Was twittern heute meint, wissen wir. Es ist das bessinungslose in die Welt Kippen kurzer Informationsfetzen, das die menschliche Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zerstört, die Jugend verblöden lässt und so weiter und so fort. Fortschrittliches Teufelszeug eben.
Ursprünglich aber hatte twittern was Tierisches.
Wie so oft klaut sich auch hier der technische Fortschritt seine Begrifflichkeit in der ursprünglichen Natur. Wir alle wissen, twittern heißt zwitschern, also die Kommunikation der Vögel.
Und wie beim neuen Getwitter, wenn in Fernsehen #gntm oder #dsds läuft, so ist das beim alten Gezwitscher wenn in naturam vom Eise befreit ein blaues Band ihr wisst schon.
Die Aufgeregtheit des menschlichen Geschnatters im virtuellen Partizipationsraum, während im Unterschichtenfernsehen die Jugend von heute den Bach runtergeht, entspricht in etwa den Frühlingsgefühlen der Vögel, wenn die Krokusse blüh’n.
Jedem von uns mit ein wenig Sprachbegabung ist es ein Leichtes die gegen Null tendierenden Informationen der Castingshowtweets zu decodieren. Doch wer kann schon ursprünglich twittern oder es zumindest verstehen?
Fragen wir jemand, der sich mit Vögeln auskennt, fragen wir einen Ornithologen und erhalten wir eine ernüchternde Antwort, der der Duft eines Bausparvertrages anhaftet:

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