Ich gebe zu, ich gehöre wahrhaftig einer aussterbenden Gattung an. Ich bin ein Kinogänger und sehe vermutlich sogar zu viele Filme. Puh, jetzt ist es raus und ich trage für immer den Stempel “Old school” auf der skeptischen Stirn. Aber halt! Was heißt eigentlich “zu viele Filme”? Es ist einfach der Hang zu gut erzählten Geschichten, ein Genuss des Inszenierten. Der Moment, in dem es dunkel wird und sich auf der Leinwand eine neue Welt vor den Augen öffnet, deren Möglichkeiten so zahlreich sind, dass einem schwindeln könnte. Dorthinein lässt man sich bereitwillig fallen und taucht, im Falle einer guten Filmwahl, selbstverständlich erst auf, wenn das harte Licht der Realität wieder angeknipst wurde.

Blinzeln, ein Blick nach links, einer nach rechts, Seufzen und das plötzliche Finden der Orientierung. (Oder das, was man dafür hält.) Hinausstürzen in das “wahre Leben”. Die Bilder klammern sich noch an Kopf und Herz fest, doch selbst das beste Gedächtnis lässt sie irgendwann blass aussehen. Wäre es da nicht wunderbar, wenn man sich schlicht ein klitzekleines Stückchen des Traumfabrizierten bewahren könnte? Wenn man einfach ein Knöpfchen drücken müsste, um einem besonderen Augenblick die Ehre zuteil werden zu lassen, die ihm gebührt? Ihn ein wenig in den rosafarbenen Studiohimmel emporhebt? Vielleicht nicht gleich durch virtuoses Geigenspiel im Hintergrund oder gar in Gesang ausbrechende Bäckereifachverkäuferinnen, aber eben mit ein bisschen “Hollyweird to go”? Ich kann diesen Wunsch jedenfalls unglaublich gut nachvollziehen:

Weichzeichner

[Link]

Also, wer von euch erfindet das jetzt für uns?! Ich suche schon mal die Taschentücher raus.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Miriam

Nur Steven Gätjen, der braucht keinen Weichzeichner mehr; die Oscars wahrscheinlich auch nicht. Aber sonst… nur her damit und Dankeschön für die Twitkrit.

Gepostet von Miriam am 22. Februar 2009 um 19:07.
Katalognummer2

Guter Gedanke.
Doch macht nicht gerade das die Faszination des Kinos und des Films aus, Gefühle und Emotionen für einen bestimmten Moment zu erzeugen?

Das Gefühl, dass ein Film oder eine Filmszene erzeugt, wird durch viele Faktoren beeinflusst. Die Bilder, die Farben, die Musik, die Charaktere und die Stimmung des gesamten Films. Es würde dem Kino seinen Reiz rauben, wenn sämtliche Emotionen jederzeit abrufbar wären.

Und manche Filme prägen Menschen ohnehin auf Dauer und bleiben uns für ewig erhalten. Ich persönlich werde nie vergessen wie in Paul Thomas Andersons “Magnolia” alle Charaktere, jeder gebeutelt vom Leben mit verschiedenen, teils tragischen Schicksalen, in die Ballade von Aimee Mann einstimmen.

Gepostet von Katalognummer2 am 02. Dezember 2009 um 11:14.