Wo wir gerade bei Vergänglichkeit sind waren. Manche Dinge sind vergänglicher als andere. Während wir das Ei, einerseits als Übergangsform des Lebens, andererseits als leicht verderbliches Lebensmittel kennen, sind wir alle froh, nicht als Eintagsfliege geboren worden zu sein. Und während die Industrie die Halbwertzeit ihrer Produkte vor allem an die Garantiefristen anzupassen versucht, stehen wir ewig in der Küche um uns Mahlzeiten zu kochen, deren Verspeisungszeitraum nicht mal eine Stunde beträgt. Im CERN geht man ein paar Kilometer weiter und hat gerade 3 Milliarden Euro für eine Maschine bezahlt, die Dinge herstellt, die nicht mal den Bruchteil einer Nanoskunde lang stabil bleiben, also in noch weniger als der Hälfte von Nullkommanix Zeit überhaupt existieren. Diese sogenannten Higgs-Teilchen sollten uns als Erkenntnisleitende Methaper dienen, für – ja – die Erkenntnis selbst.

kosmar
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Vermutlich wäre @Kosmar bereits heute ein großer Philosoph, wenn diese verdammten Erkenntnisse wenigstens bis zum Erreichen des Twitterupdate-Feldes halten würden. Gebannt in einem Tweet ließe sich die flüchtige Essenz des Sinns der Welt festhalten und der breiten Bevölkerung zugänglich machen. Twitter, als derzeit best aufgelöste, detailreichste Momentaufnahme des Geistes, scheint immer noch nicht das geeignete Instrument zu sein, diese fragile Präsenz des Sinns angemessen festzuhalten. Man wird also warten müssen, bis ein noch viel größerer Gedankenbeschleuniger gebaut wird, um diese vage Beobachtungen von @Kosmar tatsächlich zu verifizieren. Bis dahin würde ich vorschlagen, diese Teilchen – bis zum endgültigen Beweis ihrer tatsächlichen Existenz – Kosmar-Teilchen zu nennen. Aber einen Nobelpreis kann man ihm dafür ja schon mal geben.


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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

German Psycho

Für die Erkenntnis mag man ihm einen Preis verleihen. Für die Sprache nicht.

Gepostet von German Psycho am 17. Oktober 2008 um 12:00.