Lasst uns übers Verlieben sprechen.
Diesen am Ende nicht gänzlich fassbaren Moment, wo aus einem Augenblick ein Kribbeln wird, wo die Gedanken auch bei aller Konzentration sich wieder diesem einen Wesen annähern, das uns eben noch kaum auffiel.
Besonders schön ist am Verlieben der Überraschungsmoment. Das dieser Mensch jetzt und hier, das kann doch gar nicht und doch ist es und das ist so unglaublich! Ach!

Dabei gibt es Orte, die fürs Verlieben nicht so prädestiniert sind.
Städte, die man nicht mag beispielsweise, bieten kaum das Ambiente dafür. Ich hab mich noch nie in Hannover verliebt zum Beispiel (aber nach einem Hannoverbesuch mal getrennt).

Oder der sterile Mix aus Lagerhalle und OP, der große deutsche Supermärkte ausmacht. Da fehlt jeglicher Anknüpfungspunkt fürs eigene Wohlbefinden und in der perversen Entfremdung des Werfens von Industriefraß in Hochglanzverpackung aus dem Regal in den Einkaufswagen ist es schier unmöglich, sich Offenheit für andere und ihre Reize zu bewahren.

Dazu dann die durchs Kunstlicht ihres Arbeitsplatzes ewig blass und bleich aussehenden Kaufhallenbediensteten in ihren weißen Metzgerkitteln, gehetzt von den Renditeerwartungen der Konzernzentrale und bis zum Bersten eingespannt in den Distributionskreislauf zeitgenössischer Just-In-Time-Warenan- und Auslieferung. Da ist in jeder sterilen Chipfabrik mehr Flirtpotential.
Wie sollen so umwerfende Gefühle zart knospen, um unvermittelt in einen Wirbelsturm aus Endorphinen münden? Wie???

Kaum zu glauben, aber es ist möglich. Frau muss beim Einkauf nur einen Mann mit Doppelnamen in Bayern treffen:

schulze-isfort
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Also ich finde:

Das sagen die Anderen: