Twitkrit

Positiv denken, Franz!

Weißt du, Franz, das mit dem Papa, gerade wenn der auch mal draufhaut, das ist schon schlimm. Und eine Arbeit, die einem selbst nichts bringt außer einer Lohntüte ohne viel drin und Sinnlosigkeit und Top-Down-Befehle, wo du doch ganz unten sitzt, die kann einen schon fertig machen. Da machst du den Rücken krumm, für etwas, was dir nicht entspricht, da kannst du schon mal verzweifeln an der Absurdität des Lebens. Hab ich Verständnis für, wirklich Franz. Wenn Du wüsstest, wie mein Rücken schmerzt von all dem, ich weiß Bescheid.

Und deshalb ist’s so schade, dass du den Albert nicht mehr kennen gelernt hast, weil das mit der Tuberkulose so früh war. Wirklich dumm.

Denn der Albert der hatte da eine Idee. Einfach das Absurde annehmen und dagegen revoltieren und schon ist’s gut. Aufwachen und trotzdem aufstehen, wenn Du verstehst. Auch wenn’s nix bringt. Ein endloser Prozess gegen den Papa und den Chef oder so. Mit Prozessen kennst du dich doch aus, Franz.
Und wenn Du also den Albert gekannt hättest, vielleicht wären deine Geschichten nicht immer so schlimm gewesen.

Weil, man muss sich Gregor Samsa als einen glücklichen Menschen vorstellen:

screen-capture-51
[Link]

Weiterlesen

Hallo ihr Saftschubsen, die Charterpaxe sind da!

Der Flugverkehr und die darin handelnden Personen – eine einzige wunderliche Welt.

Hängt wohl mit der Geschichte zusammen, dieser Mischung aus  Menschheitstraum – “Fliegen wie ein Vogel!” – und dessen Erfüllung durch tollkühne Abenteuertypen, Verrückte, Irre. Wie können die sich nur in diese Apparate setzen und vom Boden abheben! Ein Heidenrespekt entstand, ein Korpsgeist innerhalb der Branche, eine spezielle Sprache gleich dazu, um die neue Technik zu beschreiben. Teilweise in Anlehnung an die maritime Welt, handelte es sich doch um Luftschifffahrt. Dann kam die Zeit, als die Bezwinger der Schwerkraft zu Helden des Fortschritts wurden. Kommunisten, Nazis, Demokraten – alle haben sie die Flieger auf den Schild gehoben.

Aus, Ende, fast vorbei. Heute leben wir in den unheroischen Zeiten der Massenfliegerei, der Billigheimer. Jeder darf rein. Alles muss mit. Der Kommerz tut ein übriges. Fliegeruhren, Pilotenkoffer, Bomberjacke – der Hauch des Heldentums ist käuflich zu erwerben. Jedoch ein Resträtsel ist geblieben, die Bewunderung ist noch da für diese Tausendsassa, die so ein 150-Tonnen-Ding mit ihren Fingerspitzen dirigieren. Die werden das schon beherrschen, denkt man sich, sitzen ja selber mit drin. Zwangsvertrauen zwecks Nervenschonung.

Weiterlesen

Alles Lupe

Die heutige Twitkrit sei knapp und flott getippt, quasi vom Schreibtisch des Grauens referiert, über den ich mich gerade grazil beuge, um für eine wichtige Prüfung zu lernen. Mit anderen Worten:

akademische schoenheit
[Link]

Weiterlesen

Und hinten ist vorn

Eine hochphilosophische, einem traurigen Existentialismus verwandte und geradezu lyrische Gastkritik hat uns @wikipeter zugeschickt:

Wer sich der Fragwürdigkeit des Lebens bewusst ist und trotzdem ein Ziel anstrebt, ist ein Narr oder ein Held. Letztlich ist alles dasselbe. Verzweiflung in ihrer Ur-Natur zwingt uns Rollen auf, die wir nicht zu spielen wünschen; wir sind alle nur Statisten ohne nennenswerte Gage, die Hoffnung ist unser Vorschuss. Wir sind Künstler auf Zeit, meistens miserable, zwangsverpflichtet – und was blüht uns?

Die größten Erkenntnisse führen ins Nichts, wir stehen ärmer da, als wir angefangen haben. Armut ist also steigerungsfähig, und wir sehen uns gezwungen, an die Unendlichkeit zu glauben.

obenuntenoben
[Link]

Glaube gepaart mit Erkenntnis ist dennoch heikel. Der Intellektuelle bedarf der Lüge genau so wie jeder andere mit dem Unterschied: Er kann nicht betrogen werden. Er muss es selbst tun. Das verlangt höchste Kunstfertigkeit, man sollte diesen geistigen Handwerkern höchste Bewunderung zollen.

Und Applaus.

Weiterlesen

Immer die Jahreszeit.

Man könnte ja alles Mögliche über alles Mögliche sagen.

Immer wieder, und grade wenn es besonders notwendig ist, kann man dann über das Wetter und die Jahreszeiten sprechen, das mache ich gern, erst neulich hier, da war was. Wenn ich über das Wetter sprechen kann, muss ich wenigstens nicht über Gendertheorien oder verkappten Chauvinismus philisophieren.

Weiterlesen

Liebe –> Magen

Frühlingsgefühle im Herbst sind irgendwie unpassend. Jetzt gilt es, sich das Hüftgold für die kalten Tage anzufuttern. So sagen wir mit @dramaprinzessin:

essen
[Link (unbedingt den Hintergrund beachten!)]

Deshalb korrigieren wir auch zusammen mit @kleinkram das Buzzword der deutschsprachigen Twitteria aus der vergangenen Woche:

fisch
[Link (auch hier ist der Hintergrund interessant)]

Obwohl letzterer traditionsgemäß ein freitäglicher Fastensurrogatwunsch bleibt, das Essen an sich mag heute unser Thema sein.

Es wird ja immer weniger selbst zubereitet. Der moderne Mensch, der digitale im Besonderen, verliert dank Nudelbox und Pizzadienst den Bezug zur Nahrung, weiß nicht mehr um das Meditative des kartoffelschälens, die Kontemplation einer Gemüsetarte. Der Herd dient dem Nerd, wenn überhaupt, nur zum Aufwärmen alter Speisen:

bolognese
[Link]

Doch ist es wahrlich so trist in unseren Küchen? Natürlich nicht! Wenn wir genau hinschauen, lauert Kulinarisches aus den eigenen vier Wänden in jeder Ecke unserer Timeline:

knoblauch
[Link]

Ja, Twitter kocht noch selbst, gern auch traditionell:

bohnen
[Link]

Grühne Bohnen passen – und da kommen Hüftgold und Frühlingsgefühle dann doch wieder zusammen – herrlich zu Wild:

rehgulasch
[Link]

Es sind eben die guten alten Rezepte, das traute Vertraute, womit wir uns auch im kommenden Winter wieder Mägen und Härzen wärmen:

rouladen
[Link]

Weiterlesen
« Ältere Einträge