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Böse Nachbarn zu Zeiten des Liebesfestes

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Weihnachten steht vor der Tür — das Fest der Liebe. Alle Menschen sind gut zueinander, freuen sich morgendlich über das geöffnete Türchen in ihren Adventskalendern, laben sich an den Glühweinständen in den Innenstädten und holen die Wham-CD von „Last Christmas“ vom Dachboden hervor. Überall duftet es nach Zimt, man kauft Geschenke für die Liebsten und überlegt schon einmal, wie man in diesem Jahr den Weihnachtsbaum zu schmücken gedenkt.

Nur @zlotylove nicht. Obwohl er eigentlich prädesteniert wäre, ein guter Weihnachtsmann zu sein, — trägt er doch immerhin das Wort „Liebe“ in seinem Nickname —, so nutzt er das bevorstehende Krippenfest dazu aus, Unfrieden in seiner Nachbarschaft zu stiften. Die junge Familie, die in der Wohnung unter ihm wohnt, hat sich gerade so gut eingelebt und fühlt sich wohl. Kein Wunder, denn es ist Platz genug für die vier Jungs im Alter von 8-12 Jahren. Die Wohnung ist günstig und geräumig, so dass alle ihrem Hobby Fußballspielen auch zur kalten Jahreszeit nachkommen können: und zwar indoor. Da gerade kein Kindergarten in der näheren Umgebung gebaut wird, gegen dessen Errichtung @zlotylove beim zuständigen Gericht Klage einreichen könnte, was in den vergangenen Jahren zu @zlotyloves größtem Glück geworden ist, versucht er einfach, sich anderweitig auf perfide Art und Weise den lieben Kleinen in seinem Umfeld zu entledigen.

Ich wünsche @zlotylove von ganzem Herzen, dass sein Wunsch, den er durch geschickte Manipulation zu dem Wunsch des Nachbarjungen gemacht hat, in Erfüllung geht: denn die Wohnung genau über @zlotylove ist nicht nur heller und frisch saniert, sondern auch noch frei. Frohe Weihnachten — und auf weiterhin gute Nachbarschaft!

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Haare

Ich hab’s aufgegeben. Der Wirbel in meinem Haupthaar an der rechten Seite hat gewonnen. Ab einer Länge von acht Millimetern stehen mir da hinten die Haare ab. Das ließe sich erst wegkämmen, wenn die Haarlänge über acht Zentimeter käme. Das aber erlaubt mir die Glatzenbildung nicht mehr. Elende Männlichkeit.
Ich habe also den Kampf für die Frisur aufgegeben.

Andere nicht. Sie kämpfen weiter einen auslichtslosen, haarigen Kampf. Wir zitieren auszugsweise aus dem Betroffenenforum.

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Das Konzept des „Nikolaus“ im Zeitalter seiner twitterischen Reproduzierbarkeit

Gestern war es wieder soweit: Der 6. Dezember gilt als der Tag, an dem der Nikolaus kommt und den Kindern was in ihre vor der Tür gestellten, natürlich frisch geputzten Schuhe steckt. Dieser Kinderglaube findet zwar in Twitterland eine gewisse Beachtung, hat aber ansonsten kaum eine Chance, ernst genommen zu werden.

Vielmehr verfolgen deren Bewohner auch in diesem Fall prinzipiell die Strategie der Entzauberung derartiger Mythen im Benjaminischen Sinne. Jener Walter Benjamin hatte Anfang des letzten Jahrhunderts die Aufgabe des künstlerischen Schaffens darin gesehen, „in den Dienst einer materialistischen Entmythologisierung einzutreten und unmittelbar eine Funktion im Emanzipationskampf der Gesellschaft zu übernehmen“ (Wikipedia).

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Eiskalt

Etwas kühl ums Gemüt? Nun, kein Wunder wenn selbst das Zuckerglück sich künftig zurückzieht und man glatt etwas beherzter mit dem Löffel nachbohren muss. ’Tis the season…

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World in Motion

„Effektivität bestimmt das Handeln“ mag für Weltraumflugorganisation vielleicht noch weitestgehend zustimmen, doch bei einem geselligen Beisammensein von Menschen, die zuviel kritische Theorien studiert haben und letztlich nicht viel mit diesem Wissen anfangen können, außer damit anzugeben, ist Handeln gleich Labern und Selbstzweck und jede Zielorientierung dabei ein Zirkelschluss.

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