Der Avatar, das Profilbild zum Twitteraccount – es gibt kaum ein Thema in Twitterland, das nicht insgeheim für wichtiger gehalten und dennoch so gut wie nie thematisiert wird. Ganz heikles Ding, wie wir uns an dieser empfindlichen Stelle der Öffentlichkeit präsentieren, denn Bilder sind noch weniger steuerbar als Worte, in Bezug auf die Bedeutung und die Interpretationsmöglichkeiten des zumeist hyperkritischen Publikums. Da kommen Kriterien wie “hübsch” und “hässlich” ins Spiel. Wer will schon hässlich sein?

Unternehmen und Leute wie Spreeblick machen es sich einfach, die greifen zu ihrer Logo, Bild- oder Wortmarke. Fall erledigt. Klar, SM-Experten raten natürlich ab – “Echte Menschen sind essentiell bei der dialogorientierten Kommunikation!” – aber Scheiß drauf.

Andere Twitteros verwenden irgendso’n Quatsch als Bildchen, Comicsachen sind beliebt, Schafe, Kinderfotos oder ach, keine Ahnung, alles halt, was sie für witzig, bedeutsam oder auch furchterregnd halten. Die Mehrheit greift auf ein Selbstbild zurück oder Teile davon, was in Ordnung ist. Einfach in die Kamera lächeln, fertig.

Wie heikel das ganze Thema genommen wird, zeigt der Umstand, dass es eine ganze Menge sehr nervöser Twitterleutchen gibt, die ihr Bildchen andauernd wechseln. Mich persönlich nervt das. Ich blick dann auf den ersten Blick nicht mehr durch, wer wer ist im Tweetstrom. Andere haben ihr Bildchen zur Ikone gemacht, auch daran basteln sie ständig rum, als ironisches Zitat ihrer selbst. Das ist schwer verwurbelt, intellektuös. Dann gibts da noch die “Twibbon”-Seuche, also diese Bekenntnisschleifchen für die schlimmeschlimme Sau, die grad durchs Twitterdorf geprügelt wird. Ja, ist okay, muss ich aber nicht haben.

Mitschreiben —> Macht doch, was ihr wollt!

Sympathisch sind mir in diesem Zusammenhang Tweets, wie dieser hier von dem auch ansonsten amüsanten, rotzfrechen, aber nicht zu anstrengendem Account von @steaklight.

steaklight

Genau so ist es doch. Man kann es eh nicht allen recht machen. Mach dein Ding so gut, wie’s geht, du wirst schon Fans kriegen. Die, die es Scheiße finden, sollen sich verpissen. Pff.

Und die netten Piepels, die machen dann auch noch mehr mit deinem Avatar. Mitteleuropäisches Voodoo-Zeug zum Beispiel.

euphoriefetzen

Von mir aus.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Huck

Das ist ja mal eine dicke Überraschung!

Gepostet von Huck am 17. August 2010 um 16:40.
uli

Und weil Menschen oft die gleichen Einfälle haben, können Avatarbildchen ins passende Album gesteckt werden. @cat_frieda beispielweise sammelt Katzen, @twitsimps Bewohner von Springfield und @nakanishi65 Farben.

Gepostet von uli am 17. August 2010 um 16:54.
baranek

Großartig. Klasse Links.

Gepostet von baranek am 17. August 2010 um 17:14.