Twitkrit

NEUNEUNEUNEU!

Hallo. Ich weiß, es ist lange her. Aber vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch, ich bin @mspro. Ich schreibe hier auf Twitkrit ab und zu Texte, nur die letzte Zeit eher nicht, weil, ach, ihr habt’s doch gesehen. Wenn ich schrieb, dann war zuletzt Dienstag mein Tag, aber dann ist schon wieder was passiert: Wir haben Nachwuchs!

Da wären der Twittershootingstar @HappySchnitzel und der (jetzt ja ehml.) Gastautor der Herzen: Dirk @baranek. Wir freuen uns tierisch, diesen Coup – der höchstens noch mit dem Wechsel von Harald Schmidt zur ARD zu vergleichen ist – eingefädelt zu haben und Euch diese beidem ab nun im Wechsel jeden Dienstag präsentieren zu können. Herzlich Willkommen!

Ich hingegen bleibe aber wöchentlich. Und zwar hier. Auf diesem ganz erlesenen Sonntagsplatz. Ich bin sozusagen die FAS. Losgelöst vom hektischen Tagesbetrieb liest man mich bei sonntäglicher Gemütlichkeit am liebsten ausgedehnt im Café. Hier gibt es die Hintergrundartikel, die langwierigen Reflexionen, die intellektuellen Höhenflüge und die gesellschaftsrelevanten Übersichten. Meistens geschlagen mit einem heftigen Kater, werde ich meine wirren, vom Alkohol gelösten aber doch besser nie geäußerten Phantasien hier ausleben. Eine getippte Fahne, quasi, zwischen den Zeilen riechend. Aber damit kommt ihr schon klar!

So wie das hier:

hitler
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HAHA!

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Vatertag – The Day After

Zahlreich sind die Möglichkeiten über die Twitter-Livesuche Reaktionen auf aktuelle Ereignisse abzufragen. Hin und wieder haben wir das auf Twitkrit auch schon gezeigt. Gestern war mal wieder so ein Tag, wo man mit einer Twittersearch nach Vatertag massenhaft Tweets zum Tag der Väter (und Nicht-Väter, die sich vom Feiern durch ihren Nicht-Status keinesfalls abhalten ließen) zu lesen. Ich wiederhole «ließen zu lesen», weil’s so schön klingt. Zurück zum Thema: Doch auch am Tag danach lohnt sich der Blick in die gezwitscherte Nachbetrachtung: Vatertag – The Day After.

Erstmal die Erinnerung von @MaxRitter für das nur noch mit Kurzzeitgedächtnis versehene Twittervolk:

maxritter

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Dann der überaus alltagspraktische Warnhinweis von @tmuuh:

tmuuh

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Und eine ganz besondere Vaterday-After-Beobachtung hat @SuburbianFFM gemacht, der den Einfluss des ausgiebigen Vatertag-Feierns auf unsere Freunde von der Printfront konstatiert:

suburbianffm

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Und Twitkrit wäre nicht das Servicemagazin am Rande des Microbloggingzirkusses, wenn es Euch nicht die Links zum Nachlesen der beiden tierisch-lustigen (höhö) Bundespräsidentenwahl-Artikel der Financial Times Deutschland liefern würde. Die haben das am Day-After des Vatertages und am Day-before-the-Bundespräsidentenwahl echt so veröffentlicht:

Horst Köhler – Das rebellische Reh

Gesine Schwan – Der redselige Lockenvogel

Voller Erstaunen wiederhole ich den kompletten Text meiner Twitkrit aus der Vorwoche: Ach was.

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Die kürzeste Erzählung ever.

Die wunderbare, kaffeetrinkende und literaturtheoriebesessene Miss Sophie lieferte und einen Gastbeitrag, der ein altes Subgenre der Twitkrit aufgreift und doch radikal neu interpretiert. Endlich wieder statt Tweetkritiken eine Twittererkritik. Und dann noch eine, die die Texte des Autors links liegenlässt (beinahe), und sich nur seinem Namen widmet. Grundlagensemiotik at it’s very best!
(P.S.: Ihr dürft auch Gastbeiträge einschicken! Einfach an kritiker bei twitkrit und dann ein Punkt und de mailen. Was gefällt, von guten Freunden ist oder genug Penunzen im Anhang hat, mag der Beginn einer wunderbaren Twitkritkarriere sein.)

*schlürf* … Sekunde, bitte. Bin gleich soweit. … *runterschluck*
So, jetzt. Ich musste mir diesen Twitternamen schnell noch wortwörtlich auf der Zunge zergehen lassen: @5Kaffeespaeter
Als gestandenem Koffeinjunkie und gleichzeitiger Literaturwissenschaftlerin bereitet mir der Name sowohl gustorischen als auch intellektuellen Hochgenuss.

„Wat? Wat willse denn jetze? Intellektueller Hochjenuss? Wat is an dieser schwarzen Plörre denn bitte intellektuell?“ „Jahaa, uffjepasst und druff jelauscht!“

@5Kaffeespaeter ist nämlich ein heißer Kandidat für die kürzeste Erzählung ever.

Was macht eine Erzählung zu einer Erzählung? Irgendwer macht irgendwas und da quatscht einer drüber? Den Typen in der Geschichte passiert was und dann ist nachher alles anders als vorher? Ja, so in etwa.
Da ist also dieser Irgendwer und da ist irgendwas mit diesen 5 Kaffee. Aber was war vorher? Und was kommt jetzt? Und sowieso und überhaupt: Was ist dazwischen passiert? Oder auch nicht passiert, denn wenn jemand ganze 5 Tassen Kaffee trinken muss, dann ist da was – ihr ahnt es – da ist was im Argen.

Das verschleierte Hirn, dessen Vorhang heute unter keinen Umständen mit den üblichen 3 Kaffee zum Öffnen bewegt werden kann. Vielleicht auch das Design, das heute Nacht noch fertig werden muss. Das Treffen mit der Freundin, die einem die Trennung von der ach so großen Liebe offenbart. Oder doch ein ganz normaler Arbeitstag, klassisch from 9 to 5. Was soll man in seinem Büro schon machen außer Kaffee Kaffee Kaffee … Und was war vorher?
Durchzechte Nacht. Die Arbeit mal wieder bis auf den letzten Drücker vorgeschoben. Statt dem Kundenauftrag das nächste große Ding programmiert … Und danach?
Schlafen. Nach 5 Kaffee ist das wohl nur bei koffeinresistenten Zeitgenossen oder eben Junkies wahrscheinlich.
Wie ein Flummi durch die Gegend hopsen. Schon eher. Des Nächtens wach im Bett liegen und über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit sinnieren …

Da steckt ne ganze Menge drin, in dieser Erzählung „5kaffeespaeter“. Da kann man als Leser schon genüsslich seine Gedanken schweifen lassen. Vielleicht ist da ja auch gar nichts im Argen. Nein, kein Drama, keine Hektik, keine großen Gefühle. Bei mir zum Beispiel…

coffee
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Wenn aus Gästen mehr wird

Vielleicht, liebe Leserinnen und Leser, ist es Euch schon aufgefallen (wobei, seit Freitag wissen wir ja, wie genau unsere Texte gelesen werden). Wir haben Nachwuchs bekommen! Das macht uns ungeheuer stolz und es hat uns wie immer, wenn Nachwuchs kommt, ordentlich durcheinandergewirbelt. Noch haben wir unseren neuen Rhythmus mit den lieben Kleinen nicht gefunden, aber wir arbeiten dran, es ist ja noch alles so frisch!

Jedenfalls, gestern und vorgestern haben die beiden Süßen schon mal etwas spielen dürfen und wir freuen uns wie Bolle, dass hier in unserer kleinen Twitkrit-Familie jetzt @happyschnitzel und @baranek mit dabei sind!

Herzlich willkommen ihr zwei!

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Die Stimmen aus dem Hamsterrad.

Tagsüber sitzt man da wie ein Hamster in seinem Laufrad, und wenn man ein bisschen Glück hat, steht ein Bildschirm im Käfig. Da kann man dann ein wenig daddeln, während man für den großen Laufradgeber Strom und andere Mehrwerte erzeugt. Das ist ein wenig mühsam, gelegentlich. Manchmal ist es spannend, aber eher selten, und ab und zu denkt man an das Geld auf dem Konto, das einem die Miete, das Essen, das Internet und den Strom für das Internetgerät bezahlt. So geht das ganz gut, und zwischendurch, wenn man das Glück hat, auch im Hamsterrad einen Internetanschluss zu haben, kann man mal schnell das World Wide Web aufmachen und dann nicht nur auf Spiegel.de rumsurfen und auf Bild.de rumklicken. Ne. Man kann auch die aktuellen Befindlichkeiten seiner selbst in seinen Twitterstream herausposaunen.

Spannender als die eigene Befindlichkeit ist dann nur noch das Zusammenspiel mit den anderen anwesenden Arbeitstieren im Käfig. Im Hamsterrad ist man vielleicht alleine, wenn jeder ein eigenes hat; aber im gesamten Käfig wird man meistens mit anderen Tieren zusammengepfercht wie sonst nur die kleinen Brathendl in der Legebatterie. Die lieben Kollegen, das ist ein ähnlich großartiges Twitterthema wie die lieben Nachbarn. Bei manchen liebgewonnen Streamteilnehmern sieht man die Kollegen schon ganz plastisch vor sich, man kennt sie wie die eigenen Käfigbewohner, und manchmal, da sieht man auf der Straße jemanden und denkt: Das ist doch bestimmt der Kollege vom Dingsbums. Gelegentlich, da haben die anderen Käfiginsassen auch noch ihre ganz besonderen Befindlichkeiten. Und davon haben dann alle was, wie der wunderbare Tweet von @eigenart zeigt:

Wunderbarerer als das ist es nur noch, wenn man die anderen Kollegen kennt. Also so per Du. In Wiesbaden, da gibt es ja ein kleines Nest von Leuten, weißte Bescheid, ne. Die leben da alle in kleinen Zweiergruppen mit ihren Hasen zusammen, und tagsüber, da lassen sie die Hasen alleine und gehen zusammen ins Hamsterrad. Das ist besonders schön. Und der @kcpr sagt auch wieso:

Zum Glück ist aber nicht in jedem Hamsterkäfig das lautstarke Abspielen von Popmusik gestattet.

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Frauen – Männer – Frauen

Das Wechselspiel der Geschlechter besteht zum größten Teil aus der verwirrenden Diskrepanz zwischen den Bildern, die sich beide übereinander machen, und den Erfahrungen, die sich im Alltag miteinander ergeben. Dass Männer sich seit 40.000 Jahren ein eher triebgesteuertes Bild von Frauen machen, das ist spätestens seit dieser Woche bewiesen, als man uns ein ebenso altes pornotoy präsentierte, frisch aus schwäbischem Höhlenschlamm gekratzt.

Die Moderne hat uns neben vielen Annehmlichkeiten auch den Genderismus gebracht, den Versuch, die Welt als den Gegensatz der Geschlechter zu begreifen. Da die Welt böse ist, kann sie gut nur werden, wenn wir da mal kräftig was ändern. Frauen sind also neuerdings stark und schlau, Männer schwach und doof. War ja schon immer so, okay, aber gesagt werden musste das mal.

Twitter zeigt uns allerdings, dass die Welt noch eine andere ist. Das alte Spiel gilt offenbar weiter. Besonders an Flughäfen, wie @wilde_amazone berichtet.

Was zu beweisen war: Der moderne Archetypus des Jägers an sich, der ölverschmiert Karossen erlegt und in die Höhle der Sippschaft schleppt, kann sich der betörenden Präsenz schwacher (gespielter?) Weiblichkeit nicht entziehen. Er versagt nach den Regeln des Genderismus, dessen erste Regel lautet: „Vor die Gesetz ist jede gleiche.“

Zurück zur heimischen Geschlechterfront. Ein Streiflicht von @multikulinaria erhellt die Szenerie

Seltsame Sachen – soso. Frau Schatz scheint hin und her gerissen zwischen den Bildern in ihrem Kopf. Irgendwas zwischen angenehm berührt und Kopfschütteln. Die Bilder stimmen nicht mehr, neue überlagern sich, alte kommen wieder hoch. Und doch, das alte Spiel, es gilt noch. Wie schön.

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