Lieber @Martinkur,

wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich für den folgenden Tweet bedanken, den wir heute von dir lesen durften.

martinkur

Diese Nachricht legt nicht nur einen Finger in die Wunde, sondern drei, und streut auch noch Salz hinzu. Ergebnis: die schmerzhaft brennende Erkenntnis, dass die Welt mal wieder völlig falsch organisiert ist. Alles in Unordnung, nicht durchdacht. Schnellschüsse, die mehr verwirren als helfen. Selbst die genialen Jungs bei Twitter kriegen es eben nicht hin.

Doch lass uns, lieber Martin, deine Vorschläge doch mal zu Ende denken. Während wir noch immer versuchen, überhaupt die Idee der Listen auf Twitter ganz und gar zu verstehen, bist du schon einen wichtigen Schritt weiter.

Dein a)-Vorschlag zum Beispiel: Eine große Liste der Listen! Famoser Gedanke! Endlich alles an einem Ort zusammen, schön übersichtlich und zugänglich. Eine klare und runde Sache. Könnte nur etwas lang werden: vielleicht zwei Kilometer?

Aber Punkt b) geht ja darüber noch hinaus. Denn du beklagst Verschwendung von Ressourcen. Wie wahr, davon hat man bekanntlich nie zuviel. Listen doppelt und dreifach – tja, das ist wirklich unnütz. Aus deiner Feststellung spricht der Wunsch nach Orientierung: Welche Liste mit … zum Beispiel … ähm … Twittercoaches … ist die wahre, die richtige, die definitive?

Wir schlagen daher die Schaffung von G.O.T.T. vor (Großer Organisator Totaler Twitterlisten). Der wird einmal im Jahr via faven gewählt und der darf dann die Listen zusammenstellen. Neue Listen zu bestimmten Themen – z.B. kiffende Alkoholiker, Barcampnomaden, nichtvegane Schuhträger – werden von G.O.T.T. auf Antrag erstellt. Jeder Twitterer darf nur einen zehntel Antrag stellen, d.h. neue Listen können nur immer von zehn Twitterern gleichzeitig beantragt werden. Sonst würde es wieder zuviel Wirrwarr geben, ungemütliches Chaos.

Wir, wie gesagt, wir verstehen dich Martin. Auch wir sind verwirrt ob diverser kruder Listen, die niemandem weiterhelfen. Vermutlich noch nicht mal dem, der sie angelegt hat.

Aber, ach, wir sentimentalen Ex-Zyniker, wir befürchten: Die Welt ist so. Chaotisch, individuell, unmaßgeblich. Ohne Orientierung schleudert sie durch den Raum. Jeder bastelt nach Kräften jedoch unkoordiniert daran rum. Und was kommt dabei heraus? Das herrlichste Gebilde, die schrägsten Ecken, die wildesten Phantasien – da kommste manchmal noch nicht mal mehr mit dem Staunen hinterher. Denk mal drüber nach, Martin. Und fang schon mal eine Liste an: Die-die-mich-nicht-verstehen-wollen. Es könnte eine definitive werden.


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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Martinkur

Also die Liste gibt’s jetzt:
@Martinkur/die-die-mich-nicht-verste

Leider lässt Twitter nur Listennamen mit einer Länge von 25 Zeichen zu. Will noch wer auf die Liste?

Gerne DM an @Martinkur

Grüße an alle sentimentalen Ex-Zyniker!

Gepostet von Martinkur am 05. November 2009 um 17:45.
Sebastian

Wir müssen dann noch schauen, wie wir die „Freunde“-Liste organisieren. Da dürfen dann halt nur Menschen drauf, auf die sich alle einigen können.

Gepostet von Sebastian am 06. November 2009 um 11:10.