Und ich so: voll hetero. Yepp, ich steh auf Frauen. Männer, okay, intellektuell interessant, auch so als Austausch unter Kollegen. Aber Frauen, sag ich euch, Frauen – da ist einfach mehr dran. Das ist elektrisch aufgeladen. Ist so. Und jetzt kommt das beste: Auf Twitter sind sie levée en masse! Man könnte jetzt auf meinen biologisch erzwungenen Status als tendenziell Alter Sack anspielen, wenn man mir ausschließlich geile Motive unterstellt: “Du folgst denen doch nur, weil du sie alle knallen willst!” Das ist Unsinn. Das verneint die Vernunft. Das ist mir einfach zu anstrengend und hat zu gefährliche Nebenwirkungen. Heroin nehme ich ja auch nicht, aus ähnlichen Gründen. Heroingeschichten sind allerdings interessant.

Also lese ich begeistert, was all die vielen Damen, Göttinnen, Girls, Schlampen, Zicken, Tussis, Mädels, Muttis und Tanten so von sich berichten und ich muss sagen: Aber hallo! Kein Blatt vor dem Mund, es wird Tacheles geredet. Hier erfährt man sehr viel über die weibliche Welt der Dinge. So Dinge zum Beispiel wie Typen. Das ist mir sowieso das größte Rätsel. Mir als Hete ist das völlig unverständlich, wie man auf Männer stehen kann. Manchmal ist es mir schon lästig, selbst nette Exemplare zu umarmen.

Frauen also. Wie die reden. Zum Beispiel von Busen. Ohne Respekt! Ich würde mir NIE trauen, solche Worte, zum Beispiel Hupen, für die sekundären Geschlechtsmerkmale, diese köstlichen Kuschelteile, in einem Tweet zu veröffentlichen. Über das Heilige redet man nicht! Das könnte den Zorn der Göttinnen provozieren! Horror! Aber die werten Damen, die machen vor nichts Halt. Das ist die größte Überraschung: Die ziehen das Geschlechtliche in den, naja, stimmt nicht so ganz, Dreck. Das triffst nicht. Es wird eher entzaubert, vermenschlicht, mit einem Lächeln. Jaaaa, das befreit mich!

Ich könnte jetzt hier eine Liste mit 50 heißen Bräuten (mindestens!!) veröffentlichen. Lasse ich aber mal besser. Wenn ich dann eine vergesse, was passiert dann? Damen sind empfindlich. Der heilige Zorn …

Deswegen hier jetzt nur vier Beispiele (BEISPIELE!!), die in etwa die Bandbreite aufzeigen, mit der wir es bei Twitter anno 2009 zu tun haben.

Wie dieser Tweet hier von @5kaffeespaeter, der befreit mich nicht, sondern der ist ganz gemein. Pfuii!

5kaffeespaeter

Was eine Frage: Das ist ein Scheißgefühl, das tut uns weh, uns Männern! Da klingt diese Nachricht von @fragmente schon versöhnlicher.

fragmente

Siehste, so sieht das nämlich aus, mit den Twitterdamen. Hübsch, adrett, aber faustdick hinter den frisch gewaschenen Ohren.

Aber wenigstens keine Esoschlampen, wie @allerleirauh beweist.

allerleirauh

Eins noch zum Schluss: So weit wie @mirjamari gehen wir nicht, da hört der Spaß auf. Echt jetz mal.

mirjamari

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Julian

Hell Yeah!

Gepostet von Julian am 13. Oktober 2009 um 14:43.
Nika

Ich muss also wieder mehr über meine Brüste reden um meine männlichen Follower zu versöhnen. Gut, ich werde das in Betracht ziehen.

Gepostet von Nika am 13. Oktober 2009 um 14:44.
Jens

Fängt ja gut an und verspricht viel. Aber dann ist nach zweieinhalb Tweets auch schon wieder vorbei. Hm. Ist ja schon irgendwie auch typisch Mann, oder?

Gepostet von Jens am 13. Oktober 2009 um 14:55.
Yetused

@Jens: Muahaha.

Gepostet von Yetused am 13. Oktober 2009 um 20:02.
Claudia

“Mir als Hete ist das völlig unverständlich, wie man auf Männer stehen kann.”

“Hete” ist ein Begriff aus der Lesbenszene für “heterosexuelle Frau”, also eine, die auf Männer steht.

Gepostet von Claudia am 14. Oktober 2009 um 09:31.
baranek

Na dann haben mich meine schwulen Freunde ja jahrelang verarscht, die Schlingel.

Gepostet von baranek am 14. Oktober 2009 um 17:55.
Twitkrit — Der Schrei nach Zehen

[...] Dass die Nutzung von Twitter nicht nur soziologische Millieustudien ermöglicht, sondern insbesondere Erkenntnisse zum körperlichen Selbstverständnis zeitgenösssicher Maschinennutzer, hatte ich bereits in einem bahnbrechenden Artikel ausgeführt. Damals ging es um Brüste. [...]

Gepostet von Twitkrit — Der Schrei nach Zehen am 25. Juni 2011 um 08:41.