosch am 20. September 2010 um 22:28.
Andreas

@bosch: Und weil die ein Belegexemplar bekommen haben, müssen alle anderen für die ansonsten frei zugänglichen Inhalte bezahlen? Oder bezahlt man an der Stelle für die Arbeit des Zusammenstellens? Ist dann denn “Copyright” überhaupt richtig?

Gepostet von Andreas am 20. September 2010 um 22:38.
baranek

@Andreas Urheberrecht ist geknüpft an ein “Werk”. Ein Werk kann auch aus einer “Datensammlung” bestehen. In dem Fall ist die “Schöpfung” tatsächlich die Arbeit des Auswählens und Zusammenstellens.

Gepostet von baranek am 20. September 2010 um 22:45.
baranek

@willsagen Es ist eine Publikation als eBook geplant. Natürlich wird das auch etwas kosten.

Gepostet von baranek am 20. September 2010 um 22:46.
Geistige Gemeingüter - Graubrot

[...] dass ich davon wusste, hat parallel zu all dem mein geschätzter Kollege @mspro bei Twitkrit zu den angeblichen und realen Plagiatfällen in unserem Twitterbuch geschrieben und dabei kühn behauptet, Twitter sei ein schönes Laboratorium [...]

Gepostet von Geistige Gemeingüter - Graubrot am 20. September 2010 um 22:53.
bosch

@Andreas: Niemand muss dafür bezahlen, denn niemand ist gewzwungen, das Buch zu erwerben.

Du kannst Dir Dein eigenes Twitterbuch zusammenstellen, in dem Du Dir Deine Lieblingstweets der letzten zweieinhalb Jahre zusammenstellst (falls Du in den Suchergebnissen so weit zurückkommen solltest) und das dann mit dem von Dir selbst angefertigten Kartoffelstempel ausdruckst.

Gepostet von bosch am 20. September 2010 um 23:05.
mp3

Da sieht man wieder einmal wie wichtig das Leistungsschutzrecht ist.

Gepostet von mp3 am 20. September 2010 um 23:26.
function

Und im Übrigen ist das Urheberrecht, Plagiarismus, Twitter und ihr alle Hitler!

Gepostet von function am 21. September 2010 um 01:39.
mspro

@function du wolltest doch nur dem German Psycho einen inneren Reichsparteitag bescheren, gib’s doch zu, du Goebbels!

Gepostet von mspro am 21. September 2010 um 01:42.
der glanz der anderen | DENKDING

[...] noch mehr edit, über ein jahr später nach erscheinen eines tatsächlichen büchleins die debatte a… var flattr_wp_ver = '0.71'; var flattr_uid = '1685'; var flattr_cat = 'text'; var flattr_tle = 'der glanz der anderen'; var flattr_dsc = '[/caption] und wieder twitter. diesesmal aber keine allgemeine lobhudelei auf das tolle, kreative, neue, schnelle, alle können alles multiplikationsding. heute gab es vielmehr eine diskussion über "retweet" (rt) und "protected accounts". letzteres sind accounts, die nur für follower zu lesen sind. damit hat der accountinhaber die volle kontrolle über seine reichweite: er taucht nicht in suchmaschinen auf und wird nirgendwo einfach zitierbar sein. wenn jedoch einer seiner follower einen tweet per rt weitergibt, ist er im selben moment doch öffentlich und kann beliebig weitergegeben werden. den meisten followern ist aber nicht klar, was alles in diesem "protected" steckt, wenn sie einem protected account folgen. vor allem: die meisten twitter-clients, wenn nicht sogar alle, zeigen es überhaupt nicht an. wozu eigentlich überhaupt rt? mit rt kann ich meinen followern per klick etwas weiterreichen, was ich spannend, lustig oder lesenswert finde, soweit die funktionalität. nun zur funktion. wenn ic'; var flattr_tag = 'twitter'; var flattr_url = 'http://www.denkding.de/?p=469'; var flattr_lng = 'de_DE'; [...]

Gepostet von der glanz der anderen | DENKDING am 21. September 2010 um 10:00.