Der sich-selbst-twitkritende Tweet
Verdammt, es ist soweit. Das Ende von Twitkrit ist nahe. Niemand hat es kommen sehen, es ist einfach so passiert. Die Welt in der wir leben, wandelt sich so schnell, dass … oh. Jetzt ist schon wieder was passiert.
Auch wenn sich die Geisteswissenschaft und das ihm anhängige, schöngeistige Interieur dem Zeitgeist gegenüber stets immun fühlte, wissen wir, dass sie sich lediglich – oft unter mithilfe der CDU – gegen alle Arten von Veränderungen stemmte. Nichtsdestotrotz musste beispielsweise der “fahrende Barde” erkennen, dass es seit Erfindung des iPods bessere mobile Musikabspielostationen gibt.
Wir bei Twitkrit, die wir neben unserem bildungsbürgerlichen Habitus auch immer unsere modernistische Seite betonen, können also nicht anders, als hiermit unsere eigene Überflüssigkeit einzuräumen. Eine kleine Erfindung reicht eben aus, das weite und bis dato doch so ertragreiche Feld der Twitteraturkritik obsolet werden zu lassen. Anders als die Weber zu ihrer Zeit stürmen wir aber nicht die Maschinen, sondern huldigen dem Erfinder des Sich-Selbst-hinrichtendentwitkrittenden Tweets: @Deef:

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Das sagen die Anderen:
Hm? Ihr könnt doch nicht aufhören? Ihr könnt doch das Feuilleton der Twitteratur, DEN Ort für digital-intellektuelle Fußnoten, die Bühne schlechthin für witzige Gedanken und schlaue Sprüche, den Sammelhort genialer deutschsprachiger Tweets nicht einfach so den ewigen Jagdgründen der Geschichtsschreibung preisgeben?
Jaja, ich seh’s ja ein: ihr könnt. Aber wenn ihr würdet, wie ihr könntet, wäre ‘n großes Stück deutsche Twittultur verlorgen gegangen!
Gepostet von Felix Neumann am 15. Juni 2009 um 19:50.