Am heutigen Gründonnerstag nehmen wir uns einem gesellschaftlichen Konflikt an, der insbesondere junge Menschen in unserem Land betrifft.
Zwar sind in Deutschland Staat und Religion angeblich zwei paar Stiefel, aber es gibt Ausnahmen. Rund um bestimmte christliche Feiertage herrschen Tanzverbote. Das ist kein Scherz.
Ganz besonders viele sind das in der gerade laufenden Karwoche. Weil nämlich der Jesus gestorben ist, kann es sein, dass in sehr gläubigen Gegenden das Tanzen ab heute Abend bis einschließlich Samstag zu unterlassen ist. Tanzen und Feiertag passen einfach nicht zusammen.

Mir ist das persönlich mittlerweile nicht mehr so arg, das Tanzalter habe ich hinter mir, aber diese tanzfreien Tage erinnern mich immer wieder an die guten alten Tage. Damals sind wir gern tanzen gegangen und das Tanzverbot schmerzte sehr. Besonders gern ging ich tanzen im tiefen Westen Berlins (weiß ja heute keiner mehr, wo das ist), im Far Out. Das war zwar keine

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aber so was ähnliches.
Das Far Out war eine Bhagwan-Disco. Beim halbwissenverliebten Spießer bedeutete das: schlimme und perverse Sektenheinis, Haschgift, Sexorgien und Gehirnwäsche. Das war gefährlich. Und Bhagwan bedeutet “Meister der Vagina”! Zum Glück wusste meine Mutter nicht, in was für lebensbedrohliche Tanzlokale ich in Berlin ging (von der Rockerdisco bei uns auf dem Land, wo wir zu Heavy-Metal bangten, hatte ich erzählt, das war ok). Wenn solche Sauereien Tanzen sind, muss die christliche Kirche ja davor geschützt werden! Mindestens an Feiertagen. Bei aller Toleranz. Schlimm sowas!

In Wirklichkeit bedeutet Bhagwan was ganz anderes und das Far Out war so ein Schuppen für Menschen, die zu den größten Hits der 60er, 70er, 80er und dem besten von heute (also frühe 90er) ihre nicht-coolen Hintern ungezwungen (also das Gegenteil von Berlin-Mitte) bewegten, für Touri-Discos aber doch zu viel Niveau hatten. Die harmlos-angenehme Spießigkeit des Ladens liest sich auch aus der Eigenbeschreibung heraus:
“23 Jahre war es der schönste Tanztempel in Berlin. Das Publikum und die Musik waren total breit gemischt, die Gastgeber tolerant. Jeder konnte sein , wie er war. Der Raum war hell und sauber, die Musik nicht zu laut.”

Das Interieur war aus weißem Plastik und in meiner Erinnerung mit runden Ecken, über der Tanzfläche hing eine überlebensgroßes Portrait des Osho und wir hatten immer ein wenig Angst, dass die Sektenfuzzis uns doch noch ansprechen, ob wir nicht mal… Haben sie aber nicht.

Das ist lange her, mittlerweile ist der Schuppen im tiefen Westen Berlins (weiß ja heute keiner mehr, wo das ist) dicht. Und:

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Frohe Ostern schonmal und haltet die Beine ruhig!

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Also ich finde: