Sprachübergreifendes findet wenig Anwendung auf Twitkrit. Zu Unrecht eigentlich, denn nirgendwo kann man besser über den sprachlichen Tellerrand der unterschiedlichen Nationen schauen, als in diesem international genutzten Microbloggingdienst. Gelebte Interkulturalität in genuiner Selbstbegrenzung auf 140 Zeichen. Wenn sich diese linguistische Mauerschau dann auch noch metakritisch mit Twitter selbst beschäftigt, ist die vorliegende Rezension geradezu eine Pflichtübung der länderübergreifenden Twitteraturkritik. Genug Geschwurbel, jetzt zur Twitkrit:

Chris lernt russisch in Moskau. Er lässt uns via Twitter an seinen Erfahrungen teil haben (Beispiel). Doch Chris aka @russischlernen beschäftigt sich nicht nur mit der russischen Sprache und Kultur, sondern auch mit der spanischen. Dabei hat er erfahren, dass die Spanier sich fragen, wie wir Deutschen das mit Twitter wohl hin bekommen, weil wir doch so lange Wörter haben:

russischlernen

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Twitkrit ist als investigatives Magazin bekannt, das den Dingen auf den Grund geht. Ich habe deshalb für Euch recherchiert und kann die aufgestellte These, dass man sich auf der Iberischen Halbinsel solche Gedanken macht, tatsächlich durch zwei spanische Tweets exemplarisch belegen:

@damoto verkündet in Anspielung auf Überlängen im teutonischen Wortschatz: Die Deutschen können nicht twittern, da ihre Wörter nicht in 140 Zeichen passen:

damoto

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Und auch @crashdematrix macht sich so seine Sorgen um das Twittern in eigener Sprache. Wegen vereinzelt auch im Spanischen auftauchender Wörter mit Überlänge. Doch davon ausgehend wundert er sich viel mehr, ob denn das Twittern in deutschen Landen überhaupt möglich sei:

crashedmatrix

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(Übersetzung: Warum haben wir Wörter wie “unglücklicherweise” ?! (18 Buchstaben)!!! Das ist nicht twitter-friendly. Was machen die armen Deutschen erst auf Twitter?)

Bleibt anzumerken, dass die beiden Wörter «desafortunadamente» und «unglücklicherweise» beide genau 18 Buchstaben verbrauchen. EU-genormte Wortüberlange auf Twitter in diesem speziellen Fall. Ansonsten haben die Spanier schon recht: wir haben es schwer beim Twittern in deutschen Landen.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Bhuti

Jemand der twittern möchte, dass er in Neuseeland auf dem Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu steht, ist auch nicht zu beneiden ;-)

Gepostet von Bhuti am 06. März 2010 um 15:42.
textundblog

@diktator: Danke schön, freut mich.

@Bhuti: Oh ja, da sind dann vorneweg gleich 85 Zeichen weg. Bitter für den Besteiger des Berges mit der bombastischen Bezeichnung.

Gepostet von textundblog am 06. März 2010 um 15:48.
Jekylla

Umso mehr bewundere ich diverse twitter-Wortakrobaten, denen es immer wieder gelingt, ganze Geschichten in 140 Zeichen zu packen.

Gepostet von Jekylla am 06. März 2010 um 18:05.