140 Zeichen ins Grundgesetz!

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Nicht “in karo-strukturiertem Design” sondern “kariert”, sagt Anke Gröner, unser aller – nie erreichtes – Vorbild in Sachen Sprachästhetik. Und sie sagt es böse. Dieser Tweet ist so entblößend. Er ist so demütigend. Sie legt den Finger in die Wunde einer Texterzunft, die völlig versaut ist durch das geisteswissenschaftliche Studium, in dem schwafeln allein dadurch antrainiert wird, um die erforderliche Seitenanzahl zusammenzukloppen.
Gröners Tweet führt uns vor Augen, dass Sprache nicht in ihrer Verquastheit, nicht in ihrem ausschweifenden Ornamenten zur Blüte gelangt, sondern in ihrer Schlichtheit, der Treffsicherheit, in der Punktlandung ihrer Ökonomie. Kariert, Du Nase!
Und hier, wie könnte es anders sein, sind wir wieder bei Twitter. Twitter, diese Antithese eines wissenschaftlichen Textes. Ich fordere, dass Texter twittern. (Und Gedichte von Brecht lesen.) Dass sie lernen, mit der Beschränkung umzugehen, sie produktiv zu machen.
Und die CDU, die auf deutsch in das Grundgesetz schreiben will, dass ihre Sprache Deutsch ist, sollte sich viel mehr Gedanken darüber machen, wie man Dinge dort hinein bringt, die nicht überflüssig sind. Zum Beispiel, dass sich der Gesetzgeber verpflichtet, keine Gesetze zu verabschieden, die länger als 140 Zeichen sind.




