Die wunderbare, kaffeetrinkende und literaturtheoriebesessene Miss Sophie lieferte und einen Gastbeitrag, der ein altes Subgenre der Twitkrit aufgreift und doch radikal neu interpretiert. Endlich wieder statt Tweetkritiken eine Twittererkritik. Und dann noch eine, die die Texte des Autors links liegenlässt (beinahe), und sich nur seinem Namen widmet. Grundlagensemiotik at it’s very best!
(P.S.: Ihr dürft auch Gastbeiträge einschicken! Einfach an kritiker bei twitkrit und dann ein Punkt und de mailen. Was gefällt, von guten Freunden ist oder genug Penunzen im Anhang hat, mag der Beginn einer wunderbaren Twitkritkarriere sein.)

*schlürf* … Sekunde, bitte. Bin gleich soweit. … *runterschluck*
So, jetzt. Ich musste mir diesen Twitternamen schnell noch wortwörtlich auf der Zunge zergehen lassen: @5Kaffeespaeter
Als gestandenem Koffeinjunkie und gleichzeitiger Literaturwissenschaftlerin bereitet mir der Name sowohl gustorischen als auch intellektuellen Hochgenuss.

„Wat? Wat willse denn jetze? Intellektueller Hochjenuss? Wat is an dieser schwarzen Plörre denn bitte intellektuell?“ „Jahaa, uffjepasst und druff jelauscht!“

@5Kaffeespaeter ist nämlich ein heißer Kandidat für die kürzeste Erzählung ever.

Was macht eine Erzählung zu einer Erzählung? Irgendwer macht irgendwas und da quatscht einer drüber? Den Typen in der Geschichte passiert was und dann ist nachher alles anders als vorher? Ja, so in etwa.
Da ist also dieser Irgendwer und da ist irgendwas mit diesen 5 Kaffee. Aber was war vorher? Und was kommt jetzt? Und sowieso und überhaupt: Was ist dazwischen passiert? Oder auch nicht passiert, denn wenn jemand ganze 5 Tassen Kaffee trinken muss, dann ist da was – ihr ahnt es – da ist was im Argen.

Das verschleierte Hirn, dessen Vorhang heute unter keinen Umständen mit den üblichen 3 Kaffee zum Öffnen bewegt werden kann. Vielleicht auch das Design, das heute Nacht noch fertig werden muss. Das Treffen mit der Freundin, die einem die Trennung von der ach so großen Liebe offenbart. Oder doch ein ganz normaler Arbeitstag, klassisch from 9 to 5. Was soll man in seinem Büro schon machen außer Kaffee Kaffee Kaffee … Und was war vorher?
Durchzechte Nacht. Die Arbeit mal wieder bis auf den letzten Drücker vorgeschoben. Statt dem Kundenauftrag das nächste große Ding programmiert … Und danach?
Schlafen. Nach 5 Kaffee ist das wohl nur bei koffeinresistenten Zeitgenossen oder eben Junkies wahrscheinlich.
Wie ein Flummi durch die Gegend hopsen. Schon eher. Des Nächtens wach im Bett liegen und über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit sinnieren …

Da steckt ne ganze Menge drin, in dieser Erzählung „5kaffeespaeter“. Da kann man als Leser schon genüsslich seine Gedanken schweifen lassen. Vielleicht ist da ja auch gar nichts im Argen. Nein, kein Drama, keine Hektik, keine großen Gefühle. Bei mir zum Beispiel…

coffee
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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Nika

Das wäre mir beinah entgangen, dabei weiss es durchaus zu gefallen. Danke dafür.

Gepostet von Nika am 22. Mai 2009 um 14:27.