Ficken im Feuilleton
Was dem Boulevard die Titten sind, ist dem Feuilleton das Besprechen von als Kunst verbrämter Pornographie. Pimpern passt permanent, Vögeln vinden vir voll vöhn, sei es als Aufhänger für konservative Moralergüsse.
Das Thema Tackern trägt die Leser zum Text. Deshalb heute was übers Bumsen:
Ficken wird so was von überbewertet. Wer auch immer die Idee hatte, dass das zu mehr als nur Fortpflanzung dienen soll, glaubt wohl auch, dass es in Swingerclubs aussieht, wie bei olle Hefner in der Villa. Dieser soziale Druck, beim Nackich-ineinander-Rumfuhrwerken Spaß zu haben, wird uns noch alle fertig machen. Leider sind wir keine Elefanten, bei denen meldet sich der Trieb wirklich nur zur Paarungszeit. Wir haben andere Bedürfnisse und zwingen uns dafür regelmäßig auf die Pirsch nach Frischfleisch. Dabei machen wir uns lächerlich, ziehen uns aus, performen wie der verhinderte Goldjunge Florian am Reck und bekommen am Ende nicht mal Bronze. Im Gegenteil, auf StudiVZ erfährt jeder, dass wir zu früh gekommen sind oder es aus anderen Gründen nicht bringen. Bettgeschichten sind Selbstmord auf Raten.
Zum Glück wurde das Internet erfunden. Hier können wir endlich den lästigten Trieb abschütteln, ohne echte Menschen dazuzuholen. Hier interessiert es niemanden, ob wir wirklich total rasiert sind oder ob das Silikon ist, was da aus dem BH quillt. Dank einschlägigen Bildergalerien und ebensolchen Filmportalen sowie den gängigen Foren ist jederzeit eine Wichsvorlage gegeben. Wenn es sein muss, jedesmal eine neue.
Aber noch schöner: Die Triebabfuhr wird zur Nebensache, wir können uns auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren:

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Dank Internet entsteht so viel mehr schönes Gezwitscher, die Menschen haben Zeit für die Kunstproduktion und Twitkrit Material, das nicht schlüpfrig ist. Toll! Irgendwann wird Sex eine solche Nebensache sein, dass es entbehrlich wird. Dann hat die Kunst gewonnen.
Bis dahin aber gilt: Die Leser da abholen, wo sie zu finden sind. Auch wenn es am Ende um Restaurantkritik gehen sollte:

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Das sagen die Anderen:
Wovon sprecht Ihr da eigentlich die ganze Zeit?
Gepostet von Michael am 26. August 2008 um 13:38.Aufgelesen: 65…
• “Banken haben total versagt”
• Meine Herrentitte und ich
• In 31 Tagen um die Welt – Teil 6: YAOUNDE
• Die untaugliche Frankenbremse
• Ficken im Feuilleton
“Banken haben total versagt”
…
Gepostet von Duckhome am 26. August 2008 um 19:31.SEX ist, wenn mans trotzdem macht?
Gepostet von schaezle am 26. August 2008 um 19:41.