Twitkrit

Und die Voodoozeela spielt dazu

Es ist WM-Zeit. Sport, Spiel, Spannung. Fussi-Wahnsinn auch in Twitterland. Timelines, vollgestopft mit #worldcup-Tweets wie die Fankurve beim Pokalendspiel. Wie in jedem Stadion trifft man bei Twitter die unterschiedlichsten Verrückten. Philosophierende Ästheten, die ein Spiel des Lebens sehen, den Kick als Metapher für die Welt an sich. Pöbelnde Hools, die den Inselaffen (#eng) die Packung wünschen. Leder-Experten, die bei Steilflanken in die Tiefe des Raums in die Knie gehen.

Und die Voodoozeela spielt dazu.

Die WM ist aber auch Strafraum der Erinnerungen. Das liegt daran, dass es sich dabei um ein Gemeinschaftserlebnis voller Erregungen handelt hat, um eine Spielfläche der Identifikation. Papa macht noch ein Bier auf, schreit auf, sogar Mama und die Oma fiebern mit. Obwohl die sich für das Gekicke sonst null interessieren. Daran erinnern wir uns noch lange. Vor allem bei der nächsten WM. Muss irgendwie so eine Art Trauma sein.

In solchen Situationen entstehen Helden. Fußballgötter. Diese Übermenschen berühren Dinge, die sofort heilig werden. Es entstehen anbetungswürdige Devotionalien.

All diese ganzen Stimmungen, die uns in den vier WM-Wochen überfallen, diese Mischung aus ungeschlachten Emotionen und Sentimentalitäten hat HilliKnixibix in einem einzigen Tweet zum Ausdruck gebracht.

Ich werde den hier nicht weiter kommentieren. Lasst ihn einfach auf euch wirken.

Hilliknixbix

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Das brutale Geschäft mit der Natürlichkeit

Nicht erst seit Lena wissen wir alle: Jeder kann Superstar sein! Man muss nur so natürlich wirken und sein Ding machen, dann ist alles drin. Und so schinden sich die jungen Mädchen und Jungs, um an den immer krasseren Natürlichkeitsanforderungen nicht zu zerschellen.

Denn es wird heillos ausgesiebt. Nur wer total echt und natürlich ist, kommt am Ende auf das Siegertreppchen von Germany’s Next Topmodel, Gute Zeiten, schlechte Zeiten oder das Glücksrad. Echtsein, das bedeutet vor allem, dass man selber nichts besonderes sein will und nur mal eben so zufällig und so – so wie Lena, halt!

Wer sich bewirbt, verliert! Also lieber warten, bis man „entdeckt“ wird?
Bildschirmfoto am 2010-06-14 um 16.29.11
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Mathe ist ein Arschloch

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Überall wird mit dem spitzen Bleistift gerechnet. Besonders bei den Haushaltspolitikern. Böse Zungen behaupten, diese hätten mathematische Defizite. Aber auch unter Twitterern sollen diese hin und wieder in Erscheinung treten. @marcthomalla ist nach einer einfachen Kontrollrechung (80.000.000.000:1.000.000.000=80) selbstredend aufgefallen, dass das Ergebnis der Volkszählung bereits einige Jahre vor der Wiedervereinigung mehr als 80 Bürger zum Vorschein brachte. Daraufhin hat er seine getwitterete Fehlberechnung schneller gelöscht als ein Bundespräsident seinen Rücktritt erklären kann.

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Moderne Zeiten

Würde Charlie Chaplin im 21. Jahrhundert noch mal so einen wunderbaren Film wie Modern Times machen, wären es wieder die Maschinen – erweitert um Web-Dienste – in der Welt des Arbeiters Charlie, die im Mittelpunkt seines Kampfes als Individuum gegen das Verschwinden in der anonymen Masse (ursprünglich geplanter Filmtitel: Masses) stünden. Der moderne Mensch des 21. Jahrhunderts ist ja noch viel mehr von Maschinen umgeben. Nur eben anderen, und dazu in den besten Fällen welchen, die ihn nicht anonymisieren, sondern die ihn, wie sein soziales Netz, ganz persönlich begleiten.

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Kreativ Empfehlen

Es ist ein ambivalentes Ding mit diesen Thementagen. Gerade in der vergangenen Woche war die Relation großartiger Humor versus monothematischer Lenahorstisierung nicht immer zum Guten ausgepegelt. Nun, historische Katastrophen haben nun einmal ein gewisses Aufmerksamkeitsmagnetfeld, da muss mensch wohl durch und zum Glück geht das ja auch vorbei. Na, Fußballhasser, freut Ihr Euch schon auf die WM?

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