So ist der Mensch, er wünscht sich immer das, was er gerade nicht hat. Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite des Zauns, die Frisur der Nachbarin sitzt immer besser, der beste Kumpel hat das schönere Auto und die hübschere Ehefrau, die auch noch weniger nörgelt als die eigene.

Die anderen Ehefrauen nörgeln nicht nur weniger als die eigene, sie machen dazu auch noch den besseren Kartoffelsalat, aber man sollte trotzdem nicht fragen, ob die eigene Frau nicht mal das Rezept von der Gabi oder den Friseur von Jutta ausprobieren will. Das kann schnell ins Auge gehen.

Eine Undankbarkeit unendlichen Ausmaßes auf den Schultern, tappt der Mensch also durch die Welt, wünscht sich hier etwas zurecht und dort auch, es könnte doch so viel schöner sein, wenn es jetzt zum Beispiel nicht 38° C draußen hätte, sondern beschauliche -2° C, nur der Mensch und seine nörgelnde Frau vor dem Kamin, wäre das denn nicht wunderbar.

Genau so wirkte der Tweet von @peterbreuer auch auf den ersten Blick:

Als könne er den Hals an einem Augusttag bei strahlendem Sonnenschein nicht vollkriegen, sich auch noch den Winter zu wünschen.

Doch auf einmal taucht dieses Szenario vor dem inneren Auge auf, in seinem ganzen Zauber. Die bildhübschen Frauen tragen  flauschige Strickpullover, im Hintergrund brennt ein Adventskranz. Es riecht nach Zimt und Nelken, ihre Wangen sind gerötet vom Spaziergang in der Kälte, sie glucksen leise vor Freude, während sie an den Mandarinen reiben. Draußen rieselt leise der Schnee, und innen breitet sich diese Idylle aus.

Ein Blick aus dem eigenen Fenster reicht aus, um zu wissen, dass sich dieser Hanswurst von Sommer ruhig mal eine Scheibe von diesem Traum abschneiden könnte.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Sonntagsblogger

“…die emsig an Mandarinen reiben.” Dieser Teil hat mich wirklich aus dem Tritt gebracht — und natürlich die Tatsache das das von happyschnitzel so unkommentiert hingenommen wurde.

Wozu also das Mandarinen-Reiben? Handelt es sich um einen Euphemismus? Und warum müssen die beiden Frauen bildhübsch sein? Und wo sind die eigentlich im Sommer?

Möglicherweise sitzen ihm die beiden gleichen bildhübschen Frauen auch im Sommer quasi halbnackt im Büro gegenüber und reiben Mandarinen.

Gepostet von Sonntagsblogger am 25. August 2009 um 10:05.
Adrian Lang

Klar, „ironisch gebrochen blablabla“ … geschenkt. Wann rafft ihr, dass Klischees und Sexismus genau so verbreitet werden? Mit 20 dagegen kämpfen, mit 30 darüber lachen, mit 40 mitmachen.

Gepostet von Adrian Lang am 31. August 2009 um 15:53.