Kommen wir gleich zur Sache – es geht um diesen Tweet von @placetogo

fresssex

So ganz sauber ist der ja nicht. Es fehlt ein Komma und ein “l”. Schwamm drüber.

Bedenklich ist daher vor allem die Botschaft. Denn eigentlich, wenn wir Siggi Freud und sein Konzept der Sublimierung richtig verstehen, entsteht infolge der Abwesenheit geschlechtlicher Aktivität etwas “höheres”. Siggi meinte damit Schreiben, Denken, Schaffen. Das ganze Zeugs, das wir Kultur nennen. Sowas wie Kerkeling-Wanderführer, Andre Rieu und #gtnm #gntm in EINEM. Fressen ist in diesem Konzept allerdings nicht vorgesehen.

Wie wir aber alle wissen, ist das Gegenteil der Fall. Keinsex macht traurig. Frustfressen stopft diese Löcher. Soweit so schlecht. Der obige Tweet behauptet aber mehr. Nämlich dass Fressen besser ist als Sex.

Nochmal von vorne: Bisher hat Fressen Sex so einigermaßen ersetzt. Jetzt ist Sex ein minderwertiger Ersatz für Fressen. Und dann handelt es sich auch um noch um das Grillen, der anthropologisch gesehen primitivsten Form der Speisezubereitung: Feuer anfachen, totes Tier reinschmeißen, warten bis es stinkt, fertig. Wenn DAS die Zukunft sein soll, finden wir das nicht gut. Wir lehnen diesen Tweet ab. Und haben jetzt Kuschelsex. Am Grill.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

RegineH

Eigentlich heisst es ja #gntm, aber Schwamm drüber :-)

Gepostet von RegineH am 26. Mai 2009 um 13:30.
baranek

Igitt, wie oft muss ich denn diese Textchen noch lesen, damit auch kein Fehlerchen sich einschleicht… *seufz*

Gepostet von baranek am 26. Mai 2009 um 13:32.
kosmar

es ging aber auch um das ominöse »richtig« grillen. wer weiß wie das genau aussieht?

Gepostet von kosmar am 26. Mai 2009 um 13:35.
Doomshammer

Richtig heisst es eigentlich:

“Wer Sex fuer das geilste haelt, war noch nie richtig kacken”

Aber das waere ja auch was Neues wenn die A-Blogger und A-Twitterer solche Grundsaetzlichkeiten kennen wuerden…

Gepostet von Doomshammer am 26. Mai 2009 um 13:38.
baranek

Ich habe mal ne Reprotage über eine Grillmeisterschaft gemacht und den Profi Chris Reich zu seiner Grillphilosophie befragt …
http://dirk-baranek.de/textarchiv/hobbygriller-ermitteln-stadtmeister/

“Angesprochen auf die Frage, ob das Grillen mit Gas nicht eigentlich eine Paradoxie sei, weil ja gerade der spezifische, rauchige Geschmack nicht erzeugt werden kann, erläutert Reich seine Grillphilosphie. Er selbst bevorzugt ungeköhlerte amerikanische Harthölzer, die einen sehr milden und spezifischen Rauchgeschmack auf das Grillgut übertragen. Das Gute an Gas sei allerdings, dass man schön langsam und optimal temperiert vorgehen könne. Gewisse Gemüse seien außerdem eher schwach im Eigengeschmack und würden auf Holzkohle nur noch rauchig schmecken. Ansonsten sieht er diese Grundsatzdiskussion entspannt und ist eher darauf erpicht, auf den weit verbreiteten Kardinalfehler von Otto-Normal-Griller, Fleisch und Gemüse über statt neben der Flamme zu grillen, hinzuweisen. Durch die Fettverbrennung entstehen zu viele, vermutlich Krebs erregende Stoffe, die mitzuessen schlicht gesundheitsgefährdend ist.”

Gepostet von baranek am 26. Mai 2009 um 13:39.
baranek

@doomshammer – tsss.

Gepostet von baranek am 26. Mai 2009 um 13:40.
stiller

Grillen = Sex. Es wird wie wild gewendet, es wird immer heißer, bis es am Ende spritzt. Und am Ende liegt man da, seufzt glücklich und würde am liebsten gleich noch mal grillen.

Gepostet von stiller am 26. Mai 2009 um 13:55.
baranek

Nee, so schwarzen Humor haben wir hier nicht. Wir sind lieb und nett und wollen mit all dem bösen in der Welt nix zu schaffen haben.

Gepostet von baranek am 26. Mai 2009 um 16:17.