Das, was einst wir Geisteswissenschaftler besorgten, nämlich die Erklärung des Seins, des Sozialen und ihre Rezeption, das alles haben heute die Neurobiologen übernommen. Das finden wir natürlich schade, weil wir damit ja irgendwie gesellschaftlich überflüssig sind, aber auch nicht so schlimm, müssen wir halt so lange Tweets besprechen oder Taxi fahren.

Natürlich müsste ich Lügen, wenn ich behauptete, dass nicht auch wir Geisteswissenschaftler gebannt auf die Erforschung des Gehirns starrten und jede von uns schon länger behauptete Binsenweisheit über den Menschen, die die Neurowissenschaft jetzt rausfindet, mit Jubelschreien begrüßten.

Und wieder ist es so weit: Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden… dass der Mensch ein soziales und empathisches Wesen ist. Hammer!

Der Mensch ist im Besitz der so genannten Spiegelneuronen, die dafür sorgen, dass wir taktile und sonstige Gefühle mit unseren Mitmenschen teilen. Und zwar so, dass das “Mitfühlen” mehr als nur ein Sprichwort bleibt. Nein, der Schmerz meines Gegenübers ist durch die Spiegelneuronen auch mein Schmerz. Hier das ganze in einem netten Ted-Vortrag verpackt:

Und so müssen wir umdenken (müssen wir das?), dass nämlich unsere Gesellschaft eine der Teilhabe ist. Wo wir für einander sorgen, weil wir ja alle mit einander durch die Spiegelneuronen verbunden sind. Dass eben nicht die Konkurrenzsituation zwischen männlichen Jägern, sondern die Beziehung zwischen Mutter und Kind die Urszene des Sozialen ist.

Und jetzt der waghalsige Eintritt in die On-Topic-Atmosphäre von Twitkrit:

Im Internet wird ja auch viel geshared. Auch von Frauen:

Bildschirmfoto am 2010-01-20 um 10.58.53
[Link]

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

acid

*rotfl* n1! ;)

Gepostet von acid am 20. Januar 2010 um 11:47.