Heute geht es um einen Satz aus Max Frischs Gantenbein… Und um den Zufall. Um die spielerischen Möglichkeiten auf Twitter… Und um einen Twitteraten, der all dies bestens verkörpert und ein so untrügliches Gefühl für Sprache hat, dass es eine reine Freude ist, ihn zu lesen, ihm zu folgen.

Ehe wir zu dieser Persona non grappa kommen (wer ihm bereits folgt, weiß ob dieser Bio schon, von wem die Rede sein wird), vorneweg die Frage: Kennt Ihr eigentlich den Gantenbein von Frisch? Falls nicht, nur soviel zur Erläuterung: Der unbekannte Erzähler des Romans wurde von seiner Frau verlassen und erfindet nach und nach verschiedene Geschichten, die mögliche Erklärungen darstellen, warum seine Frau ihn verlassen haben könnte. Zu Beginn des Romans Mein Name sei Gantenbein von 1964 lässt Frisch ihn folgenden Satz sagen:

Ich probiere Geschichten an wie Kleider.

Da ist einem etwas passiert, und nun sucht er die Geschichte seiner Erfahrung. Das Spiel mit den Möglichkeiten. Der Zufall. Die Vorstellung, was wäre passiert wenn… Homo Faber, Stiller usw. lassen grüßen und irgendwie drängt sich auch der Vergleich zu Twitter auf. Somit kommen wir auch schon zu dem Twitteraten, den ich Euch heute ans Herz und in Eure own private timelines legen will. @assenassenov stellt den oben angesprochenen Bezug her mit seinem Tweet:

assenassenov1

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Ein Tweet der zeigt, was Twitter auch sein kann. Oder um – leicht abgewandelt – einen anderen Textilmetaphoriker, den Keller, Gottfried, zu bemühen: Tweets machen Leute. Wir sind, was wir (über uns) schreiben. Oder wir versuchen, so zu sein. Wir geben es vor. Wir täuschen Wahrheit vielleicht nur vor, oder deuten an, so könnte es sein. Und geben womöglich doch so viel von uns preis.

@assenassenov macht sich nicht nur Gedanken über Sinn und Zweck des Twitterns, sondern auch über die Sprache, die hier und andernorts zum Einsatz kommt. Als Beispiel dafür möge dieser Tweet die Vorstellung beenden:

assenassenov2

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Also ich finde: