Es gibt diese Tendenz auf Twitter, sich global gemeinsam irgendwie zu fühlen. Das ist nicht neu, an jedem Montagmorgen, den der liebe Gott werden lässt, fühlen wir uns global schlecht, und abends und nachts werden wir alle qwertzu. Gefühle sind unser Mem, oder die Zeit hat sie dazu gehacht.  Zur Zeit hat uns global eine mittelschwere Winterdepression in ihren eiskalten Klauen, und ein bißchen Liebeskummer scheint per Tröpfcheninfektion umherzugehen wie eine schwere Magendarmgrippe.

Das ist sie – die innere Delmenhorstisierung, und sie klingt elementofcrimig bei @anouk_:

Vermissen ist manchmal richtig schön, findet @_allerleirauh:

Aber vielleicht reicht es auch irgendwann, irgendwann hat es sich ausgefühlt, und dann klingt es wie bei @JoSilberstein:

Das ist sie also, die innere Delmenhorstisierung, und vielleicht wird sie durch die aktuelle Wetterlage auf eine Art und Weise befördert, die ihrer Genesung nicht gerade zuträglich ist. Im Sommer wäre Delmenhorst ein ganz anderes Lebensgefühl. Dann wäre auch noch hinter Huchting gleich ein Graben, der weder breit noch tief ist, und dann käme gleich Getränke Hoffmann, aber man könnte sich dort ein eiskaltes Bier kaufen und sich damit auf die nächste Parkbank setzen. Und während man immer da ist, wo du nicht bist, hätte man wenigstens mit dem Rest der eigenen Timeline dabei. Vielleicht wäre die innere Delmenhorstisierung der passende Anlass für ein  progressives Twittertreffen – einer malt seine Follower, einer knetet sie aus Mettwurst nach, während andere, die sonst qwertzu sind, sich gemeinsam betrinken – auf dem #delmenhorst10.


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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

DasNest

Hm, ich weiß nicht, aber ich merke das gar nicht so intensiv mit den gleichen Stimmungen. Vielleicht liegt es daran, daß man sich mit einer sprachausgabe derart langsam durch die Tweets wühlt, daß man sich sehr sorgsam überlegt, wem man folgt. Oder daran, daß ich Twitter in der hauptsache zur Info nutze? Ich weiß es nicht. ich denke tattsächlich, daß es daran liegt, daß ich als blinde Twitter spartanischer nutzen muß: keine bildchen, nicht jedem kleinsten Smilie folgen können, weil alles Zeit kostet, mehr als andere. Und wenn ich merke, daß es mir zu viel wird, nehme ich mir eine Twitter-auszeit für ein paar Tage. Aber ich muß zugeben: das von-einer-Parkbank-twittern fehlt mir doch. Das würde mir hin und wieder doch gefallen. ich hoffe, ich werde nie twitter- oder noch schlimmer gefühlsmüde. Ich ertappe mich dabei, Menschen, die *ausschließlich* selbst gemachte Sinnsprüche twittern, irgendwann mit nur ganz wenigen Ausnahmen zu entfolgen. Da unterhalte ich mich doch lieber.

Gepostet von DasNest am 02. Februar 2010 um 14:31.