Früher war ich der festen Überzeugung, dass Mädchen faszinierende, gleichwohl befremdliche Wesen aus einer anderen Welt sind.
Ganz besonders war ich von der weichspülerwerbungartigen Reinheit ihrer Körper überzeugt. Alles duftete an der holden Weiblichkeit und herbe Männerausscheidungen wie Bierschiss oder Mundgeruch waren schlicht unmöglich.
Schweiß kannte ich an Mädchen nur aus dem Sportunterricht und der duftete nach Blumen und nicht nach Zwiebeln wie bei Jungs (er glänzte auch wunderschön auf ihren Gazellenbeinen und floss nicht in Strömen den Körper herunter).

Dass Spargelpipi geschlechtsneutral unangenehm riecht, brachte erste Risse in mein sagrotanes Frauenbild.
Und auch wenn ich es lange nicht wahrhaben wollte, keine Beziehung, die länger als ein paar Nächte dauerte, war so kurz, als das nicht irgendwann auch ein Moment entstand, bei dem sie stank.

Irgendwann musste ich einsehen, das meine olfaktorische Vorstellung von Weiblichkeit eine an jeglicher Realität meilenweit vorbeigehende Verblendung aus katholischem Marien- und Jungfernkult, spießbürgerlich-patriarchalen Frauen- und Reinheitsvorstellungen sowie der Barbiewerbung war.
Und ich bin froh darum, denn auf Dauer ist eine derartige Entfremdung der anderen hin zur Schaumseifenskulptur kaum auszuhalten, wenn du selbst mit Mühe und Not gerade mal den Deostick bedienen kannst.

Auch die Anerkennung der femininen Flatulenzen, liebe Geschlechtsgenossen, ist ein notwendiger Schritt hin zur Gleichberechtigung. Ihr seid soweit, wenn folgende Feststellung einer Liebeserklärung gleicht:

pups
[Link]

Kommentieren

Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

baranek

Wobei jetzt bemerkenswert ist, dass, ähm, hüstel, das Wort “Fisch” nicht fiel …

Gepostet von baranek am 25. Februar 2010 um 15:49.
Zufall

Genau. Es muss ein Pups der Gleichberechtigung durch’s Land gehen!

Gepostet von Zufall am 25. Februar 2010 um 16:03.
bjoerngrau

@julia: nein, gar nicht. ich hatte als junger mensch nur ein schiefes frauenbild in der nase.
wobei (aber das ist jetzt ein anderes thema) babywindeln auch für den olfaktophilen eine echt harte herausforderung fürs riechorgan sein können.

Gepostet von bjoerngrau am 25. Februar 2010 um 16:28.
julia seeliger

Dazu fiel mir das ein. Und ich hab es tatsächlich mit Google gefunden.

wo sie sich dieses Vorrecht verdient habe, ob sie vielleicht nicht etwa Scheiße kacke, sondern Lilien, man stelle sich das vor

Gepostet von julia seeliger am 25. Februar 2010 um 16:49.
Julian

Groß-ar-tig!

Gepostet von Julian am 25. Februar 2010 um 23:00.