———— Special: Twitkrittwitterklonthemenwoche (TTKTW) ————–
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Eigentlich könnte Twitter auch Gaggle heißen. Da wäre dann für mein Sprachgefühl mehr Geschnatter als Gezwitscher gemeint (auch wenn Twitter durchaus Geschnatter bedeuten kann). Und Geschnatter passt für mich besser auf das, was ist, wenn kein Fehlerwal herrscht. Denn Zwitschern hat so etwas von Melodie, von Musik.
Die Musik aber kommt im Twitterversum als Piepsen daher. Und auch, wenn blip.fm für seinen Namen den Preis für das Ernten des naheliegenden Wortfelds bekommt, eigentlich ist Pieps ein unpassender Name für den musikalischen Twitterklon. Nur, Chirp ist leider schon an ein anderes soziales Netzwerk vergeben.
Auch sonst ist nicht alles Gold, was an Schallplatten glänzt. Oder so. Denn Blips beschränken sich nicht auf 140 Zeichen. Ein Blip besteht aus dem Link zu einem Song, Titel von Song und Interpretenname PLUS 150 Zeichen. Da wird die hoche Kunst der brevitas des Tweets massiv mit der fragwürdigen Kunst der amplificatio konfrontiert, wie wir Rhetoriker sagen. Vielleicht braucht es für die Mischung aus Musik und Kurznachricht einfach eine gewisse barocke Fülle. Vielleicht ist das aber auch einfach zu viel. Zumindest bei der Einbettung in Twitter gibt es massive Probleme. Irgendwas muss gekürzt werden beim Import. Blöderweise fällt immer die Songkennung weg. Das kann nerven.

Aber andererseits: Blip macht einen ja wirklich zu so einer Art DJ on selfdemand oder zum Gotthilf Fischer der Online-Love-Parade. Wie wir früher ohne Internet unsere Freizeit mit Vögeln Wandern, äh, als Wandervögel verbrachten, hatte immer einer ein feuriges Liedel auf den Lippen und so trällerten wir uns durch die blauen Berge. Nun, auf der Flucht vor dem Bluescreen, in unseren virtuellen Zusammenkünften, war es bisher umständlich, eine Melodei anzustimmen. Nun aber suchen wir flugs einen passenden Song und blippen, wie wir einstmals sangen (Blippen/Lied auf den Lippen… kein international anschlussfähiger Claim, aber hey).
Man müsste eine wasserfeste Blip-Application für die Dusche ersinnen, dann wäre das Singen der vorvirtuellen Welt rundherum im Hier und Jetzt abgebildet. Denn auch die musikalischen Peinlichkeiten bei der Einkehr nach der Wanderung bleiben dem blippenden Sängerknaben nicht erspart:

blips
[Link]

Nachtrag: Übers Zwitschern Piepsen geht natürlich auch, siehe hier:
Tweeties

*Die Überschrift ist von diesem Artikel, der gar nichts mit dem Artikel hier zu tun hat, geklaut.*


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