Wir wissen es doch alle. Die schönsten Tweets sind Wortspiele. Twitter ist wahrscheinlich der erste weltweite Wortspielkanal. Das stellt den ambitionierten Twitkritter allerdings vor eine Herausforderung. Wie rezensiert man Wortspiele? Oder überhaupt Witze? Geht das überhaupt? Klar ist: Erklärungen sind doof, denn so ein Witz muss für sich selbst stehen und jedes weitere Wort wäre eines zu viel.

Weiters ist festzuhalten: Das Wortspiel ist eine relativ verpönte Form der Komik. Es hängt ihm das billige Parfüm des Kalauers an. Nicht ganz zu unrecht. Aber aus irgendeinem Grund funktionieren Wortspielereien in der Twittertimeline eben erstaunlich gut, weswegen ihnen eine dominierende Präsenz in den Favoritenlisten der Twitteria beschert ist. Und dennoch muss man sich als Twitkritter eingestehen, dass genau diese Tweets, die einem – ich gebe es zu – jeden Tag den Tag retten, einfach nicht rezensierbar sind.

Ja. Da haben wir es, das Dilemma von Twitkrit. Besprochen wird nicht unbedingt das schönste, tollste, beste des Tages oder der Woche, sondern das, was sich nun mal gut besprechen lässt. Nichtsdestotrotz bin ich der – jedenfalls nicht sofort umfallenden – Meinung, dass dieses strukturelle Problem im Blätterrauschen des klassischen Feuilletons genauso besteht. Nur, dass es dort natürlich niemand zugeben würde.

Doch – manchmal – da geschieht das Unausweichliche. Ein Wortspiel-Tweet passiert und man will sofort vom Küchenhocker aufspringen und applaudieren. Und ihn besprechen sowieso. Aber was – in aller Welt – macht man dann mit diesem Tweet von @stburnster?

burnster
[Link]

Vielleicht einfach toll finden! Oder nicht?

Kommentieren

Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Christian

Dieser Text entstand nachts um halb eins! Wer Fehler findet darf sie behalten!

Gepostet von Christian am 08. August 2008 um 00:46.
René

>Die schönsten Tweets sind Wortspiele.

Mindestens fragwürdig und bestätigt meine These des „Zwangs des deutschen Bloggers zum schönen Text“, mir sind da Hand und Fuß lieber. (Als Splatter-Fan würde ich jetzt noch anhängen: am liebsten abgehackt, aber ich bin hier ja nich zuhause, nech?) ;)

Gepostet von René am 08. August 2008 um 00:58.
mspro

@rené du verstehst das falsch. Es gibt niemanden, der irgendeinen Zwang ausübt. Jeder so wie er will. Aber um hier besprochen zu werden, ist es in der Tat ratsam, schöne Texte abzuliefern.
Und wenn in der Blogosphäre Leute gerne schöne Texte schreiben, dann find ich das gut. Was nicht bedeutet, dass jeder tolle Texte schreiben soll. Denn, und das hat sich anscheinend immer noch nicht rumgesprochen, das Internet ist so groß wie die Summe all dessen was reingeschrieben wird.
Und wenn noch einmal jemand was von Relevanz faselt, dann schreie ich!

Gepostet von mspro am 08. August 2008 um 01:15.
René

Ja na klar so wie jeder will, unbedingt sogar. Ich lese hübsche Texte sogar sehr gerne, so ab und zu. Aber: ich habe tatsächlich sehr oft den Eindruck, als ob für deutsche Blogger das schnöde Link-Posten, das Sagen, was Sache ist, das Hier ist ein Video von Bloggern, die schön schreiben wollen, eine verpönte Angelegenheit ist, und ich frage mich schon länger: Warum das denn? Ist eher ein diffuser Eindruck und ich kann das nur schwer an Beispielen festmachen (vor allem, weil ich grade zu faul zum Suchen bin).

Tatsache bleibt für mich, dass spezielle Kreise der Blogosphäre das Ding früh in Richtung Text gedrängt haben und Links schlecht gemacht haben (Resteverwerterblog, mit der Bezeichnung kann ich leben), was ich schade finde, da der Link essentieller Bestandteil des Webs ist.

Ich glaube aber auch nicht, dass die Diskussion hier hingehört, ist eigentlich slightly offtopic. Ich muss da, glaube ich, nochmal was zu machen, obwohl mir das Übers Bloggen schreiben sowas von auf den Saque geht. Ich schreibe lieber über Ameisen, die in Zeitlupe durch die Luft hüpfen. Und genau das ist, glaube ich, der Punkt, auf den ich hinaus will.

Übrigens finde ich, dass Internet ist größer, als die Summe seiner Teile. Und ein Grund dafür ist der Link, der nämlich nicht als Plus- sondern als Multiplikationszeichen funktioniert. Uh. Da muss ich nochmal drüber nachdenken.

Gepostet von René am 08. August 2008 um 01:57.
German Psycho

René, das sollten Sie in der Tat. Denn ein Link ist ja kein Inhalt an sich. Oder anders gesagt: Der Link kann systembedingt niemals denselben Stellenwert haben wie ein Inhalt, da zwar ein Inhalt ohne Link immer noch existieren könnte, niemals aber ein Link ohne einen Inhalt.

Daher ist der Link eigentlich maximal ein Gleichheitszeichen, da er den Kern des Webs nicht erweitert, sondern ihn höchstens leichter zugänglich macht.

Gepostet von German Psycho am 08. August 2008 um 10:37.
miss sophie

German Psycho, indem der Link im System eine andere Funktion hat als der Inhalt, auf den der Link verweist, bietet dies schon einen Mehrwert im Gesamtsystem Internet. Insofern kann man (auch aufgrund der sich dadurch ergebenden Verknüpfungen und Dynamiken) durchaus von “mehr als die Summe seiner Teile” sprechen. “Teile” dann natürlich verstanden als die reinen Inhalte.

Hoch lebe das Definitionswirrwarr ;)

Gepostet von miss sophie am 08. August 2008 um 11:05.
mspro

Will denn hier keiner über geile Twitten diskutieren?

Gepostet von mspro am 08. August 2008 um 11:21.
bosch

@Björn: Bäh, das ist ja fast so eklig wie Silikontwitten.

Gepostet von bosch am 08. August 2008 um 12:12.