Wir beginnen die Jubiläumswochen mit einem echten Nerdcore. René bleibt sich auch für uns treu und masht alte Twitkrits mit aktueller Politik, Selbstreflexion, und Sex zu einer wunderbaren Lobhudelei auf uns. Herzlichen Dank!

Es hat etwas ironisches, wenn ausgerechnet ich als bekennender Kopier-Blogger und nur sporadisch twitternder Kritiker des Gebildes, das ich den „schönen Text“ nenne, hier etwas zum einjährigen Bestehen von Twitkrit schreibe, denn die Damen und Herren in diesem feinen Weblog widmen ihre Zeit ja vor allem der Poesie, die dann und wann in 140 Zeichen gepresst wird. Aber nun, auch ich weiß durchaus das ein oder andere wohlfeile Wortspiel zu schätzen, freue mich bisweilen ebenfalls über durch die Timeline kullernde Silben und die einfachen Wahrheiten des Lebens lassen sich meist in weit weniger als 140 Zeichen ausdrücken.

Vor einem Jahr nun schickten sich die Damen und Herren an, um die damals ausbrechende und bis heute anhaltende Twitter-Mania mit einem Blog zu begleiten, aus dem sich dann noch eine [Kommentar der Herausgeber: naja, einige] hervorragende und äußerst unterhaltsame Lesung entwickeln sollte. Einer der ersten besprochenen Tweets war dann auch, ganz den Kritikern [nicht mit den Twitkrittern zu verwechseln!] der 140 Zeichen entgegenkommend, nicht besonders gehaltvoll.

tweetlos
[Link]

Wobei das natürlich nur eine Übersetzung des anochronistischen „Ich bin sprachlos“ in das 21. Jahrhundert bedeutet, das ja jetzt erst richtig losgeht und einem könnte angesichts jüngster netzpolitischer Entwicklungen genau das allzuleicht entfahren. Ich bin tweetlos.
Gottseidank nicht und dank eines feschen neuen Plugins für meine Website weiß ich inzwischen, wie sehr sich die Konversation, die Verlinkung und Vernetzung, kurz: Das Netz – auf Twitter abspielt. Bei
heißen Themen um Politik kommen auf eine Verknüpfung über klassische Websites ungefähr zehn über Twitter. Der Tweet zur Aktion am 23. April auf Spreeblick gegen Netzsperren war an diesem Tag der global am häufigsten geretweetete Tweet. Ich bin tweetlos, not so much. Gottseidank. Und „geretweeteter Tweet“ ist schriftbildlich übrigens mehr als hochinteressant, meine Augenbrauen durchbrechen grade meinen nicht mehr vorhandenen Haaransatz. Aber das nur am Rande.

Bereits im zweiten Posting nahm dann PickiHH die bis heute belanglose Belanglosigkeitsdiskussion auf’s Korn und zog hierzu einen hervorragend konnotierten Tweet von Frederic Valin heran, der die Diskussion in Nietzsches Tonlage sang. Auf Twitter. Solche Dimensionen sind Twitter-Kritikern [nicht mit den Twitkrittern zu verwechseln!] selbstverständlich fremd, denn die drehen sich meist nur um ihr eigenes Biotop aus totem Holz, mit dem sie nach Virtuellem werfen und sich wundern, dass sie das physisch Unfassbare nicht treffen. Logik sucht man in der Belanglosigkeitsdebatte leider vergebens.

Und dann, natürlich und nicht seit gestern, entdeckte Twitkrit den Sex.
Wahrscheinlich weil er sellt, aber auch Spaß macht, habe ich mir sagen lassen. Und deshalb schließe ich an dieser Stelle und danke Twitkrit für folgende Weisheit von Herrn Weiss, die ohne hier im täglichen
Informationsreissendemfluß untergegangen wäre:

marcel
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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

marcel weiss

Oha. :)

Na dann wünsch ich Twitkrit mal alles Gute zum Einjährigen!

Gepostet von marcel weiss am 27. April 2009 um 21:15.
Faustus

Ich komme zwar kaum noch zum Nerdcorelesen und erst recht nicht mehr zum Nerdcorekommentieren (und noch weniger zum Renelinkszudarthvaderhommagendieerschonlangekannteschicken) aber ich lese ihn immer noch sehr gerne und freue mich daher um so mehr, dass er hier der Twitkrit ein Denkmal setzte.

Gepostet von Faustus am 27. April 2009 um 22:48.
Sammelmappe

Herzlichen Glückwunsch zum Einjährigen und zum Jubiläumsgastwitkrit. Das ist ihm gut gelungen.

Gepostet von Sammelmappe am 28. April 2009 um 13:52.