Twitkrit

Lotto-Hype auf Twitter: Fun und Fakten

dondahlmann

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Es gibt Tweets, die weder einer Besprechung noch einer Erklärung bedürfen. Der von @DonDahlmann ist so einer. Der Spruch ist einfach gut und erklärt sich selbst. Lediglich ein Hinweis auf den Hintergrund des Online-Lotto-Verbots ist angebracht für jene unter Euch, die von der skurrilen Geschichte noch nichts gehört haben. Bitteschön: Focus, der Anwalt des kleinen Lotto-Mannes, warnt: Online-Gewinn nicht staatlich garantiert.

Wenn man Online-Lotto-Gewinne also nicht einstreichen darf, stellt @Weltenweiser zurecht die Frage:

weltenweiser

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Tja, Lotto ist natürlich ob des in Richtung Krisenpaket-Größe wachsenden Jackpots ein gaaaaanz heißes Thema auf Twitter, ganz zu schweigen von Follower-Verlosungen, Entfollower-Drohungen bei Follower-Verlosungsteilnahmen, Twitterlotto-Aktionen, Was-ich-mit-meinem-Lottogewinn-machen-würde-Tweets und was unser aller Micro-Blogging-Dienst sonst noch so an heiteren Kapriolen zu bieten hat. Ich finde ja, jeder soll da seinen Spaß haben, wie es ihm oder ihr gefällt. Jedoch Fakt ist: Rein mathematisch gesehen ist der Hype um 6 aus 49 vollkommener Unsinn. Das weiß auch @stunksys:

stunksys

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Auch hier liefert Twitkrit, Euer twitteraturkritisches Magazin mit dem hohen Infotainmentanspruch die Fakten nach. Das Zitat stammt von Mathe-Prof Günter M. Ziegler, nachzulesen in der BZ: «Wer nachdenken kann, kann auch Mathe».

Nachdem Ihr das jetzt alles gelesen habt, könnt Ihr ja Eure Lottoscheine ausfüllen. Online oder Offline. Oder auch nicht.

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Business-English for Cows

Kühe sind Wiederkäuer. Und das hat Vorteile:

Wiederkäuer (Ruminantia) sind eine Unterordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Sie sind Pflanzenfresser und besitzen einen mehrteiligen Wiederkäuermagen, der es ihnen durch mikrobielle Verdauung ermöglicht, auch solche Kohlenhydrate als Nahrung zu nutzen, die für andere Säugetiere mit nur einem Magen (Monogastrier) unverdaulich sind (beispielsweise Zellulose).

Der Wiederkäuermagen besteht meist aus vier Abschnitten: Der Labmagen (Abomasum) entspricht dem einhöhligen Magen der Monogastrier. Vorgeschaltet finden sich drei Vormägen, bei denen es sich um unterschiedlich differenzierte Abschnitte der Speiseröhre handelt: Pansen (auch: Zottenmagen, Rumen), Netzmagen (auch: Haube, Retikulum) und Blättermagen (auch: Buchmagen, Psalter, Omasus). Der Pansen wiederum besitzt einen Vorhof, der auch als Schleudermagen bezeichnet wird. Dieser kann auch separat gezählt werden, wodurch sich die Zahl der Vormägen auf vier bzw. die der Mägen auf fünf erhöht. Gelegentlich werden auch Pansen und Netzmagen funktionell zum Reticulorumen zusammengefasst.

Beim Grasen wird die Pflanzennahrung lediglich grob zerkaut und verschluckt. Sie gelangt dann über den Schleudermagen in den Pansen. Im Pansen, aber auch in den anderen Vormägen, leben zahlreiche Mikroorganismen wie Bakterien, Protozoen und Hefen, mit denen der Nahrungsbrei gut vermischt wird. Die Mikroorganismen sind in der Lage, die meisten Kohlenhydrate zu Stoffen abzubauen, die von der Pansenwand resorbiert werden können. Bei diesem Fermentation genannten Vorgang werden auch Kohlenhydrate aufgeschlossen, die für andere Tierarten unverdaulich sind (beispielsweise Zellulose), so dass sie der Wiederkäuer aufnehmen und energetisch verwerten kann. Die bei der Fermentation freiwerdenden Gase (vor allem Kohlendioxid und Methan) sammeln sich im Netzmagen, bis sie durch den Ruktus (Rülpsen) an die Umwelt abgegeben werden. Die Proteinsynthese der Mikroorganismen wird durch mit dem Speichel oder vom Pansen ausgeschiedenen oder auch zugefütterten Harnstoff angeregt, sodass Wiederkäuer gänzlich ohne zugeführte Aminosäuren auskommen können.

Der Nahrungsbrei wird nun zur weiteren Zerkleinerung und Durchmischung zwischen Pansen und Netzmagen hin- und herbewegt, bevor er durch Kontraktionen des Netzmagens und Schleudermagens und durch rückwärts laufende peristaltische Wellen der übrigen Speiseröhre in kleinen Portionen wieder in die Mundhöhle befördert wird. Die Nahrung wird hier durch weiteres Zerkauen (Wiederkäuen) noch feiner zerkleinert, bevor sie erneut verschluckt wird.

Der Netzmagen übt eine “Sortierfunktion” aus, die große und grob zerkleinerte Nahrungsbestandteile zurückhält und kleine Partikel in den Blättermagen weiter transportiert. Dort wird der Nahrungsbrei durch Kontraktion zwischen den “Blättern” ausgepresst und das Wasser resorbiert, was den Nahrungsbrei eindickt und dafür sorgt, dass die Verdauungssekrete im nachfolgenden Labmagen weniger verdünnt werden. Schließlich wird der Nahrungsbrei in den Labmagen transportiert, wo – wie auch bei den Monogastriern – der pH-Wert durch Sekretion von Salzsäure gesenkt wird und die Verdauung, vor allem von Eiweißen und Fetten, durch körpereigene Enzyme erfolgt. Dort werden auch Eiweiße aus den im Nahrungsbrei befindlichen Mikroorganismen freigesetzt, die im sich anschließenden Dünndarm resorbiert werden.

[Wikipedia]

Oder um es kurz, präzise und modern zu sagen:

relunch
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(“Der Job ist zum Kotzen” als Alternativinterpretation für diesen Tweet vermittelte mir zu wenig Bildung. Jetzt wissen wir wenigstens alle den Fachterminus für “Rülpsen”)

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Das Gesetz der Serie

Als Pablo Picasso seine Blaue Periode hatte, war er ein wirklich armer Schlucker. Als wiederum Goethe seinen Gedichtzyklus die “Römischen Elegien” auschrieb, war er ein wohlhabender Mann.

Ganz offensichtlich hat also das Gesetz der Serie nichts mit den finanziellen Verhältnissen zu tun. Womit aber dann?

Jedenfalls immer mit einem Anfang:
fan1
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Ein Anfang, dem ein Quasizauber innewohnt. Und zwar der der Reproduktion.

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Es gleicht einem unbedingten Verlangen, sich bei gleichzeitiger Variation immer zu wiederholen.

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Bis er eine eigene Existenz besitzt, die jenseits der vorherigen Erklärungsbedürftigkeit beinahe für sich steht. Siehe: “Überschriften (usw.)”

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Bis hin zur klar gegliederten und nur noch mit Erkennungszeichen versehenen Folge.

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Bis sie sich so weit dreht, dass sie bei sich selber wieder ankommt.

Wir nennen solche Serien normalerweise “Meme“. Der Unterschied ist nur, dass manche Meme bereits bei ihrer Entstehung im idealen Wirt nisten. Ob der jetzt Picasso, Goethe oder @fraencko heißt, ist dabei genauso unerheblich, wie die Wahl der Mittel: Leinwand, Buch oder Twitter.

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Rezeptfrei

“So Tage”, es gibt sie einfach. Wir kennen sie alle. Das Wissen um jene Phasen merkwürdigen Befindens gehört quasi zum unausgesprochenen schlechten Gut der Allgemeinheit. Den einen wurmt lediglich der frühe Vogel, der andere ist schon mit dem falschen Fuß aufgestanden und wird fortan ständig auf selbigem erwischt. Da nimmt das Unglück seinen unheiligen Lauf und lässt uns konsequent gegen Wände, Möbelstücke oder auch andere Mitmenschen rennen, beutelt uns wild, bis wir als arm bezeichnet werden können. Einige werden darüber sogar zum Tropf. Wahrlich, kein schöner Anblick.

Wer zudem wie ich in jungen Jahren ein paar zu viele Trickfilme gesehen hat, dem schwebt die kleine graue Wolke, aus der es selbstverständlich nur auf dichdichdich und niemanden sonst hernieder regnet, förmlich vor dem geistigen Auge. Gäbe es diese wirklich, erledigte sich durch das frustrierend frische Nass von oben ja wenigstens auch das Thema des “Bad Hair Days” von selbst, welcher selbstverständlich händchenhaltend mit “so Tagen” einhergeht. Aber nö! In jenem Fall stirbt man oft mit wirrem Haupthaar für sich allein, in verknotete Kopfhörerkabel eingewickelt und von Zahnpastaflecken auf dem Lieblingspullover umrahmt. Nur muss sich niemand sorgen, denn so sicher wie wir alle wissen, dass es sie gibt, ist uns ebenfalls bewusst: auch der schlimmste von “so Tagen” geht vorbei.

Sollte es euch jedoch wieder einmal erwischen und ihr im Angesicht der viel zu langsam verrinnenden 24 Stunden nervös mit den Zähnen knirschen, möchte ich an dieser Stelle schlicht die beste Medizin empfehlen, welche in jüngster Zeit den getippten Weg unter 140 Zeichen fand:

tanzen hilft
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Aus waghalsiger eigener Erfahrung kann ich nämlich sagen: stimmt!

(Disclaimer: Die Twitkrit-Redaktion übernimmt trotzdem keine Haftung für eventuelle Unfälle in Haushalt, Büro oder an anderen Orten.)

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knmsch twttrn

Mit den Hashtags ist das ja so eine Sache. Einerseits erklären sie den Tweet, dem sie nachgestellt sind. Andererseits sind sie damit ja auch die Bedienungsanleitung, wie der Tweet funktionieren soll.

@TillaPe hat sich da in ein nettes Dilemma geschaukelt:

vkl1
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Unterm Strich spart sie zwei Vokale, um das mit fünf Vokalen zu erklären. Nicht sehr ökonomisch.
Aber es geht noch unprofitabler:

vkl2
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Die Lösung ist schnell gefunden: Einmal erklärt, kann frau die Erklärung (den Hashtag) auch weglassen:

vkl3
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Und das kommt an:

vkl4
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Auch wenn es Mitläufer nicht verstehen:

vkl5
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Aber die Meisterin weiß Rat:

vkl6
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Wr wrdn ns n Bspl nhmn, lb TllP!

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