„Gut“, „Ach“, „Joah“ und „Schon ganz Okay!“ sind die Attribute, wenn man Twitterer nach ihrer Meinung zu @343max befragt. Kurz: er gilt als einer besten Twitterer in der deutschsprachigen Twittosphäre. Seine Tweets sind deshalb nicht aus Zufall – oder gar aus irgendwelchen persönlichen Verstrickungen – häufig Thema dieses Blogs. Um so mehr freuen wir uns über seinen ersten Gastbeitrag zum Twitkritgeburtstag!

Die Geschichte vom Twitkritter auf der Erbse

Vor langer langer Zeit, als der kleine Dienst Twitter noch so irrelevant war, dass noch nicht mal Spon und Zeit Artikel darüber schrieben wie irrelevant Twitter doch ist, da ging so eine Brummen und ein Summen durch Twitterland. Es sollte sich was bewegen, jeder wollte mit dabei sein, da setzen sich die drei tapferen Gesellen Sabine, Peter, Klaus und Biggi* zusammen und dachten sich „meh, alle machen jetzt was mit Twitter“ – das war natürlich gelogen, eigentlich machte niemand was mit Twitter und alle wollten nur was mit Twitter machen, wenn sie denn Twitter überhaupt kannten, denn Twitter war ja noch irrelevanter als es jetzt ist – „alle machen jetzt was mit Twitter, wir sollten auch was machen.“ Nur was sie mit Twitter machen sollten, das wussten sie nicht. Sie hätten natürlich ein Twitter in Braun machen können, so wie Pownce oder ein Twitter das erst recht niemand nutzt, so wie jaiku, oder ein Twitter bei dem sich jeder nur denkt „WTF!?“ wie Plurk, aber dafür hatten unsere drei Helden leider nicht das Wagniskapital.

Da meinte die tapfere Stephi: „Lasst uns doch das machen, was wir am besten können! An allem ein wenig rumkritisieren.“ Und alle waren so lala begeistert. Schnell war ein WordPress Blog aufgesetzt und die Archiv- und Suchfunktion aus diesem entfernt. Und als dann noch eine Hintergrundfarbwahlkommission gegründet war, konnte es schon losgehen.

Schnell waren ein paar Tweets gefavt und die ersten Kritiken geschrieben. Doch so recht wollte niemand etwas von Twitkrit wissen, nur gelangweilt kletterten die Besucherzahlen hin und wieder ein Stüflein auf der Besucherzahlenleiter. „Wir müssen mehr so meta!“ meinte der forsche Reiner. „Lasst uns all die Twitterer an einem schönen Sommerabend in einen stickigen Raum sperren und ihnen Tweets vorlesen bis ihnen die Ohren glühen und dabei Wodka trinken!“ „Au ja, so lasst uns dies tun!“ riefen die fröhlichen Twitkritter, denn sie sperrten gern mal Leute in stickigen Räumen ein und Wodka tranken sie sowieso den lieben langen Tag.

Und so planten sie und schufen sie und googledocten sie dass es nur so ein Freude war. Alles sollte perfekt laufen am großen Twitterlesungstag. Und es war ein voller Erfolg! Das Radio war ganz angetan, das Internet-Fernsehen livte, das Feuilleton war ganz begeistert und selbst die Besucher fanden es echt ganz okay, wenn man ihnen nur genug von dem Wodka abgab.

So gingen sie mit vor Stolz geschwellter Brust nach Hause und bereiteten die nächte Twitterlesung vor. Und die übernächste und die überübernächste und die überüberübernächste. Und gaben Interviews, in denen sie erklärten, dass Twitter ja doch gar nicht so irrelevant ist und dass das doch alles eh wurscht ist und lieber alle mehr Wodka tirnken sollten.

Und wer das jetzt gelesen hat, der weiß, warum manche Leute lieber doch keine Gastartikel schreiben sollten.

PS: Eigentlich sollte ich hier ja einen Tweet kritisieren. Hab ich jetzt aber nicht. Darum klatsche ich jetzt so ganz unmotiviert einen Tweet dran, der überhaupt nichts mit der Geschichte von unseren tapferen Twitkrittern zu tun hat. Außer, dass er genau so alt ist wie die Twitkritseite. Und irgendwas mit dem Altern zu tun hat. Und echt lustig ist. Macht euch eure eigenen Gedanken!

sascha
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* Namen von der Redaktion geändert


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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Sammelmappe » Meine Twitkrit

[…] Die originale Twitkrit ist immer eine Empfehlung wert, besonders an ihrem Jahrestag; sie hat aber einen Nachteil: Sie enthält nicht meine Lieblingssprüche bzw. die Tweets, über die ich mir den Kopf zerbreche. Da ist z.B. Yetused, die sich darüber aufregt, dass In JEDEM blöden Studenten-Magazin gibt es eine Geschichte über eine Studentin, die sich für Geld prostituiert (”Escort-Service”). In jedem! Stimmt, liebe Yetused, das liegt daran, dass sich prostituierende Studentinnen erheblich mehr die Sinne der Männer ansprechen als verkaufte Zwangsprostituierte aus dem Osten und den Entwicklungsländern. Ganz egal ob mit mit oder ohne Diplom. Ganz andere Sorgen plagen den diplix: sind twitternde kellner hier? zahlen bitte! Männersorgen, die ich verstehen kann. In die Geschlechtskategorie Männersorgen fällt sie nur deswegen, weil nur ein Mann es schafft in dieser aufgebrachten Situation, sich dem mitgebrachten elektronischen Spielzeug zu widmen um dort seinen Ärger loszuwerden. Und vorallem müsste es bei der Twitkrit mindestens noch einen Eintrag geben, der sich mit der Frau Fragmente beschäftigt. Denn einerseits wurde sie hier schon sehr gelobt, aber andererseits führt einen das Vertrauen in diese Frau auch zu Links die mit dem Kürzel NSFW versehen sind. « Betterplace […]

Gepostet von Sammelmappe » Meine Twitkrit am 29. April 2009 um 18:53.