Eine hochphilosophische, einem traurigen Existentialismus verwandte und geradezu lyrische Gastkritik hat uns @wikipeter zugeschickt:

Wer sich der Fragwürdigkeit des Lebens bewusst ist und trotzdem ein Ziel anstrebt, ist ein Narr oder ein Held. Letztlich ist alles dasselbe. Verzweiflung in ihrer Ur-Natur zwingt uns Rollen auf, die wir nicht zu spielen wünschen; wir sind alle nur Statisten ohne nennenswerte Gage, die Hoffnung ist unser Vorschuss. Wir sind Künstler auf Zeit, meistens miserable, zwangsverpflichtet – und was blüht uns?

Die größten Erkenntnisse führen ins Nichts, wir stehen ärmer da, als wir angefangen haben. Armut ist also steigerungsfähig, und wir sehen uns gezwungen, an die Unendlichkeit zu glauben.

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Glaube gepaart mit Erkenntnis ist dennoch heikel. Der Intellektuelle bedarf der Lüge genau so wie jeder andere mit dem Unterschied: Er kann nicht betrogen werden. Er muss es selbst tun. Das verlangt höchste Kunstfertigkeit, man sollte diesen geistigen Handwerkern höchste Bewunderung zollen.

Und Applaus.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

lili_quasselt

wunderhübsch, muss ich sagen!

Gepostet von lili_quasselt am 23. September 2009 um 14:41.
bunki (alias bunkinho)

Da kann man ja nur mit dem Herren Shüttelbier drauf antworten:

All the world’s a stage, and all the men and women merely players: they have their exits and their entrances; and one man in his time plays many parts

Gepostet von bunki (alias bunkinho) am 23. September 2009 um 19:09.
wikipeter

@bunkinho Ich hatte keine Ahnung, dass man diesen kleinen Text mit Shakespear in Verbindung bringen könnte. Im Gegenteil: Ich kenne nur wenige Texte von ihm. Aber, laut Sokrates: Es gibt nichts Neues unter der Sonne….

Gepostet von wikipeter am 24. September 2009 um 06:56.
Leonard Ritter

Narren sind die neuen Helden, denn sie sind frei.

…und ich stimme zu, und schließe mit meiner neuen Catchphrase:

DAS WIRD ALLES NOCHMAL RICHTIG SPANNEND.

Gepostet von Leonard Ritter am 24. September 2009 um 11:07.