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Unsere Gastautorin Dr. @percanta ergeht sich in der Auslotung der tiefstechenden Schattenseiten des Sommers.
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Minimalpaare, produktive Literaturbausteinchen! Nur darum stehen Hänschen Stock und Hut so gut, vom Zopf am Kopf und der Sache mit der Brust und dem Frust gar nicht zu reden. Minimalpaare verbinden Disparate zu Partnern im Reime und spenden freundlich Komik. Nun ist selbst ein schlechter Witz komischer als seine Erklärung, und wie dieser gelungene Tweet funktioniert, bedarf auch keiner weiteren:

ruhepuls
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Doch hinter dem Witz blitzt sie auf, die Wunde.

Die makellose Haut, die unverdorbene Freude des Sommers – dahin! Die Biographie ohne Fragezeichen, glatt wie ein Babypopo – vertan!
Die erste Mücke oder die Monate zwischen Praktikum und Praktikum, sie sind wie das erste Eselsohr im neuen Buch, der Rotweinfleck im Brautkleid, die Mathe-Vier im Einserzeugnis, der erste Fluch der Mutter, das erste graue Haar oder das traumatisierende erste Loch im Zahn: Wehmut beim Anblick des vormals Heilen und Vollständigen. Schlimmer noch: Erschütterung ob dieser Zeichen des Verfalls. Warte nur, balde.

Andererseits: “The first bite is the deepest” heißt auch, dass die folgenden gerade noch an der Oberfläche kratzen und dass aus der zweiten und dritten Mücke längst kein Elefant mehr wird. Nach der Mathe-Vier tut die in Religion schon nur halb so weh. Die Bratensoße am nicht mehr blütenweißen Ärmel – je nun. Und die Tönung lohnt eigentlich erst ab einem halben Dutzend Strähnen.
Wer am ersten Abend in Italien 75 Stiche zählt, sollte vielleicht keinen Urlaub in Finnland planen, doch was ist ein richtiger Sommer ohne mit Fingernägeln in die Quaddeln gedrückte Kreuze, ohne kühlende Spucke auf den Beulen und ohne dann doch hingebungsvolles Kratzen?
Ist der Arm erst ruiniert, kratzt es sich ganz ungeniert. In dem Sinne: Wen juckt’s?

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

c.imoff

Ein sehr gelungener Beitrag , der hoffentlich mehr Beachtung gefunden hat, als es die Anzahl der Kommentare ausdrückt.
Auf die kursiv gesetzte Einführung eines unbekannten Verfassers hätte man meiner Meinung nach in dieser Form allerdings leichten Herzens verzichten sollen.
Der Hinweis, daß Percanta hier schon einmal und zurecht gewürdigt wurde , ist für Stammleser unnötig und für Neukunden unerheblich.
Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, daß es der Autorin wichtig gewesen wäre, ihren akademischen Grad herauszustellen.
Wer sie nicht kennt, könnte dies missverstehen.

Die Qualität des Textes erschließt sich dem Leser von selbst und ohnehin nach seinen eigenen Maßstäben. Ein Hinweis auf die Heimatdresse, an der sich dem Interessierten weitere lesenswerte Werke finden, wäre ausreichend gewesen.

Gepostet von c.imoff am 07. August 2008 um 12:56.