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“Was machst Du gerade?”, ist noch immer die über allem stehende Frage. @mightym bringt uns in seinem Tweet auf den Boden der Wochenmärkte und Obstläden zurück – und das auch noch am Beispiel einer zu unrecht vernachlässigten Obstsorte, der Birne.

Seit jeher steht die Pflanzengattung, die bekanntlich zur Unterfamilie der Kernobstgewächse (Maloideae) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört, im Schatten ihres vermeintlich köstlicheren Obstbruders, dem Apfel. Ein bekanntes Sprichwort – “An apple a day keeps the doctor away” – lobt die gesundheitsfördernde Wirkung von Boskop und Jonagold, die Beatles veröffentlichten ihre Schallplatten bei der eigenen Plattenfirma namens Apple Records und der berühmteste aller Obsthändler, Steve Jobs, erzielt mit angebissenen Malus domesticas, welche kalifornische Computer verzieren, von Quartal zu Quartal Rekordumsätze, die seinen Mitbewerbern die Gehäuse im Halse stecken lassen. Der Birne sind derartige Erfolge weitgehend unbekannt. Allenfalls wird sie herangezogen, wenn es um die Beschreibung des unförmigen Körperbaus von Bundeskanzlerhelmutkohl geht, oder als Zutat für Großvaters Obstbrand. Keine erfrischenden Schorlen wurden je aus ihrem Saft gemischt, keine bedeutende Hamburger-Schule-Band hat je eine Lied über Birnenverkäufer geschrieben – und trotzdem nimmt sich @mightym ihrer an.

Dieser Tweet ist sprachlich zweckmäßig geformt. Er bringt jedoch das Anliegen des Autors, wenngleich auch mit eigenwilliger Interpunktion, klar und verständlich zum Ausdruck. Dieser Beitrag erdet uns, er führt uns in die Niederungen des Alltags (Einkauf) zurück und gleichzeitig werden wir auf das tragische Schicksal von unterdrückten Randgruppen (Birnen) aufmerksam gemacht. @mightym klagt nicht an, schreit nicht, protestiert nicht; er engagiert sich still für das Wohl der Birne, indem er einfach eine von ihnen zu sich in den Einkaufskorb legt. Das Eintreten für die Schwachen der Obstheit macht diesen Tweet so wertvoll, auch wenn es für den Friedensnobelpreis wohl nicht reichen wird: Darauf einen Birnschnaps. Zum Wohle!

Anm. d. Red. Natürlich könnte es sich bei der vom @mightym erworbenen Birne auch um eine profane Glühfadenlampe handeln. Aber dann hätte er das sicher geschrieben.

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Also ich finde:

Das sagen die Anderen:

Huck

Total interessant: Ich habe mir mal 1997 in der Gräfestraße zu Berlin/Kreuzberg eine Abate Fetel gekauft. Somit habe ich mir schon zweimal Birne gekauft: Das erste und das letzte Mal.

Gepostet von Huck am 24. Juli 2008 um 11:32.
Herschel Rubinstein

also ich persönlich esse birnen ja lieber als äpfel. übrigens sollte auch mal jemand auf das grausame schicksal der glühbirnen aufmerksam machen. nach und nach werden sie von grotesk verformten energiesparlampen abgelöst.

Gepostet von Herschel Rubinstein am 24. Juli 2008 um 11:37.
Tilman

Birnenschorle? Oh doch, die gibt es. Birnensaft wird gern auch mal ein bisschen dicker, aber mit Wasser aufgefüllt… lecker°°°

Gepostet von Tilman am 24. Juli 2008 um 12:19.