Twitkrit

Tweets machen Leute

Heute geht es um einen Satz aus Max Frischs Gantenbein… Und um den Zufall. Um die spielerischen Möglichkeiten auf Twitter… Und um einen Twitteraten, der all dies bestens verkörpert und ein so untrügliches Gefühl für Sprache hat, dass es eine reine Freude ist, ihn zu lesen, ihm zu folgen.

Ehe wir zu dieser Persona non grappa kommen (wer ihm bereits folgt, weiß ob dieser Bio schon, von wem die Rede sein wird), vorneweg die Frage: Kennt Ihr eigentlich den Gantenbein von Frisch? Falls nicht, nur soviel zur Erläuterung: Der unbekannte Erzähler des Romans wurde von seiner Frau verlassen und erfindet nach und nach verschiedene Geschichten, die mögliche Erklärungen darstellen, warum seine Frau ihn verlassen haben könnte. Zu Beginn des Romans Mein Name sei Gantenbein von 1964 lässt Frisch ihn folgenden Satz sagen:

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Vom Fritz zur Freiheit

schiller
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Gestern vor 250 Jahren kam der Mann auf die Welt, von dem meine Oma (sie kam aus dem selben Dorf wie er, wurde aber etwas später geboren) immer sagte, der Goethe habe ihn auf dem Gewissen. Weil der Goethe als Staatsdiener Weimars dem kranken Schiller die Bezüge gekürzt habe und der dann nix rechts mehr zum Leben hatte.

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Wer ist eigentlich der @vergraemer?

Wer ist eigentlich der @vergraemer? Wer steckt hinter dieser Kunstfigur, die sich mit beißendem Spott und absurden Situationen zu einem der populärsten Twitterer in Deutschland gemausert hat?

Wir hatten am Wochenende Gelegenheit, den @vergraemer zu diesem und jenem zu befragen. Denn er war in Nürnberg anwesend, bei der Vernissage der Ausstellung „Ich male meine Follower“ von @frauenfuss. Dort hat der @vergraemer auch aus seinen Texten gelesen. Ein kleiner Ausschnitt daraus in diesem Video.

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Grenzbereich zwischen Kunst, Poesie und Gebrauchsliteratur

Was mich an Twitter so begeistert, ist die Bandbreite der Nutzungsmöglichkeiten. Hier gibt es kunstvolle, poetische und wortwitzerfüllte, aber auch banale, praktische und informative Texte zu lesen. In der Germanistik spricht man bei der Einteilung des literarischen Schaffens zum Beispiel von Gebrauchstexten. Die Wikipedia klärt in aller Kürze auf, was man unter Gebrauchsliteratur versteht, nämlich einen…

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Wünsch dir was

Wir erinnern uns: damals, als es noch warm war und Schweine lediglich in Form von Hitze durchs Land galoppierten, da bereitete euch Twitkrit schon mit sanfter Unverblümtheit auf das Unvermeidliche vor – Weihnachten. Man könnte meinen, dieses kleine Blog war in seiner weisen Voraussicht quasi voll und total:

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Die fatale Unordnung der Dinge

Lieber @Martinkur,

wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich für den folgenden Tweet bedanken, den wir heute von dir lesen durften.

martinkur

Diese Nachricht legt nicht nur einen Finger in die Wunde, sondern drei, und streut auch noch Salz hinzu. Ergebnis: die schmerzhaft brennende Erkenntnis, dass die Welt mal wieder völlig falsch organisiert ist. Alles in Unordnung, nicht durchdacht. Schnellschüsse, die mehr verwirren als helfen. Selbst die genialen Jungs bei Twitter kriegen es eben nicht hin.

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