Wir bleiben bei Körperthemen.

Joghurt
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Zunächst einmal volle Zustimmung, fröhliches Schnitzel.
Dieser Diätwahn nervt. Zu glauben, dass Lebensmittel, denen künstlich etwas weggenommen wurde, gesund seien, halte ich für pervers. Auch weiß jeder, dass Fett an sich nicht schlimm ist. Im Gegenteil, als Geschmacksträger macht es viele Speisen erst schmackhaft. Wer abwechslungsreich isst und sich genug bewegt, kann Vollwertkost essen, ohne aus dem Leim zu gehen. Wobei auch das relativ ist. Beim Liebesspiel etwas zum Anfassen und Festhalten zu finden, ist ja auch kein Nachteil.
Gutes, also nicht irgendwie reduziertes Essen hat also auf jeden Fall etwas mit gutem Sex zu tun. Siehe die Stichworte Bewegung, Abwechslung und was zum Anfassen. Der Umkehrschluss auf die schlechten Seiten liegt also nahe.

Aber!
Rechtfertigt dieser generelle Zusammenhang denn schon den konkreten Vergleich des Tweets? Nun, da muss mathematisch-biologisch analysiert werden.

Ein erwachsener Mensch besteht je nach biologischem Geschlecht aus 50-65% Wasser. Das nun ist einerseits auch in Knochen etc. vorhanden ( 22% der Knochenmasse), andererseits bestehen Körperflüssigkeiten, wie Blut, Schweiß und Sperma nicht nur aus Wasser. Wir können also mit einiger Berechtigung als Richtwert für die Körperflüssigkeiten annehmen: 50% des am Sexualakt beteiligten Körpers.

Bei einem Gewichtsmittelwert von 70kg pro Person sind 100% Körperflüssigkeit also 35kg. 0,1% sind entsprechend 35g. Was und vor allem wie viel sind 35g Körperflüssigkeit?

Wäre es purer Schweiß, den wir vielleicht in seinem Volumen mit Wasser gleichsetzen können, dann können wir vereinfacht rechnen: Ein Liter Schweiß wiegt ein Kilogramm. also entsprechen 35g Schweiß 35ml. Das ist nicht ganz so viel wie ein doppelter Schnaps. Diese Menge Flüssigkeit auf einen Körper und die Dauer eines Liebesspiels verteilt ist an sich schon eine einigermaßen trockene Angelegenheit. Bedenken wir, dass Sekrete wie Blut oder Sperma schwerer als Schweiß sind, reduziert sich das Gesamtvolumen noch einmal.
Unabhängig davon wäre auch zu beachten: Ist ein Mann ins Spiel mit einbezogen und hat dieser einen Samenerguß, gehen 2-6ml (NSFW) allein aufs Konto der Ejakulation, der Akt wird also noch staubiger.

Wir könnten weiter diferenzieren. Von der durch schnelle Internetsuche nicht einfach zu beantwortenden Frage, wieviel Flüssigkeit beispielsweise bei der Lubrikation (NSFW) der Geschlechtsorgane durchschnittlich anfällt, bis hin zu Wahrheit und Mythos des weiblichen Ejakulats, es gäbe eine lange Liste von Sekreten, die sich um die 35ml unseres Tweets streiten müssten.

Wir sehen dennoch eine eindeutige Tendenz durch die Berechnung: So richtig flutschen tut der Sex bei 0,1% der Körperflüssigkeit nicht. Das werden wohl die meisten ungeil und in der Folge unbefriedigend finden (gibt es Reibungsverletzungsfetischisten?). Damit wäre die Richtigkeit des Vergleichsmoment im heutigen Tweet quasi wissenschaftlich erwiesen. Auch wenn letztlich Fehlernährung und Trockenreibung doch Geschmackssache bleiben.


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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Günter

…..staubtrocken analysiert, grossartig

Gepostet von Günter am 15. April 2009 um 18:27.
Sue

„Lubrikation“.
Schönes Fachwort.

Gepostet von Sue am 15. April 2009 um 20:04.
daily

uff, ausgleiten kann man da leider nicht mehr…das wird echt ein schmerzhafter Kolbenfresser…

Gepostet von daily am 16. April 2009 um 19:56.