Würde sei antastbar

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Stünden den Twitterern mehr als die 140 Zeichen zur Verfügung, bedeutete das nichts gutes für ihre sprachliche Gewandtheit. Denn ohne diese Begrenzung, erschlösse sich die Ökonomie des Konjunktivs nicht auf derart plakative Weise. Und konjunktivierte man als Twitterer nicht ständig, so zeigte sich kaum jener Effekt auf die Sprache, den man bis dahin nur als jenen anderen Effekt kannte, den ein Anzug mit Krawatte auf das eigene Benehmen habe (Berichten zu folge).
Ginge man also mit dieser Beobachtung konform, so lavierte sich “würde” beinahe außerhalb des sprachlichen Horizontes des gemeinen Twitterers und ginge beinahe unter, gäbe es nicht noch die “Würde”. Und ohne Würde, das muss man zugestehen – lebte es sich wiederum weniger elegant, aber ebenso kurz.
PS: Heute, ganz aktuell, sind wieder die Twittercharts herausgekommen. Das was ich dazu zu sagen hätte, formuliere ich mal im Konjunktiv: Wäre @Sillium dort vertreten, so nähme ich diese Auflistung schon irgendwie ernst.
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Das sagen die Anderen:
Guter Text. Aber der besprochene Tweet liefert auch eine steile Vorlage.
Gepostet von drikkes am 03. März 2009 um 17:47.Haha, großartig. Also Tweet & Tweetkritik. (Finde es übrigens gut, wenn sich die Twitkritpost mit ihren Längen an den gemeinen Tweets orientieren.)
Gepostet von stefan am 03. März 2009 um 18:16.[...] Relevanz der 140-Zeichenbegrenzung. So haben wir einst mit @sillium spekuliert, ob es durch Twitter ein Revival des Konjunktivs innerhalb der deutschen Sprache geben wird, weil er so zeichenökonomisch [...]
Gepostet von Twitkrit — Sprachkultur im Netz. Heute Twitter, morgen die Ganze Welt! am 08. Juni 2011 um 10:04.