Eigentlich gilt redaktionsintern die Regel, dass wir unsere eigenen Tweets hier nicht besprechen. Aber Regeln haben Ausnahmen. Und wenn einer hier seit dreieinhalb Monaten nichts mehr geschrieben hat, dann kann die Regel schon mal ausgenommen werden.

Ein immer virulentes Problem des modernen Menschen ist das Zuviel. Man kann gar nicht alles machen, vor allem nicht gleichzeitig. Besonders zeigt sich dies in den bürgerlichen Normen der Kunstrezeption. Die ist nämlich gängigerweise als Konsum, also One-Way-Kommunikation definiert.
Wir stehen vor einem Gemälde und staunen schweigend. Wir sitzen im Theater oder im Kino und staunend schweigend. Selbst die niederen Formen von Kunst konsumieren wir in der Regel irgendwie allein. Musik kommt aus den Kopfhörern und selbst vor dem Fernsehapparat sind allermeist Tätigkeiten der Sozialisation unerwünscht.

Wie anders hatten sich das noch unsere Vorväter in den Zeiten des Geniekults vorgestellt! Volkslied, Volksmärchen, Volkstheater. Alles wurde gemeinsam produziert und gleichzeitig performativ konsumiert.
Ein fröhlich Dichten, Musizieren und Deklamieren in großer Runde und zum Abend sangen alle „Nehmt Abschied, Brüder“.

Heute ist das, wie gesagt, getrennt, das Beisammensein und die Kunst. Und selten wurde das Wehklagen über diesen Missstand kunstvoller und gleichzeitig sprach- und kulturkritisch in Verse und Reim gegossen als hier:

donniedarko
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Also ich finde: